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2 (1832) Zur Erkenntniss der Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes / von C. G. Ehrenberg
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in der Richtung des kleinsten Raumes.

sämtlich in der hintern Hälfte der umhüllenden Kugel. Eben so regelmäfsige Bildungs-thätiglteiten zeigen aber viele Corallenthiere, indem sie regelmäfsig in entgegengesetztenRichtungen Gemmen treiben, wie die im Zikzak wachsenden Oculinen, oder indem nurdie mittleren, nie die äufseren Gemmen treiben, wie bei den meisten strauchartigen,oder indem nur die äufseren, nie die mittleren Gemmen treiben, wie bei den flachen undschüsselförmigen. Mithin ist die Erscheinung nicht ohne Analogie.

So ist denn, meiner jetzigen Ansicht nach, das Kugelthier eine hohle, häutigeBlase, entstanden durch unvollständige Selbstlheilung zahlloser Monadenähnlicher, einAuge und einen fadenförmigen Rüssel führender, sehr kleiner (jjs-jjs"' grofser) Thier-chen, welche durch stolonenartige Fäden mehrseitig und netzartig untereinander verbun-den sind und in einer gemeinschaftlichen hautartigen Gallerte ( Lacerna ) leben, wie die16 Thiere des Gonium, und aus welcher sie auch nur mit dem Rüssel hervorragen. DasInnere dieser Blasen zeigt sich durch das Zusammenfallen beim Platzen als leer, odernur mit Wasser .erfüllt und die inneren, sichtbaren, grofsen, grünen Kugeln sind dasProdukt einer der Fortpflanzungsarten einzelner dieser kleinen Thiere. Sie sind nichteinzelne Junge, sondern schon grofse, durch Selbsttheilung einzelner der peripherischenkleinen Monaden entstandene Haufen. Die umhüllende und verbindende Gallerte, die-ser Panzer, welche bei Volvox eine hohle Kugel darstellt, bildet bei Ophrydia einenunförmlichen Klumpen und bei Gonium eine flache Haut. Wenn die graue Färbungbei den kleinen Monaden sich, wie es wahrscheinlich ist, ebenso verhält, wie bei dengrünen Trompelenthierchen, Börsenthierchen, Trichterthierchen, grünen Torticellenu. s. w., so gehört sie dem Eierstocke an, die einzelnen Eierchen sind aber ihrer Klein-heit wegen unsichtbar. Aufser dieser wahrscheinlichen und auch vielleicht ge-schlechtlichen, bis jetzt aber nur hypothetischen Forlpflanzungsfähigkeit sind noch 2andere Fortpflanzungsarten direct zu erweisen. Einmal werden gewisse Thierchen anbestimmten Stellen einer rasch wiederholten spontanen Theilung fähig, welche sogleichdem inneren Raume der Kugel zu gerichtete besondre Haufen, die bekannten je 8, 16u. s. w. inneren fest angehefteten Kugeln bilden, die vielleicht nur den einfachen Rüsseldes kleinen peripherischen Mutterthiers als Ernährungsorgan nach Aufsen besitzen, aberdurch die Stolonen von den übrigen mit ernährt werden. Eine dritte Fortpflanzungs-weise ist beim Platzen und Zerfallen der grofsen Kugeln deutlich, indem dann die Ver-bindungsfaden (Stolonen) der einzelnen Thierchen sich trennen und diese letztem all-mälig aus der gemeinschaftlichen Hülle sich entfernen, welche zuletzt alle grünen Punkteverliert, wie diefs aus Fig. b deutlich wird. Da jeder einzelne Punkt forlwirbelt, wennauch die Kugel sich auflöst, so scheinen diese Thierchen dabei nicht zu leiden, sondernSelbstständigkeit zu erlangen und es könnte nicht wunderbar erscheinen, wenn spätereBeobachter die Heranbildung des Volvox aus kleinen grünen Monaden beweisen, auf de-ren Existenz uns 2 Resultate der bisherigen Forschung gleichzeitig aufmerksam machten.

Dafs die gemeinsame Wirbelthätigkeit sämtlicher Rüssel der kleinen Monadeneines Kugelthieres eine constante Strömung und Bewegung der Kugel nach einer undderselben Richtung hervorbringt, ist eine interessante, aber keine alleinstehende Er-scheinung. Die Thätigkeit der Schaafheerden und Vogelzüge fängt den Kreis dieserErscheinungen an, der sich in mehr oder weniger freien Verbindungen, und dadurchmodificirt, durch Processionsraupen, Salpen und Polypen bis zu den Monaden fortsetzt.Durch Färbung wenig Wassers mit Indigo kann man sich von dem Factum der bestimm-ten Strömung leicht überzeugen, welches ohne dieses völlig unsichtbar bleibt.

Bei Fig. a bezeichnet «. das Vorn, a das Hinten der Kugel bei der Bewegung.Die eben ausgetretenen Kugeln bb schwellen sehr bald zur Form d an, was ein Aufsau-gen von Wasser durch die verbindende Gallerte verräth.

A a