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Die Feuermeteore : insbesondere die Meteoriten historisch und naturwissenschaftlich betrachtet / von Otto Buchner
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Neuere Meteorsteine.

Ueber den Meteoriten, der am 30. Nov. 1850 beim DorfeSulker bei Bissempore, Indien , niederfiel, vier Fuß tief wden Boden schlug und 2Vr bis 3Vs Fuß im Umfang hatte, wur-den keine wissenschaftlichen Notizen bekannt; er befindet sich jetztin der Sammlung der asiatischen Gesellschaft in London .

Am 17. April 1851, um 8 Uhr Abends, bemerkte man zuGütersloh in Westphalen eine sehr helle Feuerkugel, scheinbarvon Mondgröße, die einen langen Schweif hinter sich zog;einer Höhe von 45" zerstob sie in viele kleine leuchtende Funken.Fast zwei Minuten darauf wurde ein Geräusch wie ferner dum-pfer Kanonendonner gehört, das 8 bis 10 Secunden anhielt, undetwa 10 Minuten nach dem Verschwinden des Meteors einbrausendes Getöse, worauf ein Stein niederfiel, der aber erstTags darauf l Vs Fuß tief aufgefunden wurde. Er hatte die Ge-stalt einer etwas schiefen, abgestumpften, vierseitigen Pyranndund wog I Pfund 26 Loth; er war ein Stück einer größerenMasse; ein anderes Stück von ^ Pfund wurde erst später ge-funden , war aber durch die Oxydation des Eisens, das in derlichtgrauweißen Grundmasse theils in sehr feinen Theilchen, theilsin stecknadelkopfgroßen Körnchen eingesprengt ist, schon sehr ver-ändert.

Am 4. Sept. 1852 bemerkte man zu Mezö-Madarasin Siebenbürgen am Himmel einen blitzartigen Streif, her»"'gebracht durch eine Feuerkugel, die unter starkem Getöse platztund lange nach dem Donner über einen großen elliptischen Rvim>von i Vs Meilen Länge und Vs Meile Breite zahlreiche kleinesund größere Steine ausstreute, von welchen der größte fast ^Pfund wog. Die gesammelten Steine waren noch nichtViertel der über centnerschweren Masse; die größten Bruchst"sollen in den See Jstentü gefallen sein, wo sie nachrung eines Augenzeugen das Wasser aus den Ufern trieben- ^ ^

Steine hatten eine unebene bruchartige Oberfläche nrit nim ^

ligen Vertiefungen, waren knollig, rund, flach, mit stumpfKanten, und hatten eine schwarze, geschmolzene Rinde über^^trachytischen oder mandelsteinartigen Grundmasse von 8'