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Die Feuermeteore : insbesondere die Meteoriten historisch und naturwissenschaftlich betrachtet / von Otto Buchner
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Neuere Meteorsteine.

18,26 magnetischen Bestandtheilen,

81,74 nicht magnetischen Bestandtheilen,und nach der genaueren Analyse bestehen letztere aus Olivin,Oligoklas und Augit.

Der Meteorit von Schie, Amt Ackerhuß in Norwegen ,war aufs Eis gefallen, und konnte man an den eingeschmolze-nen Vertiefungen sehen, daß er nach dem Fall darauf fortgehüpftwar. Er wog 850 Gramm und hatte die Größe eines kleinen'Kinderkopfs; aus der Oberfläche waren warzenförmige Erhö-hungen, die anuehmen lassen, es sei von der Rinde abgetropft pdie Hauptmasse selbst war jedoch nicht geschmolzen und bestandaus Olivin und anderen Silikaten; der magnetische Theil be-stand aus Nickel- und Schwefeleisen und Spuren von Kobalt,Kupfer und Zinn. j

Am 5. Sept. 1854 vernahm man zu Linum bei Fehrbellin ein knarrendes Geräusch, das in 2 Minuten zu einem Geheulund Gebrüll von erschrecklicher Stärke sich steigerte und plötzlichendete. Dabei fiel bei Torfgräbern ein Stein, eine schießdreiseitige Pyramide von 3 Pfund 22 Loth nieder, der in seinemAussehen große Ähnlichkeit mit dem von Mauerkirchen undGütersloh zeigte.

Auf Oesel fielen am II. Mai 1855 unter einem Donner,der auf acht Quadratmeilen hörbar war, mehrere größere undkleinere Steine, die zusammen etwa 57 Pfund wiegen mochten;doch wurden nur 12 Pfund gefunden. Die Analyse ergabNickel- und Schwefeleisen, Chrom- und Phosphoreisen, Olivin,Labrador und Hornblende.

Der erste bekannte Meteorit in Belgien fiel am 7. Juni1855 auf einer Ebene bei St. Denis-Westrem bei Gent ,30 Schritte von zwei Feldarbeitern ohne Lichterscheinung undDetonation; nur ein Geprassel wie von Wagen wurde gehört.Der Stein wog über 700 Gramm, hatte eine unregelmäßige, ab-geplattete, an den Kanten abgerundete Form, war innen weiß-grau, sehr porös, körnig und zerreiblich und enthielt Metallkörn-chen eingeschlossen.