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Ueber Eis und Schnee : die höchsten Gipfel der Schweiz und die Geschichte ihrer Besteigung / G. Studer
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delwald ab; nahmen ihr erstes Nachtquartier in derEigerhöhle, ihr zweites auf einem Felsen am Fuss derJungfrau; am 11. August des Vormittags 10 Uhr er-reichten sie den Gipfel, der wie eine Dachfirst gestaltetwar, nachdem man viele Tritte hatte hauen müssen.Entschlossen, wenn thunlich, am gleichen Tage nochGrindelwald zu erreichen, eilte man so schnell als mög-lich wieder hinunter und um halb 2 Uhr Morgens langteman in Grindelwald an.

Bei der Besteigung, welche Hr. Fr. Thioly in Genf in Begleit der Führer A. Walters und J. Minig am20. Juli 1862 von ihrem Nachtlager am Faulberg ausunternahm, fehlte es an einer Leiter, um die Bergschründezu passiren, die den Weg zum Roth thalsattel hinauf ge-fährden. Da versuchte Hr. Thioly an der steilen Wanddirekt gegen den Jungfraugipfel emporzukiettern, ohneden Roththalgrat zu berühren. Es mussten zu dem Ende121300 Stufen in das Eis gehauen werden und HerrThioly schätzt die Steigung der ersten Wand auf 7080°. Es war schon 7 Uhr Morgens, als sie diesen Wegeinschlugen, obschon sie schon um 2 Uhr das Nachtlageram Faulberg verlassen hatten. Nicht ohne Gefahr undunter vielen Schwierigkeiten erreichten sie um 2 UhrNachmittags die Spitze. Der Aufenthalt dauerte kaumeine Viertelstunde, als der Rückweg wieder angetretenwurde, obschon man sich einer vollkommen wolkenlosenAussicht erfreute. In der Nähe des Märjelensees amBord des Gletschers wurde ein Theil der Nacht unterfreiem Himmel zugebracht, dann wurde wieder aufge-brochen und um 4 Uhr Morgens langte man im Eggisch-hornhotel an.