Buch 
Ueber Eis und Schnee : die höchsten Gipfel der Schweiz und die Geschichte ihrer Besteigung / G. Studer
Entstehung
Seite
147
JPEG-Download
 

147

die Besteigung des Mönchs von dieser Seite keine grossenHindernisse darbieten dürfte, gibt aber den sehr zweck-mässigen Rath, dieselbe vom Faulberg aus zu unter-nehmen, oder in den Felsen des Trugberges zu bivoua-kiren.

Einen günstigeren Erfolg hatte die Expedition desHerrn M. S. Macdonald, welcher am 29. Juli 1863 dieSpitze des Mönchs glücklich erreichte. Nachdem er mitseinen Führern Melchior Anderegg und Christian Almer bei einer herrlichen Mondnacht ein Bivouac am Faulbergdurchgemacht hatte, reisten sie um 1 Uhr Morgens vonda weg. Ihr nächstes Ziel war das Jungfraujoch. Siebeabsichtigten, den Mönch von der Südwestseite her zubesteigen; hoffend, wenn dieser Versuch nicht gelingensollte, sich leicht gegen den südöstlichen Grat hinwendenzu können. Um 5 Uhr 30 Min. befanden sie sich auf derEinsattlung zwischen Mönch und Jungfrau und blicktenhinaus nach den nördlichen Ebenen der Schweiz und nachder Wengernalp zu ihren Füssen . Dicht zu ihrer Linkenwar die Stelle, die mit dem Namen Jungfraujoch belegtwird. Es war ein frostiger Morgen. Der Nordwestwindblies unfreundlich und kalt und gab einen Vorgeschmackvon dem, was man weiter oben zu erwarten hatte.

Hier wurde Rath gehalten, in welcher Richtung manden Mönch angreifen wolle. Almer schlug die West-seite vor, weil auf dem Wege, den er mit Herrn Porgesgemacht, die Felsen entsetzlich steil seien. Er hatte auchdie Herren George nnd Moore auf einem Versuch, denMönch von der Wengernalp aus zu besteigen, begleitet,der indessen besonderer Umstände wegen fehlgeschlagenhatte und wünschte nun, den Mönch auf einem andern,als den bisher eingeschlagenen Wegen zu bezwingen. Mel-