172 Verſuche
und beſondere Zufaͤlle koͤnnen einen gar merkli-chen Unterſcheid in der Waͤrme des thieriſchenKoͤrpers verurſachen, ſo, daß dieſelbe entwedermerklich zu oder abnimt, als ſie ſonſt natuͤrli-cher Weiſe zu ſeyn pflegt. Ich habe uͤbrigensnicht Gelegenheit genug gehabt, daß ich Ver-ſuche anſtellen, und wegen der Waͤrme derThiere etwas gewiſſes haͤtte beſtimmen und feſtſetzen konnen, in Betracht ihres unnatuͤrlichenZuſtandes nehmlich, oder wenn ſie krank ſind;ich glaube aber, daß dieſe Hitze in dem Fiebereben nicht ſo ſtark ſey, als man es gemeiniglichglaubt.
§. Fr. Alle Arzeneygelehrten ſtimmenübrigens damit einhellig uͤberein, daß mit demFieber ein ausnehmend ſtarker Grad der Hitzeverbunden ſey(a): und man erzehlet uns vondem Kayſer Conſtantius, und einigen andern,ſie waͤren von einem ſo hitzigen Temperamentegeweſen, daß ſie, wehrend der Hitze des Fie-bers, denen die Haͤnde verbrannt, die ſie an-geruͤhret haͤtten; niemand aber war damals imStande, den Grad dieſer Hitze ſo zu meſſen,daß er uns einen deutlichen Begriff davon haͤt-te machen koͤnnen; ſondern es war dieſes einUnternehmen, deſſen gluͤcklicher Erfolg unſernZeiten vorbehalten war. Der ſcharffinnige Ha-les(b) giebt vor, daß die Waͤrme des Blu-tes
(a) S. Baco, Nov. Org. II. 13. p. 192.(b) Veg. Stat. p. 60.