Buch 
Vollständige Anweisung zu der Verfertigung der Wettergläser, deren vielfältigem Gebrauche in physischen Versuchen, genauen Vergleichung mit einander, und einer Geschichte, dieser vorzüglichen Entdeckung. Nach dem englischen Originale des Herrn G. Martin, und der vermehrten französischen Ausgabe übersetzt
Seite
204
JPEG-Download
 

204 Verſuche

Hitze des gluͤenden Eiſens anders hat anwendenkoͤnnen, als daß er ſich eingebildet und vorausgeſetzt, das Leinoͤl koͤnne ſich ſo lange beſtaͤndiggleichfoͤrmig ausdehnen, als man es verlangte,ohne zu kochen; und daß daher die Hitze einesgluͤenden Eiſens das Leinoͤl ohngefaͤhr auf den1 5oſten oder z0o0ſten Grad, das iſt, um dreyoder viermal ſo ſtark, wuͤrde, als es die Hitzedes ſiedenden Waſſers ausdehnete.

Es iſt zwar wahr, daß der Herr New-ton dieſes nicht hoͤher als fuͤr eine bloſſe Muth-maaſſung ausgegeben hat; weil er aber die Sa-che ſchon in die erſte Ausgabe feines Bucheseingeruͤcket, ſo hat man ſie auch in den beydenfolgenden ſtehen gelaſſen; ob er gleich laͤngſtvorher angezeigt hatte, daß er ganz neue Ver-ſuche und eine neue ſinnreiche Methode bekanntmachen wuͤrde, vermoͤge welcher er gefundenhaͤtte, daß die Hitze eines gluͤenden Eiſens umſehr viel ſtaͤrker ſey, als er es anfaͤnglich ge-glaubt habe. Seine Unterſuchungen hattenaber, wie es denn mit den erſten Verſuchen nie-mals anders zu gehen pflegt, nicht diejenigeVollkommenheit, als ſie haͤtten haben koͤnnen;weil es aber die Sache verdiente, daß ſie ge-nauer eingeſehen wurde; ſo hatte ihm auch ſeingroſſes Genie die gemachten Fehler gar baldſelbſt entdecket. Er wiederholete alſo ſeine Ver-ſuche mit mehrerer Sorgfalt und Genauigkeit,

und uͤbergab im Jahr 1701 das, was er erfun-den