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4 (1888) Lehrbuch der Stubenvogelpflege, -abrichtung und -zucht / von Karl Russ
Entstehung
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nur in Sämereien und zwar meistens Sencgalhirsc bestehend, wird von vorndurch das Gitter auf den Boden geschüttet, und die Trinkgcfäße, welche mankaum einmal herausnimmt und säubert, werden vermittelst einer Gießkanne mitlanger spitzer Tülle gefüllt. Sie sind viereckige lange Kasten von Blech, an der

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Dbcrseitc mit runden Ausschnitten, durch welche die Bögel die Köpfe hinciustcckcuund trinken können. Erst in neuester Zeit haben manche Großhändler, sonamentlich Fräulein Christiane Hagenbeck in Hamburg, begonnen, ihren Auf-käufern oder Vogelfängern besondere Käfige für die Ucberfuhr mitzugeben. Diesesind so eingerichtet, daß sie zerlegt und aufgestellt werden können, damit sie beider Hinreise möglichst wenig Raum einnehmen, bei der Rückfahrt aber Behälterbilden, in denen die Bögel gut geschützt sind und sich wohl fühlen können. Ichwerde die Beschreibung und Abbildung eines solchen weiterhin in dem Abschnittüber Versendung der Böget bringen.

Empfang und Eingewöhnung

Dft genug bestehen die nach Europa gelangenden Transporte fremdländischerBöge! der mannigfaltigsten Arten zu viel überwiegender Anzahl in Jungen, welchenoch keineswegs völlig ausgefärbt sind. Dies ist ja auch erklärlich, denn wennman auf unseren heimischen Fluren zur Herbstzeit ganze Schwärme der umher-schweifenden verschiedenartigen Finken oder anderen Böge! einsangen wollte, sowürde man unter ihnen ebenfalls überaus viele diesjährige Junge vor sich haben.Erwägt man, daß die gefiederten Reisenden nicht allein mit den Einflüssen derwechselnden Witterung, sondern auch namentlich mit denen der geschilderten unheil-vollen Vernachlässigung und unvernünftigen Behandlung schwer zu kämpfen habe»und daß sie sich dann an das rauhere Klima gewöhnen müssen, so staunen wir billigdarüber, wie diese zarte» Geschöpfe alle solche Beschwerden nur überhaupt ertragenund überdauern können. Dennoch langen die beiwcitcm meisten, wie schon vorhin