Tie Heizung;-, Beleuchtung;- und Lüstungsvorrichtungcn.
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bewirken, wie schon gesagt, reichlich in die Bogelstnbe gebrachte nnd gut gepflegtelebende Gewächse eine Verbesserung der Luft, auch mildern sie durch Verdunstungdes überflüssigen Wassers in wohlthätiger Weise die sonst wol eintretende zugroße Lufttrockenheit. Leichter als die Vernichtung ist jedoch immer die Ent-fernung schädlicher Lnftbestandtheile, und daher ist eben die Lüftung als das besteDesinfizirungsmittcl, bzl. als unentbehrlich für das Wohlsein und Wohlergehender Vögel anzusehen.
Die Ernährung der Vögel.
Der erste Grundsatz ersprießlicher Vogelpsiege überhaupt hat sich noth-wendigerweise auf die Anschauung zu stützen, daß der Vogel sich um so wohlerfühlt und desto besseres Gedeihen zeigt, je mehr das gereichte Futter mit seinerErnährung in der Freiheit übereinstimmt; sachverständige Vogclfüttcrungkann daher immer nur auf der Kenntniß des Freilebend, bzl. der Ge-wohnheiten und Bedürfnisse der Vögel, begründet sein. Die nächsteAnforderung, welche das Wohlbefinden eines gefiederten Gastes an den Pflegerstellt, ist sodann die einer nicht minder gründlichen Kenntniß aller Futterstoffe,welche inbctrachl kommen; auch hier gibt es eine reiche Fülle des Wissenswerthcn,und die Kenntniß der Futtermittel in ihrer guten nnd schlechten Beschaffenheit,ist fast wichtiger als die der Vögel selber. Nächstdem soll der sorgsame Vogel-wirth, selbst ein alter, erfahrener, bei jedem Vogel, den er anschafft, sich zu aller-erst nach der bisherigen Fütterung erkundigen. Ganz ebenso wie bei den Menschenist bei dem Gefieder die Gewohnheit von großer Bedeutung, denn die thierischeNatur kann gleich der menschlichen mancherlei Dinge sich zu eigen machen, welche,unvermittelt genossen, ihr entschieden schädlich werden müßten, die ihr dann aber,plötzlich entzogen, ebenfalls unheilvoll würden; allmälige Gewöhnung istwohlthätig, plötzlicher Uebergang verderblich.
Bekanntlich scheidet man die Vögel ihrer 'Nahrung entsprechend zunächst inzwei große Gruppen: Körncrfrcsscr «Samen- oder Hartfutterfrcsser) undRerbthicrfrcsser (Insekten- oder Weichfntterfresser, auch Wurmvögcl oderBcrenfresser genannt), doch ist diese Einthcilung durchaus keine stichhaltige, denndie meisten samenfressenden Vögel verzehren, wenigstens während der Brutzeit,auch mit großem Eifer Kerbthiere in allen Verwandlnngsstufcn u. a. m., unddieselben dürfen für sie sogar größtcnthcils als unentbehrlich gelten; ganz ebensofressen im Gegensatz dazu viele Wurmvögel Bereu, allerlei andere Früchte undselbst Sämereien. Hieraus erhellt, daß es immer gewissenhafter Aufmerk-samkeit bedarf, um allen verschiedenen Vögeln stets das zuzuwenden, was ihnen