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Neue und gründliche Anweisung, wie nach einer universalen Methode grosse Sonnen-Uhren ... so wohl aus einem arithmetischen Fundament auf verschiedene Arth accurat zu beschreiben, als auch gantz geometrisch, nach der sphaerischen Geometrie richtig zu verzeichnen ... / Johann Gabriel Doppelmayr ...
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154 Gründliche Anweisung nach einer universalen käetsiode

zwischen zweyen Zenitken, nemlich dem Nürnbergischen undcapischen/ da jene denBogen der Redination oder indination der Flachen darstellet/ man hat aber hie»bey nichts weiters zu thun / als daß man den Bogen 8 D durch dessen Chordam auSder dazu bestimmten 8caia nach dem i. Satz des l. Num. der viii. Aufgab / und dieDistanz z i nach dem 2. Satz des I. Num. der VH. Aufgab dererrnimre / so wirdman vor jenem 7. Grad 32. Minuten/vor diese 84. Grad 6. Minuten/ und also vordas gesuchte Lomplemenr i D z.Grad 54. Minuten überkommen / daß sich demnachdie correlpondirende Flache überdem Nürnbergischen Horizont»als eine von Mit-tag gegen Morgen um 7. Grad 32, Minuten abweichende/ und zugleich als eine vondem ZenirK gegen Mitternacht zu um 5. Grad 54. Minuten recimirende/wieinderxxii.Aufgab des ersten Theils/ befinden müsse.

I I. Aus diesem Fundament kan man auch gegenwärtige Aufgab durch denCal-cuium, und zwar auf eine andere Arth/ als in erst besagter Aufgab beschehen/vorstellig machen / indeme man den nach der vorhergehenden Operation beschriebe-nen Triangul zu Hülffe nimmt/ in solchem sind gegeben (i.) das Complement derPolus-Höhe / als die Seiten P zvon 40. Grad 32. Minuten / (2.) die Seiten PI dieDi stan2 des Parallel! von dem zu Nürnberg sichlbahren Polo/welche man leicht hat/so man nur P K von 90. Graden zu K i der capischen Latitudine von 34, Gradiz.Min. Lddiret/ sowirddteDistanz 124. Grad 15. Minuten geben / und (3.) derWinckel Z p I von 9. Grad 41 . Minuten die Differentia Longitudinis zwischenNürnberg und dem Oap. Aus diesen Datis werden nun hervorgesuchet (i.) dieSeite ZI, dessen Complement I D die verlangte Redination ist / und (2.) derWinckel p Z I dessen complement mif 180./ den Winckel 8 ZD, die verlangte Dc-cünation giebet.

1. Um die Seite ZI zu finden / muß man erstlich / wie bekandt / den schrägenTriangul Z P i in 2. geradwincklichte Triangul resoiviren/ indeme man / wie ausZ auf die Seite P i die Per pendicular. Seite z R falle / concipiret / wobey mandann R1 zu erst suchet/ und also den Schluß machet: Gleichwie sich der Sinus to-tus des Winckels z Rp von 90. Graden verhalt gegen dem Tangenten Zp, demComplememento fcct Nürnbergischen Latitudinis von 40. Grad 32. Minuten /so verhält sich der8lnus des Complementi auf die Disterentiam Dongitudinirp Z R 80. Grad 5 5L Minuten gegen dem Tangenten der Seiten p R 40. Grad11. Minuten / welche von der Seiten ? i ( die aus P K von 90. Graden/und ausK 1 von 34. Grad 15. Minuten bestehet/) als von 124. Grad 15. Minuten ab-gezogen / die Seite R1 von 84. Grad 4. Minuten übrig lasset / alsdann machtman vor die verlangte Seite I D folgenden Schluß: Gleichwie sich der 8inus Com-plementi auf die Seite p R 49. Grad 49. Minuten verhalt gegen dem 8inu desComplementi auf die Seite p z, 49. Grad 28. Minuten/ so verhält sich der Si-nus des Complementi auf die Seite R 1 , 5. Grad 56. Minuten gegen dem Sinudes Complementi auf die Seite ZI, nemlich gegen der Seiten I D, die allhier vordie verlangte Redination der correspondirenden Flächen über dem Nürnbergi-schen Horizont 5. Grad 54. Minuten giebet.

2. Vor den Winckel P Z i* dessen Compiement auf 180. Grad den Winckel8 Z D als die verlangte Declination darleget/ Porrniret man folgende Analogie:Gleichwie sich der 8inu8 ZI des Complementi auf die gefundene Redination84. Grad 6. Minuten verhalt gegen dem 8inu der Differential Longitudini*Z P19. Grad 41* Minuten / so verhält sich der 8inv8 des Complementi auf dieSeite P i ( nemlich von 124. Grad 15. Minuten / bis 180. Grad / als 55.Grad 45. Minuten gegen dem Sinu des Complementi auf den Winckel P^I. alsdem verlangten Declination-Winckel 8 z D, der allhier 7. Grad 32. Minüten gie-bet : Wann wir nun diese Producta mit denenjenigen des in. Num. in der XXU.Aufgab des ersten Theils coifferiren / so werden wir finden / daß solche miteinanderaccurat überein treffen / daß demnach beede Methode ihre Richtigkeit haben.

-Die

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