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Neue und gründliche Anweisung, wie nach einer universalen Methode grosse Sonnen-Uhren ... so wohl aus einem arithmetischen Fundament auf verschiedene Arth accurat zu beschreiben, als auch gantz geometrisch, nach der sphaerischen Geometrie richtig zu verzeichnen ... / Johann Gabriel Doppelmayr ...
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187
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______ gcojstSöttttWÄhren sccMtzu beschreibet iK

dem V'ü. Num. gegen dem ^Equatore in Befrachtung gezogen worden / indememan bey den Azimuthis den Abstand derSonmn aufdem Horizont von derriMe-riäiano ab / bey denen /Umucantkarat aber die Höhen der Sonnen über jenemcicrcrminiret / woraus dann zugleich erfolget / daß die Vertical-Circkel gegen demHorizont, wie die Stunden Circkel gegen dem ^Equarore, und die Höhen Circkelwieder gegen den vorigen / wie die Paraiieii des iEquatoris gegen eben dem JEqua-torc eine gleiche Verhältnis haben / das aus der Sphaer-a paraileia gar leicht tc*Met/ als da einige vcrrical- Circkel mit den Stunden - Circkeln/ und verschiedeneHöhen-Circkel mit denen Paralleiis des /Equatoris eins sind / also daß man garwohl die Höhen-Circkel die Parallelos des Horizonts benennen mag.

X. Aus dieser Betrachtung ergiebet sich nun auch / daß man / was die Azi-mutha oder Verricai-Circkel anlanget / solche auf den horizontalen Flächen / wiedie Stunden-Linien auf den ^Equmoöiiai- Flächen / aus dem Fuß des aufrechtenZeigers in gleichen Winckeln / auf den gerad aufrecht stehenden Flachen/ sie mögestentweder gegen die Haupt« Gegenden gewendet seyn / oder davon abweichen / wiegleichsam parallele Stunden-Limen auf denen Polar« und abweichenden Polar Uh-ren / und auf den schrägen Flachen / sie haben gleich eine Abweichung oder nicht/eben diese Linien aus einem gewiesen Lenrro, indeme der renitK-Punct allhier nichtin den Fuß des aufrechten Zeigers/ wie auf der Horizontai-Uhr/ fallen kan / son-dern hinauüwärts fallen muß / das bey den reciimrenden Flächen so weit von demFuß des perpenclicularen Zelgers / um den Tangenten von dem Lompiementc»der Reciination wo der Radius dle Zeiger-Höhe ist/ hinabwärts auf der Mittag-Linie/ bey den inci'mirenden aber um den Tangenten von dem Lompiemento derlnclination hinaufwarts / auf besagter Linie gelanget / in lauter ungleichen Win-ckeln/ wie die Stunden Linien der irregulär« Uhren aus dem Uhr-Ontro darstel-len müsse. Hiebey ist auch zu mercken / daß man auf diesen letztem Flächen auchnoch einen Punct / nemlich den so genannten horizontalen / der fonsten bey denenaufrecht stehenden Flächen in den Fuß des perpendicularen Zeigers fället / von die-sem Fuß an auf der Mittag Linie der Flächen zu determiniren habe/ da man nem-lich bey den reciimrenden den Tangenten ( dessen Radius wieder die aufrechte Zei»gevHöhe ist/) von der Flächen Reciination hinaufwarts/ bey denen inclinirendestaber / hinabwärts setzet / so wird man den verlangten Punct bekommen / durch wel-chen dann eine Horizontal -£ime gezogen werden muß/ so wird solche andeuten/daß der Schatten von des aufrechten Zeigers Spitzen / als die allein die Vorstellun,gen dieses Theils anzuweisen hat/ nicht darüber fallen könne.

XI. Die AimucanrKarat, die nach dem ix. Num. kleine Circkel sind/ habestauch diesfalls mit deneniParaiieiis des ./Equatöris, als kleinen Circkeln / auch eine ge-naue Gleichheit / daß / indeme sich bey jenen auch allerhand Coni umbrosi nach un-terschiedlichen Sonnen Höhen das Jahr hindurch bey dem Schatten der Zeiger-Spi-tzen ereignen / auf denen Uhrflächen / nachdeme sie solche durchschneiden / auch ebendergleichen krumme Linien von conischen Legionen entstehen / dahero man alsdannauch solche so wohl aus einem Arithmetischen Grund / da man hier die Höhen derSonnen relpeLiu der ^zimutKal-Linien/ wie oben nach dem VI. Hum die Höhenderselben relpeLlu der Stunden «Linien/ und nach dern Oomplementis, wie dor-ten auf den Stunden Linien/ hier auf den Azimutkai-Linien viele Punct« voNol-che krumme Linien determiniret / als auch aus einem gantz Geometrischen Funda-ment / indeme man hier die Azimutha, wie oben die Stunden Linien / in einein-.Ionische Figur zu bringen hat / vorstellig machen kan / gleichwie unten das sechsteCapitel alles dieses richtig darthun wird.

XU. Nach diesen Vorstellungen ist noch übrig / daß wir auch noch hier diejenk-ge/ welche die disserente Zehlung der Stunden bey denen Inwohnern der Erdenantrifft / in Betrachtung ziehen. Diese wird bey jenen überhaupts von zweyengrossen als Haupt-CirckelN/ nemlich von dem Meridiano imb von dem Horizontan gerechnet/ entweder in 24. oder in 2. mahl 12.Theilen vorgestellet. Die mein-sten pflegen den Tag von der mitternächtigen Seiten des Meridian! bis zu der mit-tägigen und von dar wieder zur andern in 2. mahl 12 Stunden/ die man die Eu-ropäische benennet/ die Aüronomi aber von dem Mittag an / bis wieder zu den fol-

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