Buch 
Neue und gründliche Anweisung, wie nach einer universalen Methode grosse Sonnen-Uhren ... so wohl aus einem arithmetischen Fundament auf verschiedene Arth accurat zu beschreiben, als auch gantz geometrisch, nach der sphaerischen Geometrie richtig zu verzeichnen ... / Johann Gabriel Doppelmayr ...
Entstehung
Seite
188
JPEG-Download
 

18$ Gründliche AnrveisimA nach einer universalen Methode

ßmdcn Mittag ununterbrochen bis auf 24. zu clererminiren. Von dem Hori*zont an / in deine die Sonne aufgieng / hatten ehedessen die Babylonier ur.o Grie-chen im Gebrauch bis wieder zu dem Aufgang ihren Tag 24. Stunden lang zu zeh-ren/ von eben diesem an/ wann die Sonne im Untergehen ist / werden noch heut zuLag bis wieder zum Untergang des andern Tages bey denen Italiäncrn die Tagebis auf 24. gezehlet. Zu Nürnberg hat die Vorstellung der Stunden nach der sogenannten grossen Uhr bey Tag mit der Babylonischen und bey Nacht mit der Ita-liänischen obschon in etwas / jedoch nicht in allen Stucken / eine Gleichheit / indcmeman nach der Babylonischen Weise die Stunden wohl in gleicher Grösse von dem Auf-gang das gantze Jahr durch fort zehlet/ die man aber zu Nürnberg zuweilen etwaskürtzer/ zuweilen etwas langer nehmen muß / dann so man da den Tag bey zuneh-menden Tag Langen z. E. Xu. Stund lang zu zehlen anfanget / so ist selbiger ersteigentlich nur 115. Stund lang / in welchem Fall dann eine jede Stund/ so dieEin-theilung in xii. Theile seine Richtigkeit haben soll / um 2*. Minuten kürtzer / undindeme man in dem Begriff ist den Tag in xm. Stunden zu theilen/wann der Tageigentlich nur 12*. Stunden lang ist / um 2|. Minuten länger/ und so man den Tagbey den abnehmenden Tag-Langen allda wieder xn. Stund lang anordnet / so istalsdann der Tag noch 12;. Stund lang/ so werden demnach jede Stunden hier imAnfang um 2;. Minuten / am Ende hingegen / da man solche in X l. Theil zu theilenim Begriff ist / um 2*. Minuten kürtzer als eine ordentliche Stund / und so weiter,Eine gleiche Beschaffenheit har es mit dem schlagen bey den Nacht «Stunden / diezuweilen kürtzer/ zuweilen langer dann die ordentliche/ und also auch als die Italiä-nische sind/ dahero solche in Ansehung dessen/ daß sie das gantze Jahr durch gegeneinander zimlich ungleich sind / wie unten das neunte Capitel ein mehrerszeigen wird/ in die Clasle der ungleichen Stunden gar wohl rekeriret mögen wer-den. In diese (- lasse kan man auch die alte oder Jüdische Stunden / die man ins-gemein zwar auch die Plantische / jedoch nicht gar wohl/ benennet/ indeme jene den-Lciuacorem, diese aber vielmehr die Ecliptic zu ihrer Eintheilung erfordern / ab-sonderlich zehlen / dann es war bey den alten Juden und Römern im Gebrauch /daß sie so wohl den Tag als die Nacht / sie mögten nun gleich lang oder kurtz seyn/das gantze Jahr durch in 12. gleiche Theile / da sieden Tag bey Aufgang der Son-nen/ und die Nacht bey derselben Niedergang wie zu Nürnberg / anfiengen/ da dannjederzeit bey ihnen der Mittag um 6. Uhr / und Mitternacht auch um 6. Uhr war/wobey es sich begab/ daß die Tages-Stunden im Sommer länger dann die Nacht-Stunden / und die Tages - Stunden im Winter kürtzer dann die Nacht-Stundenseyn müssren / die doch endlich zu zweyenmahlen in dem Jahr/ wann die Sonne inden L^uarorem gelangte / einander gleich / und mit den ordentlichen Stunden aufeine gar kurtze Zeit in gleicher Grösse waren. Alle diese bishero bemeldte Stundenmuß man / und zwar die Babylonische/ Italiänische und Jüdische / so zum Funda-ment die Parallel! der eigentlichen Tag Längen in gantzcn Stunden auf den Uhrflä-chen vorhero richtig äecermimret worden/ in lauter geraden Linien / durch die gan-tze Uhren / die Nürnbergische aber / bey welchen die Parallel! nicht nach den ange-ordneten Tag-Längen / sondern nach dem Mrcmvmsschen Tag§ Längen ebenfallsaccurat zu beschreiben/ in noch mehrern geraden Linien / die nur von einem Paralle-le zum andem gezogen werden / vorstellig machen l gleichwie unten die vier letztenCapitel solches gar deutlich zeigen werden.