Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dacien

Dacier (Anna le Fevre)

lung von Gelegenheitsgedichten auf das brandenburg . Haus (Königsb. 1696, 4.).D.'s weltliche Lieder sind leichter und inniger Natur, oft bis zum Kindischen naivund treuherzig, und in seinen geistlichen Gesängen, deren sich Mehre in unsernGesangbüchern erhalten haben, waltet eine stille, tiefgefühlte Andacht, ohne feu-rige Erhebung. Eine Auswahl aus D.'s und seiner beiden Freunde Gedichten lie-fert der 5.Bd. von Wilh. Müller's „Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrh."Vgl. „Simon Dach und seine Freunde als Kirchenliederdichter", von A. Gebauer (Tübing. 1828).

Dacien, ehemals, nach Ptolemäus , das heutige Banat, ein Theil vonNiederungarn, gegen Abend zu, bis an die karpathischen Gebirge, Siebenbürgen ,die Moldau, Walachei und Bessarabien; Einige rechnen auch noch Bulgarien undSerbien mit Bosnien , oder das ehemalige Ober- und Untermvsien dazu. DieBewohner dieses Landes, Daci, auch Davi, hatten sich lange Zeit den Römernfurchtbar gemacht. Als Trajan im Anfange des 2. Jahrh. Dacien erobert hatte,theilte er es invaoi» Ilip»,,» oderllipensis, das heutige Banat und einen TheilUngarns, weil es von der Theiß gegen Abend und von der Donau gegen Morgenumgrenzt wurde; v»e>» mecliteriaye», Siebenbürgen , weil es in der Mitte derbeiden andern lag, und l)»ci» transalpin», die Walachei, Moldau und/Bessara-bien, oder das jenseits der Karpathen, von Siebenbürgen aus gerechnet, gelegeneDacien. Jede dieser 3 Provinzen ließ er durch einen Prüfect regieren, legte indenselben Pflanzstätte an und schickte aus andern Ländern des römischen ReichsColonisten dahin, um den Städten Einwohner und dem Ackerbau arbeitendeHände zu verschaffen. Als Konstantin der Große das römische Reich neu ein-theilte, wurde Dacien eine Diöcese der illyrischen Präfectur, und in 5 Provin-zen oder Distrikte abgetheilt. Mit dem Verfall des römischen Kaiserkhumsward es nach und stach von den Gothen, Hunnen, Gepiden und Avaren er-obert. Von dieser Zeit an gehören die fernern Schicksale Daciens, dessenName auch aufhörte, in die besondere Geschichte der Provinzen, aus welchenes ehemals bestand.

D a c i„e r (Andre), geb. zu Castres in Oberlanguedoc den 6. April 1851,von protest. Altern, studirte zu Saumur unter dem protest. berühmten TanneguyLe Fevre , dessen Tochter Anna mit Eifer und Geschmack die alten Sprachen trieb.Nach dessen Tode, 1672, ging er nach Paris . Der Herzog von Montanster, demseine Gelehrsamkeit bekannt wurde, ertheilte ihm den Auftrag, den PompejugFestus zum Gebrauch des Dauphins (in usum velpbini) zu erläutern. GleicheNeigung zu den Wissenschaften knüpfte zwischen ihm und Anna Le Fevre 1683das Band der Ehe,, und 2 Jahre darauf gingen Beide zur kathol. Religion über.Sie erhielten vom König ansehnliche Pensionen. 1695 ward D. Mitglied derAkademie der Inschriften und der sranz. Akademie. Letztere erwählte ihn in derFolge zu ihrem beständigen Secretair. Auch ward ihm die Aufsicht über das Ca-binet im Louvre anvertraut. Er starb 1722. D. hat viele mittelmäßige Über-setzungen griech. und lat. Schriftsteller geliefert. Außer der Ausg. des PompejusFestuS und der „Oeuvres <1'1Ior:,o0 eir Oatiii et eu b'r»iie»is", nebst den „biou-voaux eewireissemeus sur les Oeuvres cl'Uornee" und der „ö^ouvelle tra-cluotion cl'llor»ee" mit krit. Anmerk., sind bekannt: seine AnSg. des ValeriusFlaccuS ; seine Übersetz, des Marc Antonin, desEpiktet, der Poetik des Aristotelesinit Anmerk., der Lebensbeschreibungen.des Plutarch , des Sophokleischen Ödi-pus und der Elektra, der Werke des HippokrateS, und mehrer Dialogen desPlaton.

Dacier (Anna le Fevre'!, Gattin des Vorhergehenden, geb. 1651 zuSaumur , begab sich nach dem Tode ihres gelehrten Vaters, der sie unterrichtetund ihr Talent gebildet hatte, nach Paris , wo ihre Gelehrsamkeit durch eine AuSg.