Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dädalus

des Kallimachus (1675), welche sie dem HuetiuS, damaligem Unterhofmeister desDauphins, zueignete, so bekannt wurde, daß ihr der Herzog von Mentorisier dieDearbcitung mehrer AuSg. der alten Schriftsteller zum Gebrauche des Dauphinsauftrug. Zuerst bearbeitete sie den FloruS (s. d.). Auch nach ihrer Verbeira-thung sitzte sie ihre gelehrten Arbeiten fort. Besonders machte ihre schwache Über-setzung des Homer Aufsehen und gab Veranlassung zu einen. Streite zwischen ihrund la Motte, in welchem sich zeigte, daß Madame D. noch weit weniger Logikverstand, als la Motte die griechische Sprache. Zn ihren „silemrideiationn surle« cle I» oorruplioi, <Iu goüt" vertheidigte sie den Homer mit dem

Scharfsinne eines gründlichen Commentators, la Motte aber antwortete ihr mitden Waffen des Witzes und der Sanftmuth; weshalb man damals sagte: laMotte habe wie eine geistreiche Frau, Madame D. hingegen wie ein gelehrter' Mann geschrieben. La Motte sandte sie der Königin Christine zu. Diese war es,welche sie auch zum Übertritt zur kathol. Religion veranlaßte. Ebenso wenig schontesie in ihrem „llomere däl>i,du" den Pater Hardoin, der eine spöttelnde Lobrededieses Dichters geschrieben hatte; man sagte, sie habe gegen den Verächter Homer'S mehr Beleidigungen auSgestoßen, als dieser selbst allen seinen Helden in den Mundgelegt. Ferner nennen wir ihre Übersetzung des Tcrenz, zu welcher sich die franz.Sprache schon mehr eignet, und dreier Stücke des PlautuS, in deren Vorrede siemit Einsicht von dem Ursprünge, der Ausbildung und den Veränderungen derdramatischen Poesie redet. Als die erste Übersetzung des komischen Dichters derGrieche» verdient ihre „'I'i.adiiction cl» I'Iutus et de.<i d>uäcn dUgtozduine"billige Nachsicht. Zhre „'I'r.iduuiion d',1„!>cräv» kt de 8-,pjd>„", mir welchereine Vertheidigung der Leßtcrn verbunden ist, machte zu ihrer Zeit Glück. Sieschrieb auch Anmerk. über die heil. Schrift, welche sie aber nicht herausgab. ZhrLeben war ganz den Wissenschaften und ihrem häuslichen Wirkungskreise gewid-met, und endete 1720. Gleich achtungswerih durch ihren Charakter und durchihre Talente, gewann sie ebenso viel Bewunderer durch ihre Tugend, ihreStand-haftigkeit und ihren Gleichmuth, als durch ihre Schriften. Sie wurde MitgliedMehrer Akademien. — Datier (Ben. Joseph , geb. 1742, gest. 182.., be-ständiger Secretair der franz. Akademie der Zuschriften seit 1782, schrieb dieGeschichte derselben, mehre Ülogcs du» ^cadändcicis, und gab ihre äläriioircsheraus.

Dädalus (Daidalos), Dädalien (Daidalien, Dädali), ganz geglie-derte Figuren oder Bilder, die mit den Füßen in fortschreitender Bewegung sind.Woher sie diese Benennung haben, darüber ist nian nicht einig. Winckelmann ,dem Paläphatus und Diodor folgend, sagt: „Dädalus sing an, die untere Hälfteder Hermen in Gestalt der Beine völlig von einander zu sondern, und von ihmsollen die ersten Statuen den Namen Dädali bekommen haben". Auch ist die ge-wöhnliche Meinung, daß Dädalus zuerst an den Statuen die Schenkelbeine fort-schreitend und abgesondert gestellt habe (woraus sich die Sage erklärt, seineStatuen hätten sich bewegt), da alle frühern Bildhauer die Bildsäulen mit nie-. derhängcnden, von den Seiten und in der Mitte nicht abgetheilten Armen und. Füßen gebildet hatten, wie die mumienartigen Statuen der Ägypter. Nach' Pausanias erhielt Dädalus seinen Namen von jenen Statuen (der Name dieserkäme dann von d. h. künstlich ausarbeiten). Böttiger (in s. „Vor-

! lesungen über die Archäologie", Dresden 1806) vermuthet, daßDädalus nicht ein^ Eigenname, sondern ein Gemeinname aller ersten Architekten, Metallurgen undBildschnitzer in der griechischen Vorwelt sei, also überhaupt einen Kniisimcnschcnbezeichne, sowie dädaliscb, das Kunstreiche, Künstliche. Zede Kunst pflanztsich im Anbeginn nur im Familienkreise fort, und die Schüler werden ebenfallsSöhne genannt. So kennen die Alten eine Künstlerfamilie (Kunstschule) des

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