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Dritter Band. D bis E.
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Dänische Sprache, Literatur und Kunst

welche von Volksliedern, deren die Dänen sehr viele haben, und geistlichen Gesän-ge» ausging (Pel. Lale bearbeitete dänische Sprüchwörter rhythmisch, und Jak.Thomaus veranstaltete die vollständigste Sammlung geistlicher Lieder), fängt mitAndr. Chr. Arreboe (starb 1631) an. Sein Hexacmeron ist äußerst schwerfällig.Andr. Bording (st. 1611) hatte sich nach Opitz gebildet. Er und semeNachfolgerJens LLteno Sehestedt (st. 1698), Paul Pettersen, der patriotische VolkssmgerWilh. Helt (um 1103), Nik. Kingo (starb als Bischof 1103), der die Thaten derdänischen Könige in eineni heroischen Gedichte besang, und Georg Lorterap (st.1122) ermangelten jedoch der poetischen Selbständigkeit. Erst gegen die Mittedes 18. Jahrh, brach eine bessere Zeit mit dem für sein Vaterland begeistertenLudw. Holberg , eigentlich einem Norweger, an. Besonders verdient er hierals origineller komischer und satyrischer Dichter der Erwähnung. Mehr über seineWerke s. Holberg. Die 1158 gestiftete Gesellschaft zur Beförderung der schönenWissenschaften, und des Geschmacks brachte die Arbeiten talentvoller Männer, unterdenen sich der originelle und gefühlvolle Ch. B. Tullin (st. 1165) am vortheilhaf-testen auszeichnet, in Umlauf. Nun begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh,ein regsames literarisches Streben, und viele achtungswerthe Dichter, worunterviele Norweger, versuchten sich glücklich in den verschiedenste» Fächern. Dochfindet man bis auf die neuesten Zeiten unter ihnen überall Spuren der Nachah-mung ausländischer Muster. Unter den neuern Dichtern zeichnen sich aus: dertiefsinnige Tragiker und Lyriker Johann Ewald (s. d), N. Weyer (1188, eintalentvoller Dichter, der zu großen Erwartungen berechtigte, vgl. s. „l'c»-t. bor>og", Kopenh. 1188), der Lyriker und Dramaturg Rabbeck, die Satyriker undLustspieldichter Guldberg, Ioh. Herm. Wessel. (st. 1186), der zweite Lustspiel-dichter nach Holberg , berühmt durch s. Lustspiel: „Liebe ohne Strümpfe", und vielekomische Gedichte, ^eine Gedichte gab Rahbcck zum 4. Male 1811 heraus. Fer-ner P. A. Heibcrg, En. de Fassen (st. 1808), die Lyriker und Dramatiker Drun,Th. Thaarup (s. d.). der viel für das Theater schrieb, I. E. Tode, Eh. Lovinus,Sander, Pram, der glückliche Volksdichter Frimann, Rein. Skorm (die Letzter»sind Norweger ), Fr. Brun (s. d.), geb. Münter, geistvolle dänische Dichterin in teut-scher Sprache, der originelle IenöDaggesen (s. d.), ein lyrischer Dichter vollBegeisterung und Kraft, oft jedoch etwas schwerfällig, welcher auch Wieland'S„Oberon" unter d. T. „Holger DanSke" zu einem Singspiel bearbeitete, endlichder geniale Ühlenschläger (s. d.), voll echter, nordischer Kraft, gemildert durchsüdliche Anmuth, gebildet durch die verwandte deutsche Literatur und seine Reisennach dem Süden, aber eigenthümlich und national. Seine vorzüglichsten Stückesind: „Hakon Iarl", „Planatoke", „Axel und Walburg", „Eorreggio", „Aladdin",„Der Hirtenknabe". Wir freuen uns, die letztgenannten Dichter auch unter dieDeutschen rechnen zu dürfen, da sie vorzüglich in deutscher Sprache geschrieben. MitLhlenschläger theilt sich jetzt vorzugsweise in die Gunst des PublicumS B.E. I n-gemann (s. d.). Sonst erwähnen wir noch den Dichter I.L. Heiberg, den Erzäh-ler Just Thiele , den Lyriker H. W. Ries. In den letzten Jahren wurde sehr vielaus dem Deutschen übersetzt. Ein Epos: „Das befreite Israel ", 18 Gesänge vonI. M. Herz, das von der k.Ges. der schönen Wissenschaften gekrönt wurde, scheinttrotz dieser Ehre das Publicum kalt gelassen zu haben. Als ei» Zeichen der Zeitsei noch erwähnt, daß Kopenhagen die wahrscheinlich jüngste Schriftstellerin inEuropa besitzt. Virgilie Christ. Lund, erst 10 I. alt, hat schon 1820 ein Fami-liengemälde: „Zwei für Einen" und neuerlich eine kleine dramatische Darstellung:„Die entdeckte Untreue", herausgegeben. Aufdie dänischenDichter und ihreWerkebeziehen sich vorzüglich N.Fürst's „Briefe über die dänische Literatur", Wien 1816,

2 Bde. Nirgends aber mehr als in Dänemark bewährt sich die Reizbarkeit derPoeten, die daher in vielfältigen literarischen Fehden sich zu Schuh und Trutz fort-