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Dänische Sprache, Literatur und Kunst
während versuchen müssen. Bei Keinem zeigt sich diese polemische Lebhaftigkeitmehr als bei N. F. Sev. Grundtvig , der durch theologische Arbeiten, besondersdurch eine polemisirente Weltcbronik schlimm berufen ist, aber durch dichterischesTalent, Unverdrossenheit im Studium altnordischer Geschichte und durch Vater;landsliebe sich immer einen Kreis von freunden sichert. Grundtvig gehört zu Denen,die Saxo'S und Snorro'S Chroniken ihren Landsleuten wieder inS Gedächtniß brin-gen (Kopenh. 1815), und der Eifer, den er für eine vollständige Ausg. Beider anzu-regen wußte, hat den Erfolg gehabt, daß schon 2 O.uartbände von Dänemarks Chronik von Saro Gramm., ins Dänische übersetzt von N. F. Sev. Grundtvig (Kopenh. 1818 — 19), der Lesewelt übergeben sind. Für CK-undtvig'S streit-ausregende Dichtungen mögen, wen das nicht geliebt, Thieme'S „Heitere Lieder"entschädigen, der den Schatz dänischer Volksmärchen in originellen Darstellungen(Kopenh. 1818 —19, 2 Bde.) wieder zu Tage rief.
Die Musik war wenigerreich an Hervorbringungen. Für den Ruhm derbildenden Künste wirkte der Stolz seines Vaterlandes, Albert Thorwaldsen(s. d.). Unter seinen Augen bildete sich Freund, ein junger Bildhauer und Me-dailleur, dessen vielversprechende Versuche schon in Rom Beifall gefunden haben.Lahde gab Thorwaldsen's Werke in Umrissen, als Zeichnenübungen, begleitet mitpoetischen Erklärungen von Ohlenschläger, 1813, die sich unter der Menge vonAnleitungen zum Zeichne» vorzüglich bemerkbar machen. Das Ausland weiß, wasLund und Dahl, ein Norweger , als Künstler im Fache der Malerei bedeuten.So lebt in einem thätigen jungen Geschlechte Das fort, was Wiedeveld (gest. 1802)in der Kunst vorangehend leistete. Sein Denkmal Friedrichs V. und seine Statueder Treue werden lange sein Andenken erhalten, und dauernde Vorwürfe für eineZeitgenossenschaft bleiben, die einen Künstler seines Werthes bis zum freiwilligenTode aus Armuth vernachlässigte, während die Helferinnen des Lupus mehr hat-ten , als sie brauchten. Außerdem sind die Historienmaler Hoier und Eckardtsbergrühmlich bekannt. Die größere Theilnahme an den Regungen der Kunst und denBestrebungen der Künstler verdankt Dänemark zum Theil der Vorzüglichkeit seinerZeitschriften. Sie erhalten den Umlauf der geistigen Nahrungssäfte. Grundtvig'S„l>^»ci,pe" trägt die Spuren der Eigenthümlichkeit ihres Herausgebers. Siesollte ein Wall gegen die deutsche Einwirkung sein, verfehlte aber dadurch schonzum Theil ihren Zweck, daß sie angriff, wo es nicht der Abwehr bedurft hätte.Chr. Molbech'S „Athene ", geschlossen mit dem 9. Bde. durch einen sinnigen Ab-schied von den Lesern vom 31. Dec. 1817, brachte in den Aufsähen des HerauSg.immer die vollkommensten und besten Mitgaben. Sie ward durch ein „Athenäum",Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst, ersetzt, die alle Polemik ausschloß und sosich wol noch längere Dauer sicherte. Allgemeinen Beifalls erfreut sich die Wochen-schrift: „Schilderung von Kopenhagen ", verlegt, herausgegeben und größteniheilsauch geschrieben von Salomon Soldin , die 1804 begann und noch 1821 vielver-breitet fortdauerte, weil sie sich einen weiter» Kreis der Beziehungen gesteckt halte,als ihr Titel verspricht. Diese Zeitschriften sind eine im Auslande noch nicht ge-kannte Fundgrube der Erheiterung und der gründlichsten Belehrung, da Männervon der tiefsten Einsicht ihnen beisteuern. Ihr Einfluß auf die Berichtigung derVorstellungen ist unverkennbar, und namentlich auf die Richtung der Gemütheraufs Handeln. In gleichem Geiste wirken durch Erhebung und Erläuterung der reli-giösen Begriffe die ehrwürdigen Balle, Münker, I. Möller, deren Lehrvorträgeund Gesänge auch dem Auslande nicht fremd bleiben. Gleiches Streben bemerktman in den Rechtswissenschaften und in dem Studium der Geschichte, dasdurch L. Baden'S reingeschichtliche Untersuchungen sich ehrenwerther Erweiterungenrühmt. Mag es absichtlich gewesen sein, daß Olufsen in seinem „Beitrag zu einerÜbersicht der Nationalindustrie in Dänemark " (Kopenh. 1819) Alles überging,