Band 
Dritter Band. D bis E.
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Darjes

Windes zu den Seinigen zurück. Durch dieses unerwartete Ereigniß gewarnt, nahmdie Pforte das Erbieten des Baron To t t (s. d.) an, die Schlösser wiederherzustellen,der sie auch bald in einen unbezwinglichen Zustand versetzte. Allein die Schlaffheitder Türken hat sie nicht darin erhalten, und schon 1198 urtheilte Ekon, der alsenglischer Resident lange in der Türkei gewesen war, in einer Schilderung diesesReichs, daß eine Flotte leicht die für so furchtbar gehaltenen Dardanellen passirenkönne. Auf jedem Ufer, so erzählter, stehen 14 große .Kanonen, die man nntHau-bitzgranaten ladet, sie liegen fast nnt der Oberfläche des Wassers gleich, i» gewölbtenSchießlöchern mit eisernen Thüren, welche man öffnet, wenn man sie abfeuern will;die Kugeln reichen von der einen Seite des CanalS bis zur andern. Diese ungeheuernStücke liegen nicht aufLavetten, sondern auf dem Erdboden, mit dem Hmtertheilegegen eine Mauer; sie können nicht gerichtet werden, sondern der Kanonier mußwarten, bis das Schiff, das er beschießen will, der Mündung gegenüber kommt;man brauchteine halbe Stunde, um eins derselben zu laden. Daß diese Schilderungrichtig war, bewies die am 19. Febr. 1801 von dem engl. Admiral Duckworth mit8 Liniensch. und 4 Fregatten nebst mehren Brandern und Bombardierbooten ausge-führte Durchfahrt durch die Dardanellen, die er ohne Verlust bewerkstelligte, undin deren Folge am 20. zum ersten Male eine feindliche Flotte im Angesicht von Kon-siantinopel erschien. Sie sollte die angeknüpften Unterhandlungen unterstützen, rich-tete aber Nichts auS; vielmehr waren die Türken, während der Unterhandlungen,unter der Leitung des franz. Gesandten Sebastians so eifrig beschäftigt, Konstan-tinopel gegen einen Angriffzu sichern und die Dardanellenschlösser in Vertheidigungs-stand zu setzen, daß Duckworth am 2. März nicht ohne Verlust zurückfahren konnte,was ihm, seinem eignen Geständnisse zufolge, 8 Tage später überhaupt nicht mehrmöglich gewesen wäre. Im I. 1829 wurden die Dardanellen von einer russischenFlotte, mit Englands Zustimmung, gesperrt.

Darjes (Joachim Georg), Philosoph in der Mitte des 18. Jahrh., geb.zu Güstrow am 23. Juni 1114, studirte zu Rostock und Jena , in welchem letz-ter» Orte er, von 1138 an, durch seine philosophischen und juristischen Vorlesungensolchen Beifall fand, daß Friedrich II. ihn 1163 als Geh.-Rath und Pros. derPhilosophie nach Frankfurt berief. Hier stiftete er die könizl. Akademie der Wissen-schaften und beförderte durch Lehren und Wirken bis an seinen Tod, den 11. Juli1191, dasAnsehen dieser Universität aufs eifrigste. In seinen philosophischen An-sichten wich er sehr von dem herrschenden WolfianiSmus ab, und näherte sich seinen!Zeitgenossen ErusiuS. Sein Verdienst bestand in einem deutlichen und lebhaftenVortrage seiner Gedanken uTid in einer seinem Zeitalter angemessenen Bearbei-tung der philosophischen Wissenschaften durch lat. und deutsche Handbücher, vor-züglich des Naturrechts und der Logik. Auch nahm er die Cameralwissenschaftunter die Gegenstände des akademischen Unterrichts auf.

Darius, der Name mehrer persischen Könige; nach Andern der Königs-titel selbst. Merkwürdig sind: I. Dar iuS, vierter König vonPersien, der Sohndes HistaspeS, Statthalter von PersiS, trat der Verschwörung gegen den Pseudo-smerdis bei, der sich des persischen Throns bemächtigt hatte. Nachdem es denVerschworenen gelungen war, jenen aus dem Wege zu räumen, setzten sie untereinander fest, daß sie am nächsten Morgen zu Pferde vor Sonnenaufgang zusam-menkommen wollten, und daß Derjenige von ihnen König sein solle, dessen Pferddie aufgehende Sonne zuerst wiehernd begrüßen werde. Da nun der S tallmei-ster des D. von dieser Verabredung horte, führte er in der Nacht das Pferd seinesHerrn an dem bestimmten Orte mit einer Stute zusammen, und durch diese Listgeschah es, daß am folgenden Morgen des D. Pferd zuerst wieherte. D. wurdeals König begrüßt, und das Volk billigte die Wahl. Seine Regierung wurdedurch große Ereignisse merkwürdig. Die Stadt Babylon empörte sich, theils