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Dritter Band. D bis E.
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Dccatiren

Decazes

federte. Seine Vaterstadt legte 1816 einen neuen Pflanzengarten an, worübersie ihm die Aufsicht anvertraute, und um ihn für immer zu gewinnen, stiftete sieeinen Lehrstuhl für die Pflanzenkunde. D. ging jedoch vorher nach Montpellier zu;rück, um seine unterbrochenen Vorlesungen zu endigen, und die Begeisterung, wo-mit seine Schüler ihn empfingen, entschädigte ih» reichlich für den Verdruß, den ihmdie Ultras gemacht hatten. Seine 1813 ei-schienene Grundlage der Botanik („I'Iißo-rie »-leiixmwire <1o >,ut.iiii-z„e") ist in Römer'S Bearbeitung auch unter uns alseine vorzügliche Anleitung zur Pflanzenkunde bekannt. Unter s. übrige» Schriftensind ausgezeichnet: „Manlarum siireulentarum tiinwria" (seit 1199,4 Bde., Fol.und 4., mit Abbild, von RedoutäI „ l-^iraFuloAi.'," (1803, Fol. und 4., gleichfallsmit Abbild.); „I-'lore siaiiemso" (1809—15, 6 Bde.), woran Lamargue Antheilhatte; s>!a,it.-,riiin Iiru tl bolanioi b1c>»tpellie»r>8" (1813!. über die

Theorie des Lichts hat er einige Wahrnehmungen bekanntgemacht, die durch neueBeobachtungen bestätigt wurden. Seit 1828 erschien zu Paris s. „(äollcotionstes bl>->n. p>. s. ü I'Iiislniro <Iu rägne vä^öt.il" (l.si 26.

Dccatiren, Dampfki umpfen, ein in Frankreich erfundenes technischesVerfahren, durch welches man das Tuch, nachdem es völlig zubereitet ist und einescharfe Presse erhalten hat, der Einwirkung von Wasserdämpftn aussetzt. Diesgeschieht auf einem stark geheizten Ofen mit einer eisernen Platte, die mit nassengroben Tüchern belegt wird, auf welcbe das aufgestapelte, in regelmäßigen Lagenin einem Rahmen fest zusammengefaßte Tuch zu liegen kommt, um von den ausden feuchten Unterlagen sich entwickelnden heißen Dämpft» durchzogen zu werden.Das Tuch wird dadurch wie beim Krumpfen dichter, erhält aber einen dauerhaftenGlanz, da der bisherige Preßglanz nur unecht war. M. s. die „Verhandlungen desVereins z. Beförd. des Gewerbfleißes in Preußen", Aug. 1825.

DecazeS (Elie), Herzog, Pair von Frankreich, Herz. von Glücksburg inDänemark , geb. zu St.-Martin-en-Laye bei Libomne den 28. Sept. 1180,stammt aus einer 1595 von Heinrich I V. geadelten Familie und studirte die Rechteim Collegium Vendome. Unter Bonapane's Regierung trat er als Rath in dieDienste des Königs von Holland und seiner Mutter, wurde dann Richter beim Tri-bunale erster Instanz in Paris , und 1810 Rath des AppellarionSgerichtS daselbst.Nach Bonaparte's Rückkehr von Elba erklärte er sich so fest für Ludwig .Will.undgegen den Usurpator, daß er 40 Meile» von hier verbannt wurde. Ini SchoßeseinerFamilie erwartete er des Königs Rückkehr, begab sich dann »ach Paris , wurde zumPolizeipräfecten ernannt, löste die Kammer der Repräsentanten auf und erhielteine -Ltelle im Staatkrakh. In steter Berührung mit den Befehlshabern der ver-bündeten Truppen und den Journalisten in Paris , zeigte er sich ebenso klug und be-sonnen, als in den Processen gegen Lab doyere und Nev, und nach Fouch,-'S Ent-fernung, als Minister StaatSsecretair der Polizei, gegen die Häupter der letzten Re-volution und für die Erhaltung der Ordnung gerechtund durchgreifend. 1815 warder vom König in den Graftnstand erhoben; er vermählte sich mit der reichen ErbinMlle. de St.-Aulaire, der Schwesterenkelin des vorletzten Fürsten von Nassau-Saarbrück und der noch lebenden Witwe des HerzogS von Holstein-Glücksburg ,wcßhalb ihm der König von Dänemark den auf seine männlichen Nachkommen fort-erbenden Titel: „Herzog von Glücksburg", unter der Bedingung, sich in den Her-zogthümer» anzukaufen, gegeben hat. Er wurde 1818 zum Pair von Frankreich und 1820 zum Herzog erhoben. Als Polizeiminister, zu welcher Stelle ihn dieRoyalisten empfohlen hatten, fand D. Gelegenheit, durch die Entdeckung und Ver-nichtung gewisser dem Monarchen selbst sehr wichtigen Papiere sein Ansehen so zubefestigen, daß ihm seitdem Nichts die Gnade des Königs ganz entziehen konnte.Darf man pariser Behauptungen trauen, so ward er auch dadurch dem Könige un-entbehrlich, daß er sich zu seinem Schüler hergab. Dagegen wurde er den Ultras