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Dritter Band. D bis E.
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Deciiniren

Decke

SouS nach alter Münze; 2) in der Musik der zehnte Ton (eigentlich der neunte,aber der Ton, von welchem man ausgeht, pflegt in der Musik mitgezählt zu wer--den) von einem beliebigen Gruntron aus gerechnet, oder das Intervall, welches9 aufeinanderfolgende Stufen und folgende Ist Töne begreift, wenn man die bei-den äußersten Töne, welcbe das Intervall anfangen und schließen, mitrechnet.Mithin ist dieDecime die Terz der -Octave , oder die Octave der Terz eines gewissenGrundtons, und kann auch so verschieden gebraucht werden. —Decimole istin der Musik eine Figur von 10 Noten, welche 8 von gleichem Werth gilt.

Decimiren, 1) den Zehnten (den Decem , d. i. eine Abgabe in Geldoder Naturalien erheben. Diese Erhebung oder Entrichtung heißt Dec i uiati on.—Im Kriegswesen bedeutet Decimakion die Aushebung des 10. Mannes einesCorps oder Regiments durchs LooS, um ihn hinrichten zu lassen. Dieses geschiehtzur Bestrafung einer Mannschaft, welche ein Verbrechen gegen den Staat began-gen, z. B. revoltiri hak. Diese Strafe kommt schon bei den Römern vor.

Decision, üderhaupt Emscheidung, sie sei richterlich oder gesetzgebend.In Sachsen werden besonterseine Reihe geschgebenderBestimmungen so genannt,welche 1661 über zweifelhafte Rechtsfragen ertheilt wurden die 91 ältern Decisio-nen), sowie 1716 tvieder 40 solcher Entscheidungen gegeben wurden (neuere Deci-sivnen). — Decisum nennt man eine richterliche Entscheidung ohne Gründe,welche in einfachen und minderwichtigen Sachen ertheilt oder eingeholt wird. —Decisiv, entscheidend, z. B. Decisivrescript. Der Ausdruck Decisiv-stimme (vokuii, <Iel.'i.-i>vni>>) hat eine koppelte Bedeutung: a) ist es eine solche,welche bei dem Beschluß nach Mehrheit der Stimme» mitgezählt wird, und stehtalsdann der bloß berathenden (v. ounrnlt.ui, n,>>) entgegen; l>1 ist es das Recht,bei Stimmengleichheit die Entscheidung zu geben, welches meist dem Vorsitzendeneines CollegiumS beigelegt ist (zuweilen auch den Referenten, zuweilen wird diemil-dcre Meinung vorgezogen). Auch dabei ist noch ein Unterschied. Nach einigenVer-fassungen darf der Präsident gar nicht mitstimmen und gibt nur bei eintretenderStimmengleichheit den Ausschlag, nach andern wird seine Stimme mitgezählt,und wenn nun Stimmengleichheit vorhanden ist, so gilt, um einen Beschluß zuStande zu bringe», seine Stimme doppelt. '37.

Decius Publius) Mus, ein edler Römer, der sich als Tonsul mitMan-lius TorguatuS, 310 v. Chr., in einer Schlacht gegen die Lateiner freiwillig demTode weihte; welchem Beispiele später auch sein Sohn u. sein Enkel folgten. Der-gleichen Weihungen (ilc liiiouee) waren zu jener Zeit, wo Vaterlandsliebe ».Fröm-migkeit die Herzen begeisterten, nicht ungewöhnlich und geschahen mit großerFeier-lichkeit, indem der sich selbst Opfernde, nach Vollendung gcwisserreligiöser Gebräu-che, im schönsten Waffenschmuck sich unter die Feinde stürzte, um den Seinigen zuzeigen, wie ein Tapferer für sein Vaterland sterben müsse. — DeciuS hieß auchein röm. Kaiser (reg. n. Chr. 249 bis Dec. 251), welcherdieChristenverfolgte undin einer blutigen Schlacht in Mösien gegen die Gochen mit seinem Heere umkam.

Decke, Deckengemälde, Deckenstück, Plafond. Decke nenntman den Theil eines Zimmers oder Saales, der selbige von oben schließt. Ge-meiniglich ist sie wagerecht, öfters auch gewölbt. Wir betrachten hier nur die Ver-zierung derselben. Die gewöhnlichste ist, daß von den Enden und dem Simse derSeitenwände bis hinan zur Decke eine Hohlkehle gemacht, und wo diese sich endigt,die Decke mit einigen Gliedern eingefaßt wird. Soll der innere Raum der Deckeebenfalls verziert werden, so wird er öfter in Felder abgetheilt (Feldcrdecken), oderer wird mit Laubwerk, Blumenzügen und, Arabesken verziert, entweder aus Stucco (Stuccaturarbeit), oder bloß gemalt. Öfter aber ist es auch ein'wirkliches Ge-mälde, womit die Decke verziert ist (Deckenstück, Deckengemälde). Wie vielleichtin der ganzen Malerei Nichts schwieriger ist als Stucke dieser Art, so ist auch die