Demokrit
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rer Körperchen (Atome), die sich nach Figur, Lage und Ordnung von einander unter-schieden und durch die Bewegung in dem unendlichen Raume bald getrennt, baldwieder zusammengesetzt wurden. So entstand das Weltall zufällig, ohne Beihülfeeiner ersten Ursache. Die Ewigkeit der Atome (einer Materie überhaupt) bewies erdaraus, daß man die Zeit sich nicht anders als ewig und ohne Anfang vorstellenkönne; ihre Einfachheit aber ausfolgende Weife. Wenn Körper auch unendlichtheilbar sind, so muß man doch zugeben, daß die Theilung muffe wahrgenommenwerden können. Nach geschehener Theilung bliebe nun entweder noch etwas Aus-gedehntes, oder Punkte ohne alle Ausdehnung, oder Nichts übrig. Zm erstenFalle wäre die Theilung noch nicht vollendet, im zweiten könnte die Zusammense-tzung von Punkten ohne Ausdehnung nie etwas Ausgedehntes geben; und wäreNichts übrig, so müsse die Körperwelt auch Nichts sein; also müssen einfache Körper(Atomen) epistiren. Auü seiner Behauptung von dem ewigen Wechsel des Schei-dens und der Verbindung der Atomen folgte auch die, daß es zahllose Welten gebe,welche bald entständen, bald wieder untergingen. An den Atomen unterschied erFigur, Größe, Schwere und Undurchdringlichkeit. Alle Dinge haben einerlei Be-standtheile, und ihre Verschiedenheit rührt bloß her von der Verschiedenheit derFigur, Ordnung und Lage der Atomen, woraus jedes Ding besteht. Diese Ver-schiedenheit der Atomen ist unendlich, sowie ihre Anzahl, daher auch die Verschie-denheit der Dinge selbst unendlich groß ist. Alles Wirken und Leiden ist Bewegungdurch Berührung, weil nur ähnliche Dinge aus einander wirken. Das Feuer be-steht nach ihm aus thätigen leichten Kügelchen und dehnt sich wie eine helle Ein-fassung um die Erde. Die Luft wird durch das beständige Aufsteigen der Körper-chen aus den untern Gegenden in Bewegung gesetzt, und zu einem reißendenStrome, der die in seinem Schoße gebildeten Gestirne mit sich fortführt. Unterseinen psychologischen Lehren verdienen Erwähnung: Die Seele besteht, insofern siebewegende Kraft ist, aus Feueratomen, da sie aber auch die übrigen Elemente er-kennt, und Etwas doch nur durch das ihm Gleiche erkannt werden kann, so uiußsie auch aus den übrigen Elementen zusammengesetzt sein. Das Gefühl ist derGrundsinn und unter allen der untrüglichste; denn nurDas kann objectiv wahr anden Dingen sein, was den Atomen selbst zukommt, und dies erfahren wir am sicher-sten durch das Gefühl. Die übrigen Sinne zeigen mehr das Zufällige der Dingeund sind also weniger zuverlässig. Die Äußerungen der fünf Sinne werden theilsdurch die verschiedene Zusammensetzung der Atomen in den Sinnwerkzeugen, theilsdurch die verschiedene Art der Einwirkung der äußern Körper bewirkt. Das Augeist, seiner Natur nach, aus Wasser geformt. Wenn wir sehen, so sondern sich vondem äußern Körper Bilder ab, die auf das Auge eindringen. Die Bewegung einesKörpers, z. B. das Sprechen des Munde?, theilt die Luft von einander, und ver-ursacht ein Strömen in ihr nach der Richtung des bewegenden Körpers. Die strö-menden Luftiheile gelangen zum Ohre und verursachen das Gehör. Auf ähnlicheWeise entstehen die Empfindungen des Geschmacks und Geruchs. Die vom Augeempfangenen Bilder der Gegenstände gelangen durch dasselbe zur Seele und erweckendie Vorstellungen in uns. Können daher durch das Auge keine Vorstellungen zurSeele gelangen, so hört die Thätigkeit derselben auf, wie im Schlafe. Träume er-klärte D. durch die fortdauernden Bewegungen der Gesichts - und Gehörwerkzeuge,welche wegen der größern Ruhe und Stille der Nacht lebhafter wahrgenommen wer-den. Die Sinnenkenntniß ist dunkel, trüglich, und stellt bloß Bewegungen deräußern Körper dar; die subjeckiven Affectionen sind Schein und nickt in den Ob-jecten gegründet. Vernunfterkenntniß hat einen höhern Grad von Zuverlässigkeit,obgleich sie auch nicht ohne Zweifel ist. Die Fortdauer der Seele nack dem Todeleugnete D., da er sie auch aus Atomen zusammensetzte. Er unterschied sie inzwei Theile: in den vernünftigen, der seinen Sitz in der Brust hat, und in den