Band 
Dritter Band. D bis E.
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408 Demonstration Demosthenes

unvernünftigen, der im ganzen Körper vertheilt ist. Beide aber machen nur EinWesen aus. Sein praktischer Grundsatz ist Wohlsein durch Gleichmukh. Auchaus Physik und Astronomie wandte er seine Atomenlehre an. Die Lehre von denGöttern verflocht er, vielleicht nur aus Anhänglichkeit au den Volksglauben, in seinSystem. Auch sie waren ausAtomen entstanden und vergänglich, wie alles Übrige.D. soll viel geschrieben haben, wovon jedoch Nichts auf uns gekommen ist. Erverdient unstreitig den ersten Platz unter den Naturforschern, welche die Wirkun-gen auf Ursachen zurückgeführt haben. Er starb um 370 vor Chr. Geb. in ho-hem Alter. Seine Schule wurde von Epikur verdrängt.

Demonstration, in der Kriegssprache, eine Bewegung gegen einenOrt, welche man macht, um den Feind irre zu leiten und ihm den wahren Plan zuverbergen. In der Philosophie nennt man Demonstration einen strengen odereigentlich logischen Beweis, d. h. einen solchen, aus welchem die Unmöglichkeit desGegentheils erhellt. Andre, wie Kant, nennen nur den mathematischen Beweisalso, d. i. die Begründung eines Urtheils aus der Anschauung, und nennen demon-siriren, den Gegenstand einer Erkenntniß in der Anschauung nachweisen. (Iur.)Eine weniger förmliche Beweisführung, welche in schleunigen und andern sum-marischen dachen gebräuchlich ist. (S. Bescheinigung.)

Demontiren (Kriegskunst), das feindliche Geschütz durch Zerschießender Lafetten und Achsen au? dem Gefecht bringen, ferner die Brustwehr einerSchanze oder eines Walles durch hinemgeschonene Kugeln so zerstören, daß sich keinVertheidiger, besonders kein Geschütz mehr hinter ihnen halten kaun. De-montirbatterien sind solche, deren Bestimmung es ist, die Brustwehren derFestungswerke herabzuwerfen, um das feindliche Geschütz zu Grunde zu richten.Sie werden meist in die zweite, zuweilen auch in die dritte Parallele gelegt. Lie-gen sie auf dem GlaciS an den auSspringenden Winkeln der Bastion? und feuerngegen die Flanken des Nebenbollwerks, so heißen sie Contrebatterien. Sie liegender zu beschießenden Fronte gerade gegenüber und bestehen aus 4 bis 8 meistItlpfündigen Geschützen. Der größte Theil derselben Geschütze richtet sich zugleichauf dieselbe feindliche Scharte und deren Kasten (m<-r!e>,>), während die übrigen dieandern feindliche» Geschütze beschäftigen; ist ein Geschütz zum Schweigen gebracht,so richtet sich das Feuern auf ein andres u. s. w. Einige Mörser und Haubitzen,die entweder in der Demonrirbatterie oder besonders aufgestellt sind, unterstützenzugleich die Demontirbatterie durch Bewerfen der angegriffenen Scharten; beiderFeuer ist langsam und wohlgehalten, da übereilte Geschwindigkeit nur schlechtesTreffen und Pulververschwendung hervorbringen würde. Die Entfernung derDemontirbatterie von dem angegriffene» Werke beträgt gewöhnlich 3 400Schritte, als die Entfernung der zweiten Parallele. Man hat in neuerer Zeitvorgeschlagen, zum Demontiren der Werke Granaten statt Vollkugeln aus Kano-nen in dieselbe» abzuschießen, mit durch deren Crepiren eine minenartige, und alsodesto schnellere Wirkung zu erhalten. Das Wort Demontirbatterie ist besondersbei der preußischen Armee üblich, von der es auch herstammt.

Demosthen es, der berühmteste Redner des Alterthums, war der «Lohneines Degenschmieds zu Athen , wo er 381 (nach A-375) vor Chr. geboren wurde.Sein Vater hinterließ ihm ein bedeutendes Vermögen, um das ihn seine Vormün-der bringen wollten. Er aber führte, obgleich erst 17 Jahre alt, selbst den Proceßgegen sie, und gewann ihn. Die Beredtsamkeit und Philosophie zu studiren, be-suchte er die Schulen des KallistratuS, Isäus, Isokrate? und Plato . Aber dieNatur hakte ihm große Hindernisse in den Weg gelegt, und er wurde bei seinen bei-den ersten Versuchen, öffentlich zu reden, laut ausgelacht. Er hatte nicht nur einesehr schwache Brust und eine kreischende Stimme, sondern konnte auch das R nichtaussprecheu, welche Natiirmängcl er durch die höchsten Anstrengungen zu besiegen