Band 
Dritter Band. D bis E.
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110 Demousiier Denderah

lieferung bestand, steh er in den Tempel des Neptun auf der Insel Kalauria, ander Küste von Argolis. Ader auch hier sah er sich nicht sicher, und nahm Gift, daser immer bei sich trug. Er starb (319 vor Ehr., nach A. 322) in einem Alter von60—62 Jahren. Sein Charakter ist nicht ganz rein zu sprechen von Eitelkeit,Ehrgeiz und Habsucht. Cicero erklärte ihn für den vollkommensten aller Redner.Immer sprach er, wie es die Umstände, die Zeiten und die Zuhörer erfoderken;bald sanft, bald heftig, bald erhaben. Die griechische Sprache wurde durch ihnzu einer Vollkommenheit ausgebildet, die Keiner vor ihm erreicht hat. An Nach-druck und Überzeugungskraft, Scharfsinn und Feinheit in Auffindung und Aufstel-lung der Gründe, Harmonie aller Theile zum Ganzen, Schönheit und Stärke desAusdrucks, Kraft und Wohlklang der Sprache, übertraf er alle seine Vorgänger.Alles ist in seinen Reden natürlich, kräftig, gedrängt, nichts müßig; überall herrschtdas schönste Ebenmaß. Nur dadurch ist der große Einfluß dieses Mannes auf seineZeitgenossen zu erklären. Wir besitzen unter seinem Namen noch 61 Reden, 65Eingänge und 6 Bl iese; einige sind unecht. Unter den ältesten Ausgaben der Re-den ist die vorzüglichste die pariser voni I. 1510 in Fol., griech. mit Ulpian's Com-mentaren. Die erste Ausgabe sämmtlicher Werke lieferte Hieronpmus Wolf, gr.und lat. (Basel 1549, wiederholt 1512 und Frankfurt 1604, in Fol.). ,,Auchfinden sich die Reden in ReiSke'S Ausgabe der griech. Redner. Eine treffliche Übers.der 3 olynihischen Reden ins Deutsche fükrt den Titel: „DemostheneS'S Staats-reden, übers und mit vielen Annierk. von Fr. Jacobs" (Leipzig 1805). Die Phi-lipp. Reden , teutsch von A. G. Becker (neue Auf!., Halle 1824 —25, 2 Bde.).Die Reden über die Krone, von Fr. v. Räumer (Berlin 1811).

Demoustie r(CharlesAlbert).einsranz.Dichter,geb.zuVillerS-CoteretSd. 11. März 1160, zeichnete sich früh durch große Fortschritte in den schönen Wissen-schaften aus und übte anfangs mitErfolg das Geschäft eines Advocaten, daSeraberbald aufgab, um sich ganz den schönen Wissenschaften zu widmen. Er schrieb Schau-spiele, Opern und Gedichte. Sie sind voll Witz, der freilich oft gesucht ist. SeineBriefe an Emilie über die Mythologie (ins Deutsche übers. von Nostitz-Iänkendorf)haben ihn in ganz Europa bekanntgemacht. Man kann ihnen zwar mir RechtOberflächlichkeit, Ziererei und Das vorwerfen, was man im Französischen >i tv!e ckornaclich-il nennt; aber sie sind doch mit Geist, Feinheit und Leichtigkeit geschrieben.Don seinen Schauspielen sind „I.e <xn>> iii-ileur", „I.os ldi»n>c!>" und ,,1.e tc>-Krant" diejenigen, welche sich auf dem Theater erhalten haben. Er starb den 2.März 1801.

Denar (Denarius), bei den Römern eine Silbermünze, welche anfangs10 Aß (daher der Name) betrug; nach unserm Gelde wird sie auf 5 bis 6 sächs.Groschen gesetzt. Ein Golddenar betrug an Werth ungefähr 6 Thlr. — Denaro,eine italienische Kupfermünze (sranz. clenier), welche ungefähr einen Heller beträgt.

Denderah (Thierkrcisvon). BeiDenderah, einem von Palmen umgebe-nen Dorfe der ThebaiS am westl. Ufer des Nils, eine Stunde weit von seinemBette, erhält der Reisende, welcher von Cairo nach Oberägvpten kommt, zuersteinen anschaulichen Begriff von einer Bauart, wie sie kein andres Land der Erdeaufzuzeigen im Stande ist. D. liegt unter dem 26" N. B. am Rande der Wüste,auf der letzten Bergebene der lybischen Kette, bis zu der die Nilüberschwemmungsich ausdehnt. Seinen Namen hat es vom alten Tentyra oder Tentyris , dessenprächtige Überreste, von denArabern mit dem Namen aller Ruinen, Oerbö, bezeich-net, 3 Viertelstunden davon entfernt sind. Ihre genauere Kenntniß verdanktman erst dem denkwürdigen Feldzuge der Franzosen . Ihre enthusiastischen Be-schreibungen und bestimmkern Untersuchungen haben die Aufmerksamkeit aller Ge-bildeten dorthin gerichtet. Durch ein halb von Trümmern verstecktes, mit Hiero-glyphen bedecktes Thor, das aus ungeheuern Blöcken von Sandstein zusammenge-