Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
115
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Denis ('Abtei von St.-) Denis (Michael) 115

Denina sich nach Paris begab. Zu Ende 1805 erschien sein historisch-statistischesGemälde von Oberitalien. Er starb zu Paris den 5. Dec. 1813.

Denis oder DenyS (Abtei von St.--), eine historisch merkwürdige Kirche.Der Heilige, dem sie geweiht ist (DionysiuS), auSgesandt von Rom, in Gallien das Evangelium zu predigen, starb durch Henkers Hand am Ende des dritten Jahrh.Catulla, eine Heidin, gerührt durch die Standhaftigkeit des Märtyrers, wußte sichseinen Leichnam, der eben in die Seine geworfen werten sollte, zu verschaffen, be-grub ihn in ihrem Garten, ward Christin und erbaute auf seinem Grabe eine kleineCapelle, die in der Folge erneuert und von der heiligen Genoveva nach einem größernPlane aufgeführt, in<6. Jahrh. zu einer der blühendsten Abteien erwuchs. Nochsteht der große, Ehrfurcht gebietende Bau der ältesten christlichen Kirche Frankreichs in dcsAlterthumS grauerWürde. Links war derHaupkeingang, eine größere Thürmit zwei Pforten an den Seiten, geziert mit den in Stein gehauenen Bildnissender ältesten Heiligen und der fränkischen Könige; das Innere der Kirche war reichdurch Geschenke der Frömmigkeit und durch Werke der Kunst; und in den weitenGewölben unter dem Chor ruhten die Leichname von mehren Königen des ersten undzweiten, und allen Regenten des dntten Geschlechts, von Hugo Capet bis aufLudwig X V. Jetzt sind allen Heiligen und Königen amEingange die Köpfe abge-hämmert und abgemeißelt; die Gewölbe sind öde und leer; alle Leichname wurdendurch Revolutionswuth herausgerissen. In dem Augenblicke (1k. Oct. 1193), woin Paris die Königin enthauptet ward, brachte man m St.-Denis den Sarg Lud-wigs XV. aus dem Gewölbe heraus, und nach einer tobenden Berathschlagungward beschlossen, alle Leichname der Könige in eine Grube zu werfen, auch Hein-rich I V. und Ludwig XIV. , die sich noch sehr gut erhalten hatten und vollkommenkenntlich waren, und ihre bleiernen Särge auf der Stelle einzuschmelzen, wie dennauch, was sonst noch von Blei an der Kirche war (das ganze Dach z. D.), abgerissenund zu Kugeln eingeschmolzen ward. Napoleons Decret vom 20. Febr. 180k be-stimmte St.-Denis wieder zum Begräbnißorte der franz. Regenrenfamilie; dieKirche wurde neu geordnet und ausgeschmückt, doch so, daß die Zeichen der neuenDynastie und das große goldumstrahlte X auf dem marmornen Altargesielle nichtfehlten. Ein Gewölbe, zu welchem eine Doppelpforte, in schwarzem Marmorhängend, führt, hatte Napoleon zu (einerund seiner Gemahlin Ruhestätte bestimmt.Ludwig XVIII. hat die Spuren der Napoleonischen Zeit zu St.-Denis vertilgen,was von den Gebeinen seiner Vorfahren aufzufinden war. besonders die ÜberresteLudwigs XVI. und seiner Familie, in die alte Gruft der Könige beisetzen, und indie von ihm neu ausgestattete Abtei regulirte Kanonici einziehen lassen, denen dieObhut der Gräber anvertraut ist. Diese Kanonici von St.-Denis sind die vornehm-sten in Frankreich und bilden ein Convent, dessen jedesmaliger Abt Dischofist.

Denis (Michael), Dichter und Literator, geb. d.21.Sept. 1129 zu Schar-ding am Inn, gest. d. 29. Sept. 1800 zu Wien , erster Custos der kaiserl. Biblio-thek, mit dem Titel eines Wirkl. k. k. Hofraths. Die Bückerliebhaberei s. Vaters,eines RechrSgelehrten, war auch auf ihn übergegangen, und er widmete sich, miteiner lebhaften Einbildungskraft und hoher Reizbarkeit ausgestattet, den Wissen-schaften in dem Iesuitengymnasium zu Passau . Schon in seinem 18. I. traten inden Orden und arbeitete für denselben durch Unterricht und Predigten. Noch vorder Aufhebung desselben (1113) ward er als Lehrer am Collegium Thercsianum inWien für die schönen Wissenschaften, Literaturgcschichte und Bückerkunde ange-stellt; dann erhielt er auch die Aufsicht über die dem Theresianum angchörige, spä-terhin nach Lemberg geschaffte Garelli'sche Bibliothek, deren Merkwürdigkeiten erbeschrieb (Wien 1180, 4.). Nach Aushebung dieser Akademie ernannte ihn, derschon k. k. Rath war, Joseph ll. zum zweiten Custos der Hofbibliothek. Erster Bi-bliothekar ward er 1191. In dieser Laufbahn hat D. viel zur Veredlung des