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Depping
Bancomarken oder Schillingen dieselbe gleich sei. So erhält man also in demBancogelde ein festes Geld, das für alles andre Meld als unveränderlicher Mas-,stab gebraucht werden kann. Eine solche Dank wird also nichts als Silber in Zah-lung annehmen, und wenn bestimmt ist, daß dieses Silber eine bestimmte Feinebabenmusi, so wird eben nichtnöihig sein, daß allcsSilber, was bei ihremgebrachtwird, diese Feine habe, sondern sie kann auch minder feines annehmen, jedoch im-mer nur reducirt auf dasjenige Silber, was in ihren Rechnungen zum Grundegelegt wird, sodaß alles bei ihr eingebende Silber nach der Quantität des feinenSilbers geschätzt wird, welches den Werth des DancogeldcS bestimmt. Bleibtnun das eingebrachte Silber, welches dem Einbringer inBancogeld gut geschriebenwird, in der Dank liegen, so enthält die Dank stets die ganze Summe des Banco-geldes in Silber wirklich in sich, welche in ihren Büchern gut geschrieben ist. Daaber auf diese Weise eine große Quantität Silber ganz ungenützt in den Kellernder Dank ruht, indem das Dancogeld, welches in ihren Büchern verzeichnet ist,die Stelle des baaren Geldes durch bloßes Ab- und Zuschreiben der Zahlen aufandre Namen vertritt, und Niemand aus der Bank das Silber herauszuziehen ver-langt, so könnten die Eigenthümer der Dank leicht auf den Gedanke» gerathen, ei-nen Theil der baaren Verrathe anderweitig zu benutzen. Sie könnten z.D. dieselbenverleihen, oder dafür Etwas kaufen u. s.w. Die Dank könnte auf diese Weise Ge-winn von den in ihren Kellern liegenden Daarschaften ziehen, oder sie könnte auchdadurch Andern Geld verschaffen, daß ffe ihnen ein Folio in ihren Büchern eröffneteund ihnen Summen in Banco zu Gute schriebe, wofür Jene keine» gleichen Werthin Silber eingebracht hätten, sondern deren Werth sie in Zukunft zu ersetzen ver-sprächen. Zu beiden Fällen wird weniger Silber in den Kellern der Dank enthal-ten sein, als die Bücher andeuteten. Indessen würde sich doch die erstere Art, derDank Vortheile zu verschaffen, besser mit dem Wesen eines solchen Instituts rei-men lasten als die letztere. Denn wenn die Gelder nur auf kurze Zeit sicher auSgelie-hen werden und nach der bestimmten Frist wieder in die Bank zurückkehren, so istkeine Gefahr davon für die Dank zu fürchten. Daher ist das Disconkiren der Wech-sel ein vorthcilhaftes und sicheres Geschäft für dieselben. Aber Gelder auf langeZeit, auf langdauernde Unternehmungen oder sonst so zu verleihen, daß dem Debi-tor möglicher Weise die Mittel, seine Verbindlichkeit gegen die Bank pünktlich zuerfüllen, fehlen können, ist denGrundsätzen derSolidität einer solchenDank zuwi-der. Daher haben sich Danken dieser Art, die dem Staate große Summen vorge-schossen oder sich in Speculationen von Unternehmungen mit ikren baaren Fondseingelassen, öfters um ibren Credit gebracht, weil sie in Lagen kainen oder kommenkonnten, wo sie außer Stand gesetzt waren, die von ihnen ausgestellten Recepiste zu ,
realisiren, oder das Geld, was in ihren Büchern den Danktheilkabern gut geschrie-ben war, in Silber vorzuzeigen und auf Verlangen baar zu bezahlen. Die ersteBankanstalt dieser Art entstand in Venedig, dem Hauptmarktplatze von Europa vor Entdeckung der Umfahrt um die südliche Spitze Afrikas; die zweite in Amster-dam 1609 nach dem Plane der venetiaiüschen; die dritte i» Hamburg 1619, dievierte in Genua u. s. w. Nach diesen Mustern wurden noch in andern Städtendergleichen Danken errichtet. Auch Friedrich der Große gründete eine ähnlicheDank zu Berlin 1165: jedoch erhielt sie daneben noch andre Bestimmungen. Fürsie wurde ein eignes Nominalgeld geschaffen, dessen Einheit den Namen ein PfundBanco erhielt und den vierten Theil eines Friedrichs'dor bedeutete, 35 FriedrichS-d'or zu der Feine von 31 Karat 9 Gran auf die Mark fein Gold bestimmt. 131^
THaler preußisch Courant sollten 100 Pfund Banco ausmachen. Sie hat indessen V
als Girobank nie einen großen Nutzen geleistet, sondern ist fast ganz zur Leih-haus geworden.
Depping (Georg Bernhard), ein in Paris lebender deutscher Gelehrter, geb.