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1784 zu Münster in Westfalen , wo sein Vater Kanzlist war, verließ sein Vater-land 1803, nach der Besitznahme desselben durch die Preußen, begleitete einen franz.emigrirten Grasen nach Frankreich und blieb seitdem in Paris . Hier war er zu-erst Lehrer in einigen Erziehungsanstalten, studirte die verschiedenen lebenden Spra-chen Europas, und nahm dann an vielen Zeitschriften, sowol Frankreichs als an-drer Länder, Antheil. Er trug dazu bei, sie wechselseitig mir ihren verschiedenenlirerarischen Produkten bekanntzumachcn, und gab eine große Anzahl von Schrif-ten, theils für die Zeigend, theils im geographische» und historischen Fache, heraus.Die xhilotechnische und die königl. antiquarische Gesellschaft nahmen ihn unterihre Mitglieder auf; 1822 krönte die königl. ,Vc'!,>1e>i>ie >1«-,-; i,,«ci iptioi>!> et I)«ü-ler lettre,' s. Preisschrift „Über die Ursachen der Auswanderungen der Normännerim Mittelalter und ihrer Niederlassungen in Frankreich ". Seine Jugendschrist p„I,k5 soiree-, cl'Iiivei", ist mehre Male aufgelegt worden; von s. „VU-iv<-iII>>.<i etbe-iute.-i klo Ir> naiuro en Irance" ist 1819 zu Paris die 4. Allst, erschienen.Eine 1811 begonnene „lli<uoi>c ^ö»e>sle cle wovon Bonaparre's
Censur 10 bereits gedruckte Bogen umzuändern befahl, hat der Vers. nicht fortge-setzt. Mit Malre-Brun hat er eine neue Austage von LeveSque'S ,,I!'„i, ic ,1«Üu-n-ie" 1812, und mit Villeneuve 1817 eine neue Aust. von I. I. Rousseau'S Werken besorgt, und 1821 Mentelle's „Oeo»i-,pl>,e Oe I-, I lonoe" umgearbei-tet. Ferner hat er die bei Belin in Paris erschienenen Ausgaben der WerkeFontenelle's, Montesquieu'S , Labruy-re'S, Larochefoucault's, Hamiltoi.'S undDiderol'S besorgt und mit biographischen Notizen versehen. Seit vielen Jah-ren schreibt er die pariser Correspondenznachrichten im „Morgenblatt". Er ge-hört zu den Mitarbeitern der „lüvpuupliie »niveikell»:", der „Ikevue c»evcl»>>ä-«lig»»',", der Fortsetzung des chronvlog. Werkes ,,^rt <>« x ritier lesckale^" u. s. w.Noch führen wir an s. „Sammlung der besten spanischen Romanzen, mit Anmerk.und Einleitung" (Altenburg und Leipzig 1817); ,P.i 8uisse" (Paris 1822, 4Bdchn.); „1>:> 6rcce" (Ebend. 1823, 4 Bde.) und „Vo) 2 n.e ci vil eluckiunt ilansles 5 >>arlies cl» monela" (Ebend. 1822, 2 Bde.).
D epu t i r t en k a m m er, s. Kammern.
Derfslinger (Georg, Freih. von), früher Dörfling genannt, preußisch-brandenburg . Generalfeldmarschall, einer der ersten Helden des von Friedrich Wil-helm, dem großen Kurfürsten, gegründeten preuss. Militairstaats, geb. im März1606, nach einigen Nachrichten in einem östr. Dorfe im Lande ob der Ens,war, nach Pauli, der Sohn eines protestantischen Landmanns in Böhmen . Ertrieb anfangs das Schneiderhandwerk und wollte wegen der Unruhen in Böhmen ,um sich den Religionsbedrückungen nach der Schlacht aus dem weißen Berge zuentziehen, nach Berlin wandern. Als man ihn aber, weil er kein Geld hatte,nicht über die Elbe setzen wollte, warf er sein Bündel in den Strom und griffzum Schwert. Eine Zeitlang diente er als Gemeiner, unter dem General vonThurn; schon als Dragoner quälte ihn der Gedanke, wie er einst General werdenkönnte. Dann trat er in schwedische Kriegsdienste, wo er unter Gustav Adolfs ,hierauf unterBanner's und Torstensohn's Fahnen focht. Die Botschaft von demSiege bei Leipzig (1642), zu welchem er als Oberster an der Spitze seines Reiter-regiments viel beigetragen hatte, überbrachte er der Königin Christina , welche ihndafür zum Generalmajor ernannte. Nach dem Frieden als Fremder aus demschwedischen Heere entlassen, wandte er sich nach Brandenburg und trat 1654 alsGeneralmajor der Cavalerie in die Dienste des Kurs. Friedrich Wilhelm, der seineTalente und seinen Muth zu belohnen bald Gelegenheit fand. 1657 ward D.geh. Kriegsrath, 1670 Generalfeldmarschall, 1677 Obergouverneur aller pom-merschen Festungen und 1678 Statthalter von Hinterpommern und Kamin. Erhatte sich seit 1654 in allen Feldzügen des großen Kurfürsten, gegen die Polen ,