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Derschawin Desaix
Schweden und Franzosen , durch Klugheit, Schnellblick, Thatkraft und Tapferkeitausgezeichnet. Auch brauchte ihn der Kurfürst zu Gesandtschaften, und KaiserLeopold erhob ihn 1614, auf Ansuchen seines Landesherr», in den Reichsfreiherrn-stand. Von seinen Waffenkhaten führen wir nur einige an. Durch den Über-fall der Schweden an der Havel und die Wegnahme von Rathcnau am 15. Juni1615 bahnte D. dem großen Kurfürsten die Kahn zu dem Siege bei Fehrbel-lin (s. d.), am 18. Juni, wo er den Oberbefehl unter dem Kurfürsten hatte.1618 eroberte er Stralsund . 1619 führten er und der Kurfürst die Truppen aufSchlitten über den kurischen Haff, überfielen das schwedische Heer und jagten esnach Liestand. Der tapfere D., dessen Betragen stets einfach, bescheiden und,wie seine Sprache, offen, nicht selten derb war, behielt auch als Greis noch seinenmuntern, thätigen Geist und sein frisches, kräftiges Herz. Er starb 1695 ineinem Alter von 89 I. Nach s. Tode ward auf ihn eine Aedächtnißmünze ge-prägt, deren Rückseite Mars und Hercules als seine Ahnen darstellt; die Haupt-seite zeigt das woklgetroffene Brustbild des Helden. Sein Geschlecht erlosch mitseinem Sohne, Friedrich, Freih.v.Derfflinger, der als königl. preuß. Generallieut.1140 zu Berlin ohne Erben starb. Vgl. Pauli'S „Leben großer Helden ic.", I X.;König'S „Authent.Nachr. ».demLeben Derfflinger'S"(Stendal 1186) und Varn-hagen von Ense'S „Biograph. Denkmale" (Berl. 1825, 2 Th.).
D e r s ch a w i n (Gabriel Romanowitsch), geb. zu Kasan 1143, gehört nebstdem verstarb. Keraskoff und dem Trauerspieltichter Oseroff zu den vorzüglichstenDichtern Rußlands . Er nahm 1160 Dienste beim JngenieurcorpS als gemei-ner Soldat und zeichnete sich im Felde aus, besonders 1114 gegen den RebellenPugatscheff. Schon damals entwickelte sich sein Dichtertalent. Unter Katha-rina stieg er 1800 bis zum Reichsschatzmeister, und 1802 bis zum Justizmini-ster. Er zog sich aber bald darauf von den Geschäften zurück und lebte ganz denMusen. Berühmt ist seine „Ode an Gott", die Czersky zu Wilna 1819 ins La-teinische übersetzt hat. Der chinesische Kaiser ließ sie ins Chinesische übersetzenund, aus Seide in Gold gedruckt, in einem Saal? seines Palastes aufhängen. Auchhat D.'S Gedicht: „Der Wasserfall", vorzüglichen Werth. In andern Gedich-ten artet der oriemalische Bilderdienst bisweilen in Schwulst aus. Mehre Pro-ben von diesem Dichter findet man, ins Englische übersetzt, in Bowring'S „Russi-scher Anthologie", auch in von Borg'S „PoetischenErzeugnissen der Russen" (Riga und Dorpat 1823). Seine Gedichte sind 1808 in 4 Bdn. erschienen; außerdemhat er staatSwissensch. und topograph. Werke geschrieben. D. starb den 8. Juli1819 auf seinem Landgute Swanka, unweit Nowgorod . 20.
Derwisch, DerviS (persisch: arm), in der Türkei die Benennunggewisser nach Ordensregeln lebender Geistlichen. Sie sind bei den MohammedanernDas, was bei den Christen die Mönche heißen, nach ihrem Stifter Mavelava auchMavelaviten, suchen ihren Ruhm in Fasten und in der Beobachtung strenger Ge-bräuche und gottesdiensilicher Handlungen und stehen bei dem Volke in dem Rufegroßer Heiligkeit. Sie leben zum Theil in Klöstern zusammen, zum Theil einzeln,und aus ihnen werden inderRegel dieJmans ls.d.) gewählt. Sie haben allent-halben, selbst bei den Tafeln der Vornehmsten in der Türkei , freien Zutritt. Beiden Hindus führen diese Mönche den Namen Fakir.
Desaix (Louis Charles Antonine), franz. Feldherr, geb. im Aug. 1168 aufdemSchlosseVovoux beiRiom lAuvergne) in einer adel. Familie, trat 1184 in dasJnfi-Regimenl Bretagne als Unterlieutenant. Er trug im Dec. 1193 zur Erobe-rung der hagenauer Linien bei, in die der linke Flügel, bei welchem er stand, zuersteindrang. 1194 diente er in der Nordarmee, unter Pichegru, mit fortwährenderAuszeichnung. Zur Rheinarmee unter Moreau 1196 zurückberufen, vertheidigteer im Nov. den Brückenkopf von Kehl. 11S1 begleitete er Bonaparte nach Ägyp-