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Deutscher Handel (Mittel ihn zu heben)
und Norden von Europa gleichsam in einen Punkt, besonders zu Frankfurt undLeipzig , zusammen, und der größere Theil ausländischer Manufacturwaaren gehtdurch sie nach Deutschland herein, und in da? Ausland hinaus. Der sranz. -Leiden-waarenhandel ist fast ausschließend in den Händen unserer deutschen Kaufleute, undder Meßhandel niit englischen Manufacturwaaren dient als gualisicii ter Transitodurch die vielen Gewerbe, welche von ihm in Thätigkeit und Nahrung gesetzt wer-den, zur Vermehrung unseres Nationaleinkommens. Don großem Vortheil sindunsere Messen ferner dadurch, daß die nordischen Meßeinkäufer ihre eignen Fuhr-werke mir Producken befrachten, die uns wieder zum Zwischenhandel nach Frank-reich, den Niederlanden, der Schweiz und Italien dienen.
Der Lichtseite dieses deutschen Zwischen- und Speditionshandels steht in jüng-ster Zeit die Schattenseite des bis zur mercantilischenWuth gesteigerten Handelsmit Staatspapieren gegenüber. Der mit demselben verknüpfte müheloseund oft plötzliche Gewinn reizt die Capitalisten in Hoffnung des Glücks, dem poli-tischen Weckst! der Reiche und Staaten einen Theil ihres Vermögens zu vertrauen.Bedeutende Capitalien werden jetzt dadurch der inländischen Werkthätigkeit mittelstBelebung der Produclion, der städtische» Gewerbe und des Industriehandels ent-zogen. Inzwischen würden alle diese Verhältnisse, wenn sie auch durchaus gün-stig wären, Deutschlands successive Handelsschwächung und damit fortschreitendeVerarmung, die bei Nationen nur minder schnell als bei Individuen bemerkbarMÜH in der Folge doch /licht aufhalten, wenn die mercantilische Isokirung der mei-ste» deutschen Bundesstaaien unter sich noch eine geraume Zeit so bleiben sollte,wie sie gegenwärtig ist, und wenn wir verabsäumen würden, alle die Hülfsmittelzu benutzen, welche unsern Industriehandel, der die eigne» Producte des Bodensund der Narionalarbeit zum Gegenstand hat, wieder mehr emporzuheben geeignetsind. — Als zum Theil nothwendige, zum Theil nützliche Mittel, dem gesunke-nen deutschen Handel wieder emporzuhelfen, sind anzusehen: 1) Freiheit desHandelsverkehrs im Innern der deutschen Bundesstaaten. Soschwer e? werden möchte, durch zureichende Maßregeln den deutschen Bund gegendas Ausland, besonders England und Frankreich , in einen vollkommenen Retorsions-zustand zu versetzen, so ausführbar ist es, alle Douanenlinien zwischen den einzelnendeutschen Bundesstaaten aufzuheben und sie, ohne bedeutenden Verlust für einzelneVereinstaaken, an die Grenze Deutschlands zu versetzen. So lange die deutschenHandelsbewegungen von Volk zu Volk, von S/aat zu Staat gehemmt sind, solange man dessen Bewohnern unter sich selbst die Benutzung ihrer natürliche» Hülfs-quellen erschwert, ist wahrlich an keinen tauerbaften Flor des IndustriehandelsDeutschlands zu denken. Selbst sein Zwischenhandel bleibt in steter Gefahr derVernichtung, und die Spedition in dem Grade erschwert, als man durch die künst-lichen Veranstaltungen der Regierungen die natürlichen Vortheile in der Folgezeiteinzubüßen Gefahr läuft, welche schon die geographische Lage zu sichern scheint.Es ist nicht schwer zu beweisen, daß die Prohibitivsysteme deutscher Bundesstaaienmehr gegen sie selbst als gegen das Ausland gerichtet waren, und daß sie sich durch denunter ihnen herrschenden mercantilischen Zwiespalt am meisten schwächten. Eoleicht diese Wahrheiten einzuseben sind, so dürfen wir, ungeachtet des 19. Art. derdeutschen Dundesacte, doch nicht die Hoffnung nähren, alle deutsche Dundesstaa-ten aus dem Zustande ihrer Isolirung in den der natürlichen, einem Bunde ange-messenen Handelsfreiheit unter sich selbst eintreten zu sehen. Die Finanzgewaltin einigen großen -Ltaaten giebt dies nicht zu, und manche Regierungen, besondersin Norddeutschland, bleiben selbst gegen ihren Willen genöthigt, aus Rücksicht fürihre Lage und politischen Verhältnisse, sich von dem mercantilisch-sinanziellen Sy-steme der Nachbarn ferner fortreißen zu lassen. Unsere kühnsten Hoffnungen wür-den schon übertreffen werden, wenn nur der Verein der süddeutschen Staaten, wie