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er in einer momentanen patriotischen Aufwallung dem Ministerialcongresse zu Wien in der Idee vorschwebte, sich ganz zum Vortheile der innern deutschen Handelsfrei-heit erklären sollte. Hat auch der Darmstädter Handelscongreß (s. d.)seinen unmittelbaren Zweck nicht erreicht, so ist doch durch ihn zur künftigen Ent-fesselung der innern deutschen Handelsfreiheit ein Mittelweg gebahnt worden, dermit der Zeit zu einem vollkommenen mercantilischen System der Gemeinschaft füh-ren kann. — 2) Besserer Haushalt in den Bundesstaaten, dadurch selte-ner werkende Staatsanleihen und sofort stärkere Benutzung der Capitalien fürden Industriehandel. Der vieljährige Kriegsaufwand wurde nur zum kleinstenTheil aus dem Einkommen der Regierungen und Unterthanen bestritten. Staats-anleihen kamen an die Tagesordnung und wurden seitdem besonders von den deut-schen Kriegsstaaten so fleißig wiederholt, daß die Capitalien ihre Gelder mehr zumPapierhandel als zur Förderung der Industrie verwenden. Dem Gewerbstandefehlt es daher an numerairen Kräften, und je geringer diese sind, desto mehr geräthder Handel in Stockung. — 3) Eine Deutschlands Verhältnissen angemesseneHandelspolitik. Wir dürfen diese nur von dem süddeutschen Staatenvereinerwarten, sobald er einmal sich ganz ausgebildet haben wird. Handelstract'ate,besonders mit Preußen, Östreich, der Schweiz und den Niederlanden , können sichals wohlthätige Folgen zeigen, wenn sie nicht, nach dem Katechismus der neuernDiplomatie, von dem Grundsätze wechselseitiger Überlistung und der Berechnungder Vortheile des Augenblicks, sondern der Beförderung eines gleichmäßigen In-teresse der unterhandelnden Staaten ausgehen. — 4) Verbesserung derLand- und Wasser-Handelsstraßen. Für erstere ist im südlichen Deutsch-land schon viel geschehen, und in den norddeutschen Staaten hat sich in jün-gerer Zeit Preußen am meisten ausgezeichnet, doch bleibt darin noch viel der Zu-kunft vorbehalten. Letztere haben ihre Verbesserungen von Anwendung der auf demwiener Congresse ausgesprochenen SchiffsahrtSgrundsätze zu erwarten. >S. Do-nau-, Elbe-, Main-, Neckar-, Rhein - und Weserschi fffa h r t.) Dernützlichen, zum Theil auch nöthigen Schiffbarmachungen der kleinen Gewässer,welche die süddeutschen Vereinstaaten in verschiedenen Richtungen durchströmen,wollen wir nur vorübergehend erwähnen, damit die Summe der gerechten deutschen Ansprüche möglichst klein bleibe. —> 5) Handelskammern, die man nur ineinem kleinen Theile Deutschlands findet, obwol sie längst unter die allgemeinenWünsche gehören, und ihre Vortheile sich durch Frankreichs Beispiele erprobt ha-ben; eigne Schifffahrtsbehörden in den Landen, deren Handelsschifffahrt voneiniger Bedeutung ist; Handelscompagnien, wie gegenwärtig die Rheinisch-westin-dische Compagnie das erste Muster gibt; Vereine zur Beförderung des Gewerb-fleißeS, gleich dem, der sich in Preußen gebildet hat, und möglichste Begünstigungenunserer Messen sind, außer einer größern Einheit des deutschen Postwesens, einesgleichen Münzfußes und eines übereinstimmenden Maß-und Gewichtsnstems (bloßefromme Wünsche deutscher Patrioten!) die weiter» mächtigen Hebel zur Belebungunsers deutschen Handels, den nur Kurzsichtige zu einem bloßen Diener der Fabrikenherabwürdigen können. — Haben wir uns unserer innern Handelsfesseln entledigt,und durch weise Beschlüsse der mercantilischen Welt gezeigt, daß unsere Regierun-gen zu dem natürlichen Principe zurückgekehrt sind, nur den Nettogewinn als Früchteder Handelszweige zu belasten, dann dürfen wir uns zuerst mit etwas mehr Rechtbeklagen über den Egoismus fremder Handelsstaaten, der viel natürlicher erscheintals der vor Kurzem noch neununddreißigsache Egoismus der deutschen Bundes-staaten. 13.
Deutsche Industrie. Mit Recht nennt der Dichter das deutsche Land „an Kunst und edeln Sitten reich". Denn seit der Deutsche an festere Wohnsitzegewöhnt war, zeigte er großen Erfindungsgeist, Eifer und Fleiß in der Betreibung