Band 
Dritter Band. D bis E.
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Deutsche Kaiser Deutsche Kirche IkS

der Künste. Natürlich aber entwickelten sich zuerst die Künste der» äußern Bedürf-en sieg, in demsLchoße der Städte, in denHänden des sich hier ausbildenden Bürger-stande?. (L. Amon'sbeschichte der deutschen Lantwirthschaft" u. Flfcher'sbe-schichte des deutschen Handels".) Künste und Gewerke wurden ein Zweig der bür-gerlichen Nabrung. So ward seit dem 13. Jahrh, die Wollenwebcrei, Leinwebernund die Tuchmacherkunst in Deutschland eifrig betrieben, besonders in den kunstrei-chen Städten Augsburg, Nürnberg und nachher Frankfurt a. M. Die Nachkom-men des Webers Hans Fugger, im Graben bei Augsburg (lebte im 14. Jahrh.),welche ein Handlungshaus in Antwerpen gründeten und eine Flotte ausrüsteten,wurden vorn Kaiser Maximilian in den Grafenstand und zu den bedeutendsten Äm-tern erhoben. Ihr Reichthum begünstigte wiederum die Künste und Gewerbe.Ulrich Stromer, Rakhsherr in Nürnberg , soll gegen 13S0 daselbst die erste Pa-piermühle angelegt haben. Im nördlichen Deutschland waren in dieser mittlernZeit Braunschweig, Goslar, Skendal, Stettin und Magdeburg die blühendstenFabrikstätte. Auch in Metall-, Holz-, Leder-, Glas-und Stcinarbeiren zeich-nete sich der Deutsche aus. Das zu große Ansehen der Handwerker in mehrendeutschen Städten machte bald, daß öfters ihre Gilden und Zünfte von den deut-schen Kaisern und von einzelnen Fürsten aufgehoben wurden. Aber sie gvurden im-mer wiederhergestellt. Der Bergbau fing in Deutschland seit Entdeckung der goslari-schen Erzadern an, wodurch Wohlhabenheit, besonders in Niedersachsen , entstand;ß Gmelin:Beiträge zur Geschichte des deutschen Bergbaues". Durch den nörd-lichen und sächsischen Handel wurden Wisby, Lübeck, Bremen, Hamburg groß undberühmt, im mittlern Deutschland Erfurt, Leipzig -c. Am Rheine blühten Köln ,Mainz, Speier, Strasburg zuerst auf. Aber Handel und Gewerbfleiß wurdenlange durch Fehden und Kämpfe, Unsicherheit und schlechte Beschaffenheit derStra-ßen erschwert. Daher die Bündnisse der Städte. Die Blüthe des Handels zeigtdie deutsche Hansa (s. d.). Auch viel mechanische, vorzüglich mathematische undmusikalische Instrumente verfertigten und erfanden die Deutschen , z. B. PeterHele, Otto Guericke, v. Kempelen, Reichenbach. (S. Deutsche Manu-faktur.)

Deutsche Kaiser, s. Deutschland, Deutsches Reich undKaiser.

DeutscheKirche nannte sich bis 1815 vorzugsweise die katholische Kir-che in Deutschland , weil sie die evangelische als Kirche nicht anerkannte, und dieselbevor den durch die franz. Revolution veranlaßten Secularisationen auch an Macht undReichthum weit übertraf. Den Nationalkirchen andrer europ. Reiche war sie vorder Reformation an Umfang und nach derselben noch an Grundeigenihum und An-sehen überlegen. Die ErzbiSthümer Bremen und Magdeburg , die BiSkhümer Lü-beck, Ratzeburg, Schwerin, Schleswig, Berden, Minden, Halberstadt, Merseburg ,Naumburg, Meißen, Brandenburg, Havelberg, Kamin und LebuS (Fürstenwalde ),nebst den meisten Collegiatstiftern, Abteien und Klöstern im nördlichen Deutschland ,verlor sie durch die Reformation und den westfälischen Frieden an die protestantischenRegierungen; dieTcrritorien der DiSthümer Metz, Toul und Verdun an Frankreich .Strasburg blieb nur als Bisthum im ReichSverbande. Dennoch bildeten dieStaaten der geistlichen Reichsfürsten (die Kurfürstcnthümer Mainz, Trier undKöln, das Erzbiothum Salzburg, die BiSkhümer Bamberg, Passau, Würzburg ,Worms, Speier, Konstanz, Basel, Chur, Freisingen, Brixen, Trient , Eichstädt,Augsburg, Regensburg, Fulda, Hildesheim, Paderborn, Lüttich, Münster, Osna-brück und Korvey , der deutsche Orden und der Iohanniterorden, mehre gefürsteteund eine große Anzahl rcichsunmittelbarer Abteien und Propsteien) eine Macht, dieden katholischen Reichsständen auf deni Reichstage eine überwiegende Mehrheit derStimmen und ihrer Kirche, und in Verbindung mit den unter östreich. und andrer