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Deutsch« Kritik
Betreff der regelmäßigen Einrichtung der kirchlichen Sachen in diesen Staaten vonihm gesagt worden, den Vorschlag machte, einstweilen die bezeichnete neue Begren-zung der Diöcesen in Vollzug zu sehen, um hernach in gutem Einverständnisse denKirchen weiter vorzusehen. Die Gesandtschaft ging in der Kote vcil,.->Io vorn 3.Sept. 1819 hierauf ein. Nach weitern Unterhandlungen ward beschlossen, inFreiburg das Erzbisthum für Baden, in Rottcnburg das BiSthum für Würtein-berg, in Mainz für dasGroßherzoglhum Hessen, in Limburg für ftdassau und inFulda für Klirhessen —welchen verschiedenen BiSlhümern einzelne kleine Dundes-staatcn sich anschließen — zu errichten. Die erste Ernennung der Bischöfe kannnur mit wechselseitigem Einverständnisse der Regierungen und des Papstes gesche-hen. Ob die Bischöfe Ersprießliches werden wirken können, wird abhängen vonder Klugheit und Umsicht, die die Bischöfe, und der Mäßigung, die die Cabinektezu bewähren haben werden. — Die Krone Preußen hatte schon seit mehren Zährenmit Rom wegen der kirchlichen Verhältnisse ihrer katholischen Unterthanen unter-handelt. Als 1821 die Verhandlungen des laibacher Congresses dem nun verewig-ten Fürsten Staatskanzler einige Muße gewährten, reiste, er nach Rom , und imRaume weniger Tage war die Übereinkunft in ihren Grundlagen abgeschlossen, welchevomKönig 1821 genehmigt ward. Über die Erziehung der Geistlichen ist bestimmt,daß in jeder erzbifchöfl. unk bischest. Stadt ein geistliches Seminar erhalten oderneu gegründet werden solle, damit darin eine solche Anzahl angehender Kleriker un-terhalten und nach Vorschrift der Beschlüsse von Trient unterrichtet und gebildetwerden möge, als es der Umfang und der Bedarf der Sprengel fokern und derpäpstliche Eommissair bestimmen wird. — Die Unterhandlungen der hanöv. Regie-rung mit dein päpstlichen Stuhle sind noch nicht beendigt, und es handelt sich »ochdarum. ob die bestehenden 2 BiSthümer Hilkesheim und Osnabrück nach demWunsche der Regierung in Eins verschmolzen werden sollen. v. e. K.
Deutsche Kritik. Ei» freies Erzeugnis des Volkes war die deutsche Literatur entstanden. Die politische und bürgerliche Verfassung hatte sich die Na-tion wol von den höher» Ständen geben lassen, aber ihr geistiges Leben schuf sie sichselbst. Zwar waren es vornehmlich Fürsten und Edle, welche die fruchtbringendeGesellscbaft stifteten; aber dieser, einen großen Einfluß auf die Literatur beabsich-tigende Verein würde bald unthätig geworden sein, wenn er nicht auch bürger-liche Mitglieder gehabt hätte, und andre ähnliche Vereine stellten sich in Kurzemdemselben gegenüber. Zu einem mit allgemeiner Anerkennung herrschenden literari-schen Gerichtshöfe, wie es in Frankreich die Vea<Iä,nie sr->n,ui<io war, konnte eswegen der Vereinzelung der deutschen Staaten nicht kommen; kein der Literaturgebietender Hosto» engte die Schriftsteller in gewisse beliebte Formen und Weisenein, und die Universitäten waren, selbst für die eigne Provinz, ohne allen Einflußauf die Nationalliteratur. Jedem Einzelnen war unbenommen, sich auszuspre-chen, wie es ihm der Gott oder der Reim gab. Die Dichter seit Opitz sangen inganz verschiedenen Weisen friedfertig neben einander; das Publicum hörte Zedcn.Nirgends war Streit, und auch Opitz'S „Deutsche Poeterci", welche er selbst nichtals einen allgemein gültigen Kanon ausstellen wollte, unterbrach den Frieden nicht.Bei dieser innern Ruhe konnten nur äußere Einflüsse Widerspruch und Parteigeisterzeugen. Die Notiz, welche man bisher von der ausländischen Literatur genommenhatte, war eines solchen Einflusses nicht fähig, da man bloß die matten und gehalt-losen italienischen Schriftsteller aus dem Ende des 16. und dem Laufe des 17. Zahrh.studirte und nachahmte, aus der franz. Literatur aber, mit einer merkwürdigenVernachlässigung der ersten Elassiker, bloß einige werthlose Romane und Gedichtesich aneignete, oder auch aus den Holländern, den Nachahmern der Franzosen ,schöpfte. Fast ein volles Jahrhundert nach Opitz war es erst, wo eine Dergleichungdes dermaligen Zustandes der deutschen Literatur mit dem der ausländischen die