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Schelling ausgehend, sucht Hegel ss. d.) nun einen absoluten Idealismus instrenger dialektischer Metbode anfzustellen, indem er die absolute Idee, alsdiesicb,als das Llbsoluke, erfassende Vernunft, in ihrer nothwendigen Entwickelung bekrach-tet, und dieselbe in ihren» Fürsichsein (in der Logik), in ihrem Sein im Andern (inder Naturphilosophie) und endlich m ihrer Rückkehr in sich selbst (in der Philosophiedes Geistes) darstellt.
Die bisher angeführten philosophischen Systeme kann man als eine fortlau-fende Reihe philosophischer Ansichten und Standpunkte betrachten. Viele andrephilosophische Ansichten lind Systeme entwickelten sich entweder durch Oppositionmit den hier genannten, oder suchten einen der angeführten Standpunkte festzuhal-ten und die auf demselben liegende Ansicht zu berichtigen, oder in vollkommen aus-gebildeter Form darzustellen. Das Letztere gilt z. B. von FrieS'S neuer Kritik derreinen Vernunft und Krug'S transscendentalem SynthekiSmuS, in welchem manalle Hauptlehren der Kant scheu Kritik in systematischer Fornr verbunden fin-det. Bardili suchte ebenfalls das Absolute zur Basis aller Philosophie zu ma-chen. Er fand es in dem Denken und wollte daher die Logik zur Quelle realerErkenntnisse erheben. I. I. Wagner und Eschenmayer suchten -Lchelling'S Lehretheils zu berichtigen, theils weiter zu bilden. In der Reihe eigenthümlicher Den-ker aber, welche vornehmlich im Gegensatz gegen die obigen Ansichten die ihrige ent-wickelten, gehören Iacobi durch seine Gefühls - und Glaubenslehre, nebst Koppen,und mehre seiner Schüler, ferner der hier sich anschließende Rationalismus Bouter-wek'S, der auf den Glauben an die Vernunft gebaut ist; Platner's und Schulze'«bedingter Skepticismus und Herbark's scharfsinnige metaphysische Bruchstücke,die meist als Kritik andrer Systeme erscheinen. Die meisten dieser zuletzt angeführ-ten philosophischen Ansichten fallen, wenigstens ihrer Ausbildung nach, noch indas erste und zweite Decennium des gegenwärtigen Jahrh., und es verdient be-merkt zu werden, daß die Forschungen der Deutschen im Gebiete der philosophischenWissenschaft sich in demselben Zeitpunkte um so tiefer und vielseitiger entwickelt ha-ben, in welchem sich die größten politischen Ereignisse drängten, und eine fast welk-erobernde Kühnheit auch Deutschlands politische Selbständigkeit gefesselt hielt.Die ebenso großen Ereignisse, durch welche die Herrschaft des Welteroberers gestürztwurde, und das wieder erwachte Streben und Drängen der von einander getrenntenund vom fremden Druck entfesselten Länder nach einem neue» selbständigen politi.schen Leben, scheinen dagegen mit ganz entgegengesetzten Erscheinungen im Gebieteder deutschen Philosophie zusammenzuhängen. Don der einen Seite bemerkt man,daß gegenwärtig keine der angeführten philosophischen Ansichten eigentlich herr-schend ist, und die Meisten, welche sich mit Ausbildung und Mittheilung philoso-phischer Lehren beschäftigen, sich entweder an eine der eben genannten Hanptan-sichten, welche die neuere Periode der deutschen Philosophie hervorgebracht hat,oder an irgend eine frühere anschließen, dieselben nach Form oder Inhalt, im Gan-zen oder Einzelnen, kritisch oder dogmatisch entwickeln und ausbilden, und nachdenselben einzelne Disciplinen, z.B. Moral, Ästhetik, bearbeiten; oder die vonKant vorausgesetzte psychologische Grundlage zu berichtigen und die Philosophieauf dem Wege der Erfahrungsseelenlehrezu begründen suche», wie neuerdings z. B.Beneke. Und in der That ist die psychologische und anthropologische Richtung un-ter unsern Philosophen durch den Gegensatz der willkürlichen Speculation seit Kur-zem sehr lebhaft hervorgerufen worden , wie man auch aus den zahlreichen Schrif-ten über Anthropologie und Psychologie abnehmen kann, welche in den letzten Jah-ren erschienen sind. Mit dieser psychologischen Richtung ist die historische Ansichtder Philosophie und die fleißige Bearbeitung derGeschiehre der Philosop hiezusammenhangend, indem die Verschiedenheit und der Streit speculariver Anficht« nden Geist zur Rekapitulation des Vorhandenen, zur Betrachtung über den Zusam-
Eonvctsarivns, Lexicon. Bd. »I. 14