Band 
Dritter Band. D bis E.
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Deutsche Philosophie

Wissenschaft.) Die eigentlich deutsche Philosophie charakterisirt sich sowol durchdas rastlose Streben nach Scksteilien und Ableitung wissenschaftlicher abätze von ein-fachen und möglichst umfassenden Principien, als auch durch ihre kosmopolitischeRichtung. Sie beginntmit Leibn itz(s. d.), dem ersten philosophischen Genie un>ter den Deutschen am Ende des 17. Jahrh. Leibnitz's Lehre von den angeborenenIdeen, seine Monadologie und Theodicee, sein Streben nach einem höchsten Prin-cip. gaben allen denkenden Köpfen seiner Zeit z» thun. Er legte den Grund zueinem rationalistischen Realismus, welcher sich dem Locke'schen Sensualismus ent-gegenstellte und das philosophische Wissen auf nothwendige und angeborene Wahr-heiten der Vernunft durch Demonstration zurückzuführen suchte. Wolf führtediese Ansicht in der demonstrativen Form des Systems aus. das zu den Zeiten derRegierung Friedrichs des Großen herrschend war. Er stellte schon die philosophi-schen Wissenschaften in einem deutlichen encvklopädischen Zusammenhange auf;allein der Hauptfehler seiner Philosophie lag darin, daß er die Wahrheit nur in De-finitionen und Beweisen (in der demonstrativen Methode) beschlossen glaubte.Seine unzähligen Schüler bildeten diesen Formalismus bis zum Ekel. Er fandan Chr. Ä. Crusius (seit 1717) undIoh. G. DarieS wichtige Gegner, jedoch mehrim Einzelnen als im Ganzen. Unter seinen Anhängern aber finden sich mehrePhilosophen, welche einzelne Wissenschaften, besonders Logik, mit Glück ausbil-deten, z. B. Lomberk, Ploucguet, ReimaruS , Baum garten (s. d.)u. A . Darauf bildete sich von 1760 — 80 ein Eklekticismus in der Philoso-phie. Einige folgten bald dem Deseartes, welcher die Trennung des Körpers undGeistes zu einem Grundcharak-ter der neuern Philosophie erhob, bald den psvcholo-gischen Forschungen einesLocke, wie Feder, Garve u. A. Durch Hume'S Skepti-cismus tind Locke'S Prüfung des Verstandes angeregt, suclwe endlich der scharfsin-nige Denker Immanuel K«-nt (s. d.) (seit 1780), mir welchem die neuestePhilosophie (die zweite-'Periode der eigenilichcheutschen Philosophie) beginnt,die Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens gegen die Dogmariker fest zubestimm»» lind das Verfahren der Vernunft im Pkilolophiren, unter VorauSse-kung psvcholoaischer Begriffe, zu prüfen, wodurch er das Resultat fand: die mensch-liche ErftmNtnißgehe nicht über das Gebiet des Bewußtseins und der Erscheinung hin-aus, und es gebe keine Erkenntniß des Übersinnlichen. Die praktische Vernunft aber,welche kategorisch gebietet, überzeuge uns von Dem, was die speculative nicht be-weisen könne. Reinhold suchte diese Kritik i» eine Theorie des Vorstellungsver-mögens zu fassen, welchen Versuch jedoch Schulze (als Änesideni) mit den Waffendes Skepticismus glücklich bestritt. Obwol nun der Gegensatz des Denkens undSeins durch diese Lehre erst recht grell hervorgehobenwurde, so weckte doch Kant'SKritik den Geist eines freiern Philosopkirens unter -den Deutschen . Der kühnekräftige Denker Fichte sah, wie diese Philosophie auf halbem Wege zu dem Idea-lismus stehen blieb, und stellte mit der strengsten Folgerichtigkeit ein System desIdealismus, seine Wisset,sck aftslchre, auf. in welchem er aus einem Princip, demIch, alle Erkenntniß und Wahrheit herzuleiten suchte. An die Kant 'sche Lwbjec-kivitätslehre sich anschließend, machte Fichte das Ich, das Subject des Selbstbe-wußtseins, zur absoluten, auch das Object producirenden Thatigkeir, womit ei-gentlich die Realität der Objecte aufgehoben war. Von Fichte ging LächellingauS,der zu einer neuen 'Ansicht den Grund legte, als er der subjeciiven Idcalphilolophirgegenüber, einen objectiven Idealismus oder eine Naturphilosophie aufstellte, inwelcher man von der Natur zum Ich aufsteigt, sowie in der ihr gegenüberstehende»Idealphilosopbie vom Ich zurNatur fortgegangen wird. Diese beiden SeitenderPhilosophie suchte Schellmg durch die später ausgebildete Ideniiratslehre zu ver-binden, in welcher das Absolute als Identität des Denkensund Seins, und die in-tellectuelle Anschauung als die Erkenntniß dieser Identität gesetzt wird. Von

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