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schwendung und Zwiespalt allmälig in Verfall. Um 1228 wurden die deutschen Ritter von den Polen gegen die Preußen zu Hülfe gerufen, die auch seit 1229 nacheinem 53jährigen Kriege die Oberherrschaft des Ordens anerkennen und die christli-che Religion annehmen mußten. Durch den deutschen Orden wurden d»e slawischenLänder am baltischen Meere germanisirt, vorzüglich seit seiner Vereinigung 1231mit dem Orden der Schwcrkbrüder in Liefland. 1309 nahm der Hochmeister sei-nen Sitz zuMarienburg in Preußen (s. dd.). Aber die Regierung des Ordenswar in der Folge so drückend, daß sich Vorderpreußen schon im 15. Jahrh, an Po-len ergab. Auch für Hinterpreußen mußte der Orten die polnische Lehnsherrschaftanerkennen, und als er sich derselben zu entziehen suchte, gerieih er mit Polen ineinen Krieg, welcher sich damit endigte, daß er auch Hinterpreußen verlor, welches1525 dem damaligen Hochmeister, Markgrafen Albrecht von Brandenburg , alsein erbliches Herzogthum unter polnischer Hoheit ertheilt wurde. Hierauf hatteseit 1521 der Hoch - und Deutschmeister seinen r^itz zu Mergenrheim in Schwaben (jetzt würtembcrgisch) und war ein geistlicher ReichSsürst. Die 11 Balleien (Pro-vinzen) dieses Ordens waren in Commenlhureien abgetheilt, denen ein Landcom-menthur vorstand, und lagen in verschiedenen Ländern zerstreut; zusammen 40IHM. mit 88,000 E. Davon hatte Mergentheim 10 OM. und 32,000 E.Durch den preßburger Frieden (1805) erhielt der Kaiser von Ostreich die Würde,Rechte und Einkünfte eines Großmeisters des deutschen Ordens. 2m Kriege mitÖstreich hob Napoleon den 24. April 1809 zu Regensburq den Orden auf. DieGüter desselben sind den Fürsten anheimgefallen, in deren Landen sie sich befanden.Der Erzherz. Anton nennt sich noch jetzt Großmeister des deutschen Ordens im Kai-serkh. Östreich. Dgl. Ioh. Voigt's „Gesch. Preußens von den ältesten Zeiten biszum Untergänge des deutsch. Ordens" Königsberg 1821; der 2.TH. bis 1249).
D e u t sch e S ü n g e r. Es gibt wenige deutsche Sänger, welche bloß alsCapell - oder Concertsänger aufträten, wenngleich viele deutsche Theatersänger mehrConcertsänger als Opernsänger sind. Daß aber säst alle deutsche Sänger zugleichBühnensänger sind, davon liegt der Grund weniger in dem Mangel stehender Con-certe und Capellen als vielmehr in der Eitelkeit der Sänger, in den glänzendemGehalten guter Opernsänger und in der großen Duldsamkeit des Publicums gegenausgezeichnete Sänger, welche schlecht repräsentiren. 2" dem Art. Deutsche Musik haben wir auch über das Verhältniß der Sänger gesprochen; eS bleibtuns also hier nur übrig, die Namen der bekanntesten deutschen Sänger und Sän-gerinnen zusammenzustellen und auf die Eigenthümlichkeit der Einzelnen, so weitsie uns bekannt geworden, mit einigen Worten hinzudeuten. Wir wollen l. dieDanien in alphabetischer Reihe vorausgehen lassen. Dem. Bamberger (war alsSängerin des frankfurter Stadttheaters eine vielversprechende Anfängerin mit vielUmfang der Stimme und nicht unbedeutender Fertigkeit; sie singt erste Partien);Mad. Becker (war bei der Oper in Prag und in Hamburg ; Bravoursängerin, de-ren Höhe bis ins Übernatürliche geht); Mad.Bender (jetzt in Petersburg ; bedeu-tende Sängerin); Dem. Albcrtine und Gianina Campagnoli (beide in Deutsch-land geboren und gegenwärtig beim Theater zu Hanover ; die ältere hatte sonstviel Umfang, Stärke und Geläufigkeit der Stimme, aber es mangelte ihr an Ge-schmack und Seele; die jüngere war sonst mehr Altstimme und soll jetzt die Schwe-ster übertreffen); Dem. Canzi (ungeachtet ihres italienischen Namens eine Deut-sche, in Baden bei Wien geboren, Schülerin Salieri's ; lichte Stimme voll Um-fang und Geschmeidigkeit, ihre Methode hat sich durch ihren Aufenthalt in 2taliensehr vervollkommnet, wiewol die Stimme etwas gelitten hat; sie ist vorzüglich imGebiete des Sanftreizenden, Heitern und Spielenden, für dessen Darstellung inder Oper sich auch die Lebendigkeit der kleinen Figur am meisten eignet; überall inDeutschland hat sie gefallen, ja entzückt; im Allgemeinen neigt sie sich mehr zur ital.