in Karlsruhe ; man wirft ihm vor, daß er zu viel schndrkle und tenorisire; seinSpiel hat sich gebessert); Spiheder (einer der ersten deutschen BuffonS; am königs-stätter Theater in Berlin ); Stromeyer (Bassist ersten Ranges, vielleicht der erstedeutsche Bassist, durch Fülle und Kraft der Stimme wie durch geschmakvolle Aus-bildung; lange Zeit Regisseur der Oper in Weimar ); Wauer (starke Stimme,brauchbarer Sänger in zweiten Partien; bei der Oper in Berlin ); Wehrstädt (beimbraunschweigerTheater; P Spiel und Gesang schätzbar); Woltereck (bei der Operin Hamburg ; soll eine gute Stimme haben und sich im Vortrage fleißig ausbilden).3)Barikonisten: Blum (in Berlin ; angenehme Stimme, gefälliges Lpiel); EhlerS(ein sonst braver Sänger und im Spiel nicht minder ausgezeichnet); Haußner(wackerer Sänger; jetzt beim dresdner Theater); Häser (Bruder der berühmte»Sängerin; ein in musikalischer Hinsicht ausgebildeter Sänger und dabei lobens-werther Schauspieler); Hinze (Buffon in Stettin); Keller und Laroche (s. Deut-sche Schauspieler); Mittermeier (bei der Oper in München ; ebenso ange-nehme Stimme als höchst anziehender und kunstfertiger Vertrag, wegen seinesSpiels mehr zumToncertsänger geeignet); Rede (s. Deutsche Schau spieler);Staudacher (bei der Oper in München ; spielt und singt vorzüglich serieuse Baßpar-tien mit Ausdruck und Beifall); Unzelmann (f. DeutscheWchauspieler; Bus-fonparticn in der Oper); Wächter lin serieusen und Mittelpartien ausgezeichnet;in Dresden); Walter (Buffon in Karlsruhe ; besonders in dem Localkoinilchengern gesehen); Wurm (s. Deutsche Schauspiekdff). Über deutsche Sing-vereine und Singfeste s. Sing schulen. ''
Deutsche Schauspieler, jetzt lebende. Wenn man bedenkt, wieviele Bühnen, stehende und wandelnde, es in Deutschland gibt, so leuchtet ein,daß Deutschland bedeutend mehr Schauspieler zählt als Musiker und bildendeKünstler. Wenn man aber wiederum erwägt, was der Schauspieler sein und lei-sten soll, so findet man, daß von dieser bedeutenden Anzahl von Schauspielern nurwenige Künstler sind. Der Grund davon liegt darin, daß gerade bei Ausübungdieser Kunst der Naturalismus den meisten Spielraum hat. Dieser Naturalis-mus knüpft sich an den Trieb zur Nachahmung, die sich beim Schauspieler auf dieNachahmung des in der wirklichen Welt Geschehenen oder, wenn von Phantasie-gebilden die Rede ist, des auf den Bühnen Üblichen richtet, dem die meisten, nachMaßgabe ihrer Individualität, mehr oder weniger hinzuzusetzen wissen. DieserNaturalismus, der sich instinktmäßig der Nachahmung des Vorhandenen hingibt,und bei dem die Meisten stehen bleiben, wenn sie wahrnehmen, daß eine gewisseÜbung in solchem Repräsenkiren sich einstellt und die Menge damit zufrieden zu stel-len ist, wird auch in der Regel durch die Verhältnisse Derer, welche zur Bühnegehen, begünstigt. Aus einem verworrenen, zügellosen Leben, ohne Kenntniß derLiteratur und insbesondere der Dichterwerke, deren Ideale sie uns vor Augen füh-ren sollen, betreten viele die Breter nur, um sie zum Schauplatz eigner Eitelkeitzu machen; sie trauen sich die Gewandtheit zu, noch weit mehr vorzustellen, alssie sind, und rechnen es nur dem Schicksal zu, wenn sie nicht geworden sind, rbas *sie am liebsten vorstellen. Die höhern Anfoderungen einer poetischen Bildung, dieWichtigkeit vorbereitender Studien ist den Meisten unbekannt, und so hängt dasMeiüe von ihrer Individualität ab; ist diese einem gewissen Fache angemessen, ha-ben sie in der Wirklichkeit und auf der Bühne genug gesehen, was sie sich i:ri dun-keln Nachahmungstriebe angeeignet haben, so ist ihre Laufbahn als Schauspielerentschieden, und sie werden, wenn nicht als die Ersten glänzen, doch wenigstensneben den Ersten Beisall finden. Diese Art von Schauspielern, welche die grö-ßere Zakl ausmacht, wird sehr begünstigt durch das aus der deutschen Bühne über-haupt herrschende Natürlichkeitsprincip, bei welchem es ziemlich dahin gekommenist, daß Kleider und Decorationen die Hauptsache sind, und daß eine Rolle spielen