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Deutsches Theater
diesen gemeinsamen Bestrebungen zum Behufe der Wissenschaft, aller einzelnen z»Tage geförderten Lehr-, und Handbücher gedenken können, so dürfen wir doch Eber-hards und Maaß'S „Sononymik", 3 Thle., unigearb. Ausg. von Gruber (in 6Bd., Halle 1826 fg.), Tb. HeinsiuS'S „VolkSthümlicheS Wörterbuch der deut-schen Sprache" (Hanov. 1818—22, 4 Bde.), Dess. „Gesch. der Sprach-, Dicbt-und Redekunst der Deutschen" (1. ?l., Berl. 1829), und Pölitz'S „Gesammt-gebiet der deutschen Sprache rc." (Lpz. 1825, 4 Th.) nicht unerwähnt lassen. 50.
DeutschesThea ter. MarionettenartigeSchaudarstellungeuauS demStegreife, Puppenspiele ohne theatralische Vorrichtung, die vielleicht bis inS13. Jahrh, hinaufgehen, find die erste» Anfänge des deutschen Theater?. DieCarnevalsmummereien gaben dazu Veranlassung. Biblische Geschichten, drama-tisch dargestellt (Mysterien genannt), und sogenannte Moralitäten waren die erstenSchauspiele, welche vorzüglich in den Klöstern aufgeführt wurden. ScikderMittedes 15. Jahrh, wurden dergleichen, besonders komischen Inhalts, von Hans Ro-senblüt, Schnepperer genannt «die ersten Fastnachtsspiele, welche gedruckt wur-de»), und Hans Folj, im 16. von dem fruchtbaren Hans Sachs und Ayrer (s.Deutsche Poesie) gedichtet und wahrscheinlich von Liebhabern oder von her-umziehenden Fastnachtsspielern (etwas Ähnliches waren die sogenannten Spruch-sprecher zur Zeit der Meistersinger), vorzüglich in den Reichsstädten dargestellt.Sie waren derb und unausgebildet, aber kräftig, lustig, schlicht und deutsch ge-dichtet. Ihre Darstellungen auf Bühnen ohne Dach mochte Dem angemessen sein.Die Übersetzungen der Alten, z. B. des Terenz, welche in diese Zeiten fallen, wirk-ten auf das Volk nicht, und scheinen auch nicht aufgeführt worden zu sein. Mi-' mische Belustigungen dauerten neben den Schauspielen fort. Im 17. Jahrh,machte das deutsche Theater keine bedeutende Fortschritte. Übersetzungen bildetennur die Dichter und gaben den Schauspielen einen etwas regelmäßigen Zusammen-hang. Nach Martin Opitz (s. d.), der auch der ital . Dper einige Singspielenachbildete, z. B. die „Daphne" des Rinuccini, wurden die sogen. Singkomö-dien und singenden Possenspiele häufiger. Im Anfange dieses Jahrh, finden wirschon geordnete Schauspielergeselllchafken (s. Schauspielkunst), welche dieFastnachtsspiele und geistlichen Komödien durch Vorstellungen übersetzter Stückezu verdrängen suchten; denn Äriginalstücke gab es außer jenen nicht. Da« fremdeTheater war schon ausgebildeter als das deutsche , und diese schauspielergeftllschaf-ten nahmen immer mehr Zunftmäßizeö an. Durch Übersetzungen des Guarinikamen nun die sogenannten Schäfereidramen (Schäfereien, auch Waldkomödienoder Waidgedichte genannt) in Deutschland aus. Andr. Gryphius (geb. zu Grvß-glogau 1616, gest. 1664) arbeitete und bearbeitete viele Stücke für das Theater.Sie verlieren sich zwar oft in Schwulst, doch sind sie voll Phantasie und habenin der dramatischen Anlage und der Charakterzeichnung bedeutendes Verdienst.Lohenstein'S Dramen waren wegen ihrer langweiligen Schwülstigkeit ebenso wenigfür das Theater geeignet; doch fanden sie großen Beifall, und ihr Ton, der Tongezierter Erhabenheit, nahm auf der Bühne, zum großen Schaden des deutschenTheaters, bald überhand. Dadurch entstanden die marktschreierisch sogenanntenHaupt- und SkaatSactionen, größtenkheils Bearbeitungen franz. und spanischerTrauerspiele, mit schwülstigem Pathos auöstaffirt und ebenso, mit vieler Anstren-gung der Lungen und Hände, vielem Aufwande von Goldpapier und Flitterstaat,aufgeführt. Jffland schildert die Bühne dieser Zeit sehr launig in seinem Aufsätzeüber den Vertrag in der höhern Tragödie („Almanach für Theater rc. auf das I.1807"). Von ter Declamation der Schauspieler in diesen Sraatsactionen sagter: „sie nahmen den Mund so voll, daß kein Wort herauskommen konnte wiebei andern Menschen, und ihre Blicke schwebten stets in den Wolken. Je mehr dieGesellschaft dem Schauspieler die bürgerlichen Rechte versagte, desto stolzer trug