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genug befriedigter Kampfbegierde gern den Weg betraten, den ihnen die Kirchezeigte, nach Palästina zum heiligen Grabe. Doch gehörten die Kreuzzüge im We-sentlichsten zum Gange der BildungSgesebiehte Deutschlands wie überhaupt Euro-pas. Der Deutsche lernte die wirtliche Welt außer seinen Grenzen kennen, undVieles ward dadurch auf die folgende Zeit, bis auf den heutigen Tag, vorbereitet.So entstanden bei dieser Veranlassung zu Bündnissen auf Blut und Tod die erstenRitterorden (Iohanniter, Tempelherren und deutsche Ritter), deren Wirksamkeitnicht ohne Einfluß auf die nächstfolgenden Begebenheiten blieb. Der Antheil, denfromme Schwärmerei an jenen Zügen hatte, ward der Stoff, aus dem die Dicht-kunst sich entwickelte, und es würden die Minnesinger des Mittelalters uns wenigerergötzen, wenn nicht der zärtliche Kampf der Herzen, beim Scheiden zur Fahrt indas Morgenland, dem wilden Streike mit den Saracenen um des heiligen GrabesBesitz vorangegangen wäre. Eine neue mächtige Bewegung ergriff alle Verhält-nisse, und an der Spitze aller äußern Beförderungsmittel zum Keimen und Gedei-hen der innern Bildung stand der Handel, der jetzt anfing, die Erzeugnisse des asia-tischen Bodens und KunstfleifieS auch nach Deutschland zu bringen. Nur standdie mangelhafte Verfassung des Reichs dem Allen noch zu sehr im Wege, und dadie Kaiser immer, entweder mit mächtigen Vasallen oder äußern Feinden, zu sehrbeschäftigt waren, als daß sie mehr für die inner» Angelegenheiten hätten thun kön-nen, so schloß man Privakvereine zur Selbsthülfe und Sicherstcllung wider Frei-beuter zu Lande und zur e^ee. So entstand unter Kaiser Friedrichs I. (Rothbart,1152 — 90) Regierung die Hansa, in deren Verfassung nian die ersten Grund-linien der künftigen Handlungspolitik erkennt, obgleich Friedrich wenigstens Etwasdurch Errichtung des Landfriedens, der alle Befehdungen aufdreitägige Norherkün-digung beschränkte, hatte thun wollen, den der vierte seiner Nachfolger, Friedrich I I.(1218 — 50, der zuerst auch sich König von Jerusalem nannte), noch mehr be-festigte, indem er zugleich die Landeshoheit der Stände in ihren Besitzungen aner-kannte, aber auch zur Schlichtung ihrer Streitigkeiten, während er abwesend seinwürde, einen Hofrichter ernannte. Die nach und nach ausgebildeten reichsständi-schen Rathsversammlungen in Reichsangelegenheiten wurden von den einzelnenStänden des Reichs nachgeahmt, indem sie die Syndici der Städte, die Vorsteherder Klöster und die innerhalb ihrer Besitzungen befindlichen Gutsbesitzer ebenfallszuweilen zur gemeinsamen Berathung wichtigerLandeSengelegenheiten beriefen, wor-aus die Landtage sich allmälig gebildet haben. Friedrichs Charakteraröse wirktewohlthätig auf ganz Deutschland; nur war er zu sehr in Italien beschäftigt, wo derPapst ihm mächtig entgegenwirkte, und vorzüglich wurde alles Gute, von seinerSeite für das Ganze berechnet, durch die zahllosen und mächtigen Feinde gestört,welche seine Familie, die Hohenstaufen, hatte. Hier lag der Grund zu dem gro-ße» Zwischenreiche, welches nach Friedrichs 1l. Tode (1250, oder gewissermaßenschon 1216, durch die auf Betrieb des Papstes geschehene Wahl des GegenkönigS,Heinrich Raspe, Landgrafen r.m Thüringen ), eintrat. Friedrichs II.Sobn, KouradI V., schon 1237 zum Könige gewählt, hatte mit seinen Gegenkönigen, Wilhelm vonBrabant, Alfons von Castilien und Richard von Cornwallis, zu kämpfen, undmit seiner persönlichen Erhaltung so viel zu thun, daß er es geschehen lassen mußte,daß in dem ordnungslosen Zustande des Reichs alle Verträge gebrochen, die GesetzeVerhöhnt, und die Gräuel des wieder einreisenden FaüstrechtS mit vorheriger S ckam-losigkeit selbst von dem niedern Adel geübt wurden. Die Ritterschaft in Schwa-ben, Franken und am Rheine erzwäng ihre Unmittelbarkeit, denn hier waren keinemächtigen Herzoge, die ihrer unabhängigen Corporation entgegenwirken konnten.So ging Alles, was Friedrich I I. für Verfassung, für Künste und Wissenschaftengethan hatte, fast gänzlich wieder unter. Der letzte Sprößling der Hohenstaufen ,Konradin von Schwaben, starb durch Karl von Anjou zu Neapel 1268 auf dem
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