268
Avisen
Dcvolution
men haben, aber einen höher» Feingehalt in sich schließen, zu gleichem Werthe um-laufen, wodurch Las Volk, wo dieses geschieht, Schaden leidet, indein es für einengeringern Münzwerth ebenso viel weggibt als für einen Hähern. Es ist daher Pflichtder Regierung, den innern Feingehalt der verschiedenen curflrenden Münden unter-suchen zu lassen und bekanntzumachen, wie viel Feingehalt dergleichen Münzen imVergleich mit den echten Landeömünzen enthalten, und so den Werth zu bestimmen,zu welchem sie im Umlaufe ohne Verlust angenommen werden können. D se De-valvation ist insbesondere in Ansehung solcher fremden Münzen nothwendig, welchegleiche Namen mit den Landesmünzen führen und doch an Feingehalt schlechter sind,und welche um ihres gleichen Natnens willen, besonders in den Grcnzörtern, sichleicht auch gleichen Werth erwerben, und in den Umlauf einschleichen. Aber auch inAnsehung andrer Münzen, die zwar nicht mit den LanteSmünzen gleichen Namenführen, aber doch durch besondere Umstände einen gleichen Werth mit denselben er-worben haben, ist es oft nöthig, das Publicum über ihren wahren Feingehalt aufzu-klären und ihren wahren Werth gegen die Landesmünzen zu bestimmen. Durch dieDevalvation wird zugleich gesetzlich bestimmt, ob die devalvirken Münzen überall imLande, oder zu welchem Werthe sie nur angenommen werten sollen. W. Iäckel's„Münz-, Mag - und Gewichtskunde" (Wien 1828, 2Bde.) und Rau'S „Münz -,Maß - und Gewichkktafeln" (Heidelb. 1829). 51.
Devisen, Wahlsprüche, meist sinnbildlich ausgedrückt und dargestellt.(S. Sinnbild.) eLie sind aus den Sinnbildern, denen man nachher, zur grö-ßer« Deutlichkeit, eine Aufschrift beifügte, hervorgegangen, und bestehen anS 2Theilen, einer sinnbildlichen Figur, welche man den Körper, und,einem beigefüg-ten Wahlspruch, den man die Seele der Devise nennt. Zu deS Äschvlos Tragö-die: „Die sieben Helden vorTbebcn"^ erscheinen alle diese Helden mit Devisen aufihren Schilden. Aur Zcit desRitterwesenS war es Sitte, daß alle Ritter so auf-traten ; aus allen Wappenschilden waren Devisen und auf allen Turnieren erschie-nen sie, sotaß der Graf Thesoro wol Recht hatte, sie die Philosophie des Edelmanns,die Sprache der Helden zu nennen. Daß nachher auch die Galanterie zu angeneh-men Schmeicheleien sich ihrer bediente, lag in dem Ritrerlhume selbst, und mancheDevise auf einem Schilde war sogar nichts weiter als eine Galanterie. Bei Festenaller Art sah man sie auf Triumphbogen, Fahnen und Tapeten, in Grotten und aufSchiffen. Nicht selten sprach sich auch das Gefühl in ihnen aus, z. B. in der De-vise einer jungenWitwe, die zunEinnbild einen der Blüthen, Blätter und Früchteberaubten Orangenbaum, und zur Ausschrift die Worte gewählt harte: „Was kön-nen Erd' und Himmel mir noch nehmen!" Sie wurden auch häufig an Gebäuden,z. B. an Thüren und Decke», angebracht, und waren im 16. Jahrh, vorzüglich inItalien im Gebrauche. Paulus IoviuS unterwarf 1560 die Kunst der Devisenfolgender Theorie: Der Körper der Devise sei einfach , bestimmt, spreche sich vonselbst aus (denn er soll Sinnbild sein), sei edel, der Phantasie gefällig; die Seelepasse zu dem Körper, die Inschrift sei kurz, gedrängt, sinnreich und angemessen. —Noch wird das Wort Devise im Geschäftsstyle der Banquiers und Kaufleute beiWechselgeschäfren gebraucht, um damit eine gewisse Gattung Papiere (Wechsel)anzudeuten; z. B. von allen Eursen ist bloß die Devise Augsburg k. Sicht oderdie Devise London 2 Mt. »luv-gesucht. stst.
Devolution (jur.), der Übergang eines Rechts oder Guts aus einenAndern, insbesondere 1) das in einigen Gegenden von Deutschland bestehendeRecht, daß nach dem Tode des einen Ehegatten alles Vermögen beider Eheleuie denKindern verfangen wird, und der überlebende Gatte nur den Nießbrauch davon er-hält; 2) das Recht, vermöge dessen das PatronatSrecbt, eine erledigte (besondersgeistliche) Stelle zu besetzen, wegen Vernachlässigung oder Versäumniß, nach einergewissen Frist für den gegenwärtigen Fall, verloren geht und aus die höhere Behörde