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Dritter Band. D bis E.
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270 Diagnosis Dialekt

wirklichen Schleier und heißt darum bei den Griechen auch öfters Kalyptra, d. i-Schleier. Nachher wurde es noch mehren Gottheiten, außerdem Bacchus und denPersonen in dessen Gefolge, gegeben, und kam von diesen auf dieKönige. Inde»ältesten Zeiten war es sehr schmal; Alexander der Große nahm das breite Diaden«der persischen Könige an, dessen Enden aus die Schultern herabfielen, undseineNach-folger behielten dieses Zeichen der königl. Würde bei. Auf den Münzen sieht ma»auch Königinnen mir dem Diadem, welchem ein Schleier beigefügt ist. Die erste»römischen Kaiser enthielten sich dieses Schmuckes, um nicht dem Volke zu mißfallen-Konstantin der Große war der Erste, der sich desselben bediente und es noch mehrausschmückte. Seit dieser Zeit wurde es mit einer einsacken oder doppelten Reihtvon Perlen und Edelsteinen verziert, wodurch es einige Ähnlichkeit mit einem tür>Aschen Bunde erhielt. Die Mode nennt einen ähnlichen Kopfputz der Damen so-

D i a g n o s i s, Diagnose, in der Mathematik, die Lehre von de»Eigenschaften der Größen; in der H eil kunst die Angabe der wesentlichen Zufalleeiner-Krankheit, wodurch sie von andern unterschieden ist. —Diagnostik, teil»nach die Kunst, ähnliche Krankheiten von einander zu unterscheiden und jede richtigzu bestimmen.—Diagnostisch, anzeigend, zur Erkenntniß einer Krankheit die»''lich, ein diagnostischer Umstand, d. h. ein solcher, aus welchem sich die Natur oderder Sitz der Krankheit genau erkennen läßt. S. des verst. k. handver. LeibmedicuSWichmann „Ideen zur Diagnostik" (3. Anst., 1 Bd., Han. 1827; neu bearb. n»tAnmerk. von W. Sachse).

Dragonallinie, Diagonale, diejenige gerade Linie, welche in einergeradlinigen, mehr als dreiseitigen Figur 2 nicht zunächst liegende Winkelpunkteverbindet: Eine jede geradlinige Figur wird durch Diagonalen in so vieleDreieckegetheilt, als sie Veiten weniger 2 hat.

Diagramm bezeichnet eine Figur oder geometrische Zeichnung, welchezurErläuterung oder Lösung geometrischer Aufgaben angewendet wird; oder einen En»Wurf, Abriß überhaupt. In der musikalischen Schrift hat man sonst das LiniensY-stein, oder die Verzeichnung der Tonleiter, ja wol auch die Partitur so genannt.-"'Bei den Gnostikern heißt Diagramm das doppelte Dreieck, welches mit irgendeinem mystischen Namen Gottes beschrieben und als Amulet gebraucht wurde.

Dialekt, Mundart, wie einsund dieselbe Sprache in verschiedenen Gege»-den gesprochen wird. Die Abweichungen der einzelnen Dialektö einer Sprache bc-stehen theils in der Aussprache, theils in gewissen eigenthümlichen Worten, We»-düngen und Ausdrücken. So erkennt man den Brandenburger, den Sachsen , de»Schwaben , den Baier an seiner Aussprache und an einzelnen, Jedem von ihns»' eigenthümlichen Redensarten. Aus der Bühne, wo man überall reines Hochdeutschfodert, ist ein Dialekt, der das Geburts-oder Erziehungsland des Schauspielersverräth, ein Fehler; die Fertigkeit hingegen, willkürlich einen bestimmten Dialektzu sprechen, ein großer Vorzug am Declamator wie am Schauspieler, da es Ro»len, besonders komische, gibt, deren Wirkung vorzüglich auf dem Dialekte be-ruht, z. B. Iudenrollen (s. Züdeln), Rollen in wiener, berliner, schwäbischesnürnberger Mundart. Die letztgenannte hat einen eignen ästhetischen Charaktet'nämlich den der Einfalt, Treuherzigkeit, und daher bisweilen der Naivetät. ^gibt Gedichte, z. B. von Grübet (s. d.), die eigens in diesem Dialecte geschriebc»sind und vom Declamator nothwendig darin vorgetragen werden müssen. Ebeustsind die Localpossen auf den Nebentheatern in Wien meist im wiener Dialektabgefaßt, ohne dessen «mündlichen Vertrag sie Len besten Theil ihrer komisch^Kraft verlieren würden. Wo der Dialekt solcher Rollen oder Declamationsstücknicht heimisch ist, da kommt oft viel darauf an, daß der Sprecher ihn geschickt Zmüßigen, d. h. dem Hochdeutsch insoweit anzunähern wisse, daß dr den Zuhörerverständlich bleibt: eine Geschicklichkeit, welche dem Declamator Solbrig eige»,