Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dialektik

Dialog

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und deren Mangel den Wiener Komikern, wenn sie auf andern Bühnen auftreten,gewöhnlich verderblich ist. Dom Dialekt ist der Iargon (s. d.) zu unterscheiden.

Dialekti k, der ältere Name der Logik oderDenklehre(von ä,»Xk-/c»Z«,,sprechen), weil das Denken sich durch die Sprache darstellt und in diesem GebraucheZuerst beobachtet und geregelt wird, wie denn überhaupt der Geist von dem Beson-dern zum Allgemeinen fortschreitet. Die Logik (s. d.) war also früherhin, diesemNamen zufolge, Sprachkunst, Disputirkunst. Plato verstand unter Dialektik dieMethode des speculativen Denkens und die Wissenschaft der übersinnlichen Gegen-stände selbst. In der Kant'schen Philosophie wird die logische, die transscenden-tale und die natürliche Dialektik unterschieden. Unter der ersten versteht man dieLogik des Scheins, d. i. die Lehre von der Entdeckung und Dermeidung des logi-schen Scheins, und von den Kriterien der Wahrheit; unter der zweiten diejenige,welche den Schein transscendentaler Urtheileaufdeckt; unter der dritten einen Hang,Wider die strengen Gesetze der Pflicht zu vernünfteln und sie unsern Neigungen mbg-iichst angemessen ;u machen. Nach Hegel ist die Dialektik ein Moment des Logi-schen, das Aufheben beschränkter, abstracter Verstandesbestimmungen und dasÜbergehen und Fortgehen in das Entgegengesetzte, welches dem Gegenstände selbstangehört. Zugleich versteht man unter einem Dialektiker einen Lehrer der Dia-stktik, oder wer die Kunst des logischen Disputirens besitzt und durch dieselbe Täu-schung hervorbringt; und dialektisch, was sich auf diese Kunst bezieht (z. B.dialektische Künste), insbesondere was durch künstliche Schlüsse täuscht, kurz, wasoen Mißbrauch derselben betrifft.

Dialog: 1) Gespräch, d. i. mündliche Unterredung zwischen mehren Per-Enen; 2) die Gesprächsform oder der erdichtete Dialog; daher dialogisiren,Etwas in die Gesprächsform einkleiden. Die Philosophen der Alten, besonders diesiechen, liebten, vermöge der eigenthümlichen Lebendigkeit ihres Geistes, diese»°rm, bedienten sich ihrer zur Mittheilung ihrer Untersuchungen über wissenschaftli-w? Gegenstände und stellten entgegengesetzte Ansichten gleichsam personificirtund inWendiger Zusammenwirkung mit hohem Kunstsinn dar. Man erinnere sich Ler phi-Mphischem Dialogen des Platon, welche gleichsam philosophische Dramen sind.

sogen. Sokratische Dialog ist ein in Fragen u. Antworten dergestalt cingekleide-w, daß der Befragte durch die Fragen bestimmt wird, in seiner Weeleselbstdiejeni-Vorstellungen zu entwickeln, welche der Fragende in ihm hervorbringen will.Tiefer Dialog setzt bei dem Fragenden eine tiefere Kenntniß der menschlichen NaturÜberhaupt u. des Befragten insbesondere voraus. (S. Katechetik.) Der Dialog>ent heutzutage mehr für den mündlichen Unterricht. Der philosophische Dialogscheint für unsere Sitten u. die gegenwärtige Gestalt der Wissenschaften unan-Scmesfln zu sein. Übrigens gilt von dem philosophischen Dialog mehr oder weniger,as von dem fingirten Dialog überhaupt gilt; nur mit besonderer Hinsicht auf den^weck des philosophischen Vertrags, Wahrheit in Begriffen zu entwickeln. Eras-us von Rotterdam, späterhin Lessing, Moses Mendelssohn , Engel, Herder, Ia-d>, Schelling, Solger, haben ihn unter den Neuern bearbeitet. Im komischen undMrischeir Dialog ahmte Wieland den Satyriker Lucian glücklich nach. Unter den^Wlieuern haben sich in dieser Form Petrarca („Dover » s.ipionti»"), Macchia-b>li, Gellh Algarotti und Gozzi ausgezeichnet, bei den Franzosen , nach Sarasin und^ ^brauche, Fönelon; Fontenelle und St.-Mard ahmten den Lucian nach. Unterd? ^'g^ndern folgten Ge. Berkeley und Rieh. Hurd dem Platon, Jak. Harrisem Cicero. Werden die Worte durch Entschlüsse zur That, sodaß das Gesprächw'chaus Handlung bewirkt, so entsteht das Dramatische, wobei in dem Gedanken-lei!^ wendige Bewegung und Spannung auf den Ausgang herrscht. Man sieht^cht, wie die Kunst dazu kam, Manches in der Form des Gesprächs darzustellen,n diesen Darstellungen ist sie an die Bedingungen der wirklichen Unterredung ge-