Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dilettant

Dillis

terglied hak, im Untersah ferner, die in dieser Disjunction enthaltenen Fälle oderFolgen aufgehoben werden, und dann im Scklusssatze auch das Vorderglied oder dieVoraussetzung aufgehoben wird. Das Verfängliche dieses Schlusses liegt darin, daßman die möglichen Folgen, welche in demselben angenommen werten, nicht immergleich genau übersehen und als solche prüfen kann. Der Satz z. B., Gott kannsich in seinen Entschließungen andern, wird durch ein Dilemma so widerlegt: WennGott seine Entschließungen änderte, so hätte er entweder nicht Alles von Ewigkeitüberlegt, oder er hätte Manches nicht recht überlegt, oder er handelte nach Willkür.Nun aber ist alles Dreies ungereimt (hier müssen die Gründe hinzugefügt werden),folglich ist es falsch, daß Gott in seinen Entschließungen veränderlich sei.

Dilettant, nach einem italienischen Ausdrucke, der Liebhaber von Kunstund Wissenschaft, der diese jedoch nicht zu seinem Geschäfte macht; sein Vergnü-gen an diesen Gegenständen, sowie seine Beschäftigung damit, heißt Dilettan-tismus. Letzterer ist der Meister-und Kennerschaft entgegengesetzt, obgleich erdiese oft an Wärme übertrifft.

DilleniuS (JohannJakob), Pflanzenkenner, geb. 1687 zuDarmstadt,machte sich ühon vor Lina,'- (s. dadurch Untersuchungen über die Fortpflanzungder Gewachst, besonders der Krpptogamen, bekannt. Auf die Einladung des rei-chen Pflanzenkenners, Wilh. Sherard, ging er 1721 nach England, wo er theilsin London , theils auf dem Landsitze seine» Freundes zu Eltham lebte. Hier gab erVerschiedene Werke heran?, besonders das Prachtwerk: „II->rln>i blt>i.i,„n„riz"(1732), wozu er alle Abbildungen milder größten Treue selbst gezeichnet hatte,und seine letzte Schrift über die Moose („lli^loria ,>>>i!,o>» »„,"), die seinemRuhme die Krone aufsetzte. Sherard stiftete, wie man glaubt, eine eigne Lehr-stelle der Botanik auf der Universität zu Opford zu Gunsten seines Freundes, derauch 1747 hier starb.

Dillis (Georg), geb. in einer Einöde des hämischen Landgerichts Haag,zeigte schon in früher Jugend vorzügliche Talente. Sein Vater konnte bei einerzahlreichen Familie für die Bildung des Sohnes wenig thun. Als aber der Kur-fürst, Mac III., von den Gaben des 6jährigen Knaben hörte, rief er ihn nachMünchen und wollte denselben schon im 8. Jahre nach Rom senden. Die Älternbaten um diese Gnade für die s)ünglingsjabre des Sohnes und überließen ihn nochden Studien, wobei er sich besonders im Zeichnen hervorthat. Allein der Kurfürststarb. Der junge D. wählte nun, um die -Ltudien fortsetzen zu können, den Prie-sterstand, zu dem er sich im albertinischen Collegium in ^ngolstadt vorbereitete.Nack seiner Rückkehr in die Hauptstadt fand er in angesehenen Häusern Eintrittals Zeichncnmeister; zugleich studirte er die Gemälde in der Galerie. Map, Grafv. Frcising, ließ ihn 1788 in die Schweiz und die Rheingegenden reisen, woermitFerd. Kobell Bekanntschaft machte undvon ihm in der Ölmalerei Unterrichtei hielt;179« ernannte ihn der Kurfürst Karl Theodor zum Inspector der Galerie. VomGrafen v. Rumford ermuntert und unterstützt, unternahm er 1792 eine Reisenach DrcStcn und Wien , um die dortigen Kunstschätze kennen zu lernen. Dannwurde er auf des Grafen Rumford Veranlassung zu dem britischen Vicekönig vonCoisica, Gilbert Elliot, berufen, um Ansichten und Costumes zu zeichnen. Vondort ging D. nach Rom . Hier begann für seine Kunstbildung eine neue Epoche.Als nach seiner Zurückkauft 1796 die stanz.-republikanischen Heere sich Baicrnnahten, erhielt D. den Auskrag, die Gemälde und Kunstsammlungen nach Linz zustückten; 1797 reiste er in Gesellschaft des Lords Ossulston in die Schweiz undbildete sich dort als Landschaftszeichner »och mehr aus. Bei dem abermaligen Her-anrücken der Heere 180« erhielt er vom Kurf. Map l V. den Befehl, die Samm-lungen nach Ansbach zu begleiten, wo er bei einem 1'monatlichen Aufenthalte vondem preußischen Minister von Hardenberg sich besonderer Auszeichnungen erfreute.