Dincr
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Dinte (gemeine)
Diner, das Mittagsmahl, der Mittelpunkt der Tafelfreuden, Herfälltnach der Regel in 3 Hauptgänge mit beliebigen Einschiebseln: Suppe und Vorge-richte, Fleisch und Kraken, Nachtisch. Diese 3 Abtheilungen weiß die Kunst desGeschmacks mit den rassinirtesten Genüssen auszufüllen, ja die Feinschmecker al-ter und neuer Zeit haben diese Kunst in ein System gebracht. Sie unterscheiden<Ii>,t>r Iirnii und blnn.I. wie Brünette und Blondine, je nachdem die Speisen nichrim dunklern oder Hellern Eolorit erscheinen, und halten ein blondes Diner für denTriumph der Kochkunst. Ein Diner muß sich eröffnen mit einer Heiken Suppe,und diese wird am füglichsten nach neuer französischer Manier servirt, sodaßdie insTafclzimmer eintretenden Gäste auf ihren CouvertS die rauchende Suppe vorfinden.Dann folgt (der köstliche Effect des Kaviars ist nicht überall anerkannt) der C.«»p<l'->pr>'-5, d. h. ein Spihglas feiner adstringirender Weine: Madera , Portwein »c.(nur diese und die feinen Dessertweine pflegt man in Frankreich als Regel rein zutrinken, den gewöhnlichen Tlschwein aber mit Wasser zu vermischen), um die durchdie Suppe erschlafften DerdauungSfibern zu stärken und mit gehöriger Kraft einetüchtige Portion Rindfleisch zu überwältigen. Senf, Trüffeln oder pikante Ge-müse erleichtern diese Arbeit und sind der Mörtel des Grundsteins, auf welchen allenachfolgende hohe und höchste Genüsse gesetzt werden. Dann kommen kleine rei-zendere Zwischen- und Voressen, und hieran ordnen sich die Fische, bis der zweiteGang, dieBratenmitihremzahlreichenGefolgevonEompotS, Salaten, Saucen w.Alles verdrängen. Hier muß der Koch seine Talente glänzen lassen, und derKaut x»ü l der Schmecker verlangt von ihm, daß er das Fleisch, zumal das Wild-pret, vorn Rande der Verwesung ihm vor die Zähne rücke. Die Hauptarbeit desguten Essers ist damit gethan, und bloß zum L5paß, oder dem Wirth ein Compli-ment zu machen, schifft er aufCi einen und Gellen in das Lustgefilde des Nachtischeshinunter, wenn anders nicht dcr Weingott, der mit Abhub des zweiten Ganges denAntritt seines Regiments verkündet, strenges Embargo aus die Zungen legt. But-ter und Käse (!e Insult (!<><; irrn^ix-H sind, wenn das Gebäude der Tafellust biszum höchsten Gipfel errichtet ist, die Schlußziegel auf dem Forste des Daches; dochwird ein braver Gourmand nie verabsäumen, die Vollendung seines Baues miteiner Tasse schwarzen EaffecS, der auch wol eine Dosis reizenden Ligucurs zugetrö-pfelt wird, auf der Serviette zu feiern. Ein solches schulgercchtes Diner bat außerseinen natürlichen Folgen noch manche andre. Der begnügte Gast hat die Pflicht,hinnen den nächsten acht Tagen dem Wirch einen Besuch, die sogenannte Virile >1«eli^eslion, zur schuldigen Danksagung zu machen, und, will er bald wieder geladensein, binnen vierzehn Tagen zu wiederholen. Dies nennen die Pariser Vi-ätcet'.apjwlit. Ferner muß er seinen Dank dadurch ausdrücken, daß er, falls die Er-widerung der angethane» Ehre seinen Verhältnissen nickt zusagt, sein Möglichstesfür die Unterhaltung der Tafel durch Anekdoten, witzige Einfalle:c. thut (in pariserSprache p.ive, en innnnaie >Ie .ÜNAC), in jede»! Fall aber unter acht Tagen nichtüber den Wirth medisirt. Die Feinheit der franz. Küche verdient ihre Wechselwirkungauf den feinen Ton vollkommen, die sich in unzähligen Tafelregeln auSspricht, und»nacht daher Paris auch zur Eentralbehörde der Leckerei, Uine,' p->r coe», nennendie Franzosen , wenn man die Zeit des Mittagsmahls versäumt hat und nun denAppetit mir einem Gerichte frischen Obstes stillen muß. l)in<-, wenn man
ohne befand. Einladung zu Mittag vorlieb zunehmen veranlaßt wird, oder veranlaßt.
Dingliches Recht, s. Realrecht.
D i n t e (gemeine). Dieses Schreibmaterial kann man von mancherlei Farbenbereiten, doch ist die schwarze Dinte die gebräuchlichste. Ein Engländer, Lewis,gibt folgende Vorschrift: In 3 Nöseln wciizen Weins oder auch Weinessigs läßtman 3 Unzen Galläpfel, eine Unze Blauholz und eine Unze grünen Vitriols einehalbe Stunde lang kochen, setzt dann Unze arabischen Gummis hinzu und