Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dinten (sympathetische) Dinier 291

gießt die ganze Mischung, wenn das Gummi gehörig aufgelöst ist. durch ein Haar-sieb. Der berühmte vanMons empfiehlt folgende Zusammensetzung: 4 Unzen Gall-apfel, 2-d llnze bis zur Weiße calcinirtes schwefelsaures Eisen und 2 Pinken Wasserläßt man 24 Stunden lang in der Kälte stehen, thut 1s Unze arabischen Gummishinzu, und verwahrt es in einer offenen oder bloß mit Papier leicht verstopften Fla-sche. Ein andres Recept ist: Man nehme ein Pfund Galläpfel, 6 Unzen arabischenGummis, ebenso viel Eisenvitriol und 4 Pinien Bier oder Wasser. Die Galläpfelwerden zerstoßen und bleiben dann 24 Stunden lang als Ausguß stehen; hierauf sehtman das gröblicb zerstoßene Gummi hinzu und läßt es auflösen; nachdem thut manden Vitriol zur Masse, der diese sogleich schwarz färbt, und seiht sie endlich durch einHaarsieb. Zm Allgemeinen gilt die Bemerkung, daß die ungekochten Dinten demVerschimmeln weniger ausgesetzt sind als die gekochten. Eine gute rothe Dinte er-hält man nach folgendem Recept: Ein Viertelpfund des besten FernambucholzeSwird mit 2 Loth gestoßenen Alauns und ebenso viel Weinsteinrahm in einem MaßWasser bis zur Hälfte eingekocht, und in der noch warmen Brühe Zucker und gutesarabisches Gummi, von jedem 2 Loth, aufgelöst. Blaue Dinten geben mit Alaun-erde abgestumpfte und mit Gummi versetzte Andigoauflösungen. Grüne Dinte er-hält man aus Grünspan, destillirt mit Weinessig und mit etwas Gummi vermischt.Safran, Alaun und Gummiwasser geben eine gelbe.

Dinten (sympathetische), Flüssigkeiten, ohne alle, oder doch ohne merklicheFarbe, mit welchen sich eine unsichtbare Schrift auftragen läßt, die man nach Be-lieben durch gewisse (jeder Art von sympathetischer Dinte eigne) Mittel sichtbarmachen kann. Schon Ovid ertheilt den unter strenger Aufsicht gehaltenen Mädchen,die gern an ihre Liebhaber schreiben möchten, den Rath, die Schrift mit frischerMilch aufzutragen, und wenn sie getrocknet, Kohlenstaub oder Ruß darüber zustreuen. Zn den neuern Zeiten hat die Chemie viele und bessere Dinten dieser Artverfertigen gelehrt. Wenn man grünen Vitriol in Wasser auflöst und etwasAlaun dazu setzt, um zu verhüten, daß der gelbliche Eisenniederschlag nicht nieder-falle, welcher, dafern die Säure nicht die Oberhand hat, allezeit zu entstehen pflegt,so kann man mit dieser Auflösung eine unsichtbare Schrift aufsetzen, die sehr schwarzerscheint, wenn man sie mit einem gut gesättigten Galläpfelaufguß befeuchtet. Mankann auch aus der gemeinen schwarzen Dinte eine snmpathetische verfertigen. Zudiesem Zwecke benimmt man ihr durch beigemischte Salpetersäure die Farbe. DieSchrift, die man damit aufträgt, kommt zum Vorschein, wenn man sie mit auf-gelöstem flüssigem Alkali befeuchtet. Die berühmte Dinte, die in der Kälte un-sichtbar, aber nach einer mäßigen Erwärmung sichtbar ist, kann man auf eine ziem-lich leichte Art veiferkigen. Man nimmt dazu die in Materialhandlungen käuf-liche Zaffer, Saffera (s. Schmälte), und zieht daraus vermittelst der Digestionin Königswasser Das aus, was die Säure davon auflösen kann, d. h. die metalli-sche Erde des Kobalts, welche bei der Verglasung das Blau gibt; dann verdünntman diese Auflösung mit etwas Wasser, damit sie nicht durch das Papier schlage.Die Schriftvon dieserDinte ist unsichtbar, erscheint aber schön grünblau, wenn mansie aufeinen gewissen Grad erhitzt. Sobald sie wieder erkaltet, verschwindetsie gänz-lich, und so kann man sie durch wechselsweiseErhitzung undErkältung bald sichtbar,bald unsichtbar machen. Nur muß man sich hüten, sie nicht mehr zu erhitzen, als zurSichtbarmachung nöthig ist, weil sie sonst immer sichtbar bleibt. Mit dieser sym-pathetischen Dinte kann man Landschaften zeichnen, in denen die Bäume und dieErde ihren Schmuck, das Grün, durch den Winter verloren hoben, und die sich,wenn man will, in Frühlingslandschaften verwandeln müssen, sobald man sieeinem gehörigen Grade von Wärme aussetzt. Man hat diesen Einfall schonauf Feuerschirmen ausgeführt.

Dinter (Gustav Friedrich), Pädagog, geb. 1160 zu Borna , wo sein Da-

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