Band 
Dritter Band. D bis E.
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Diocces

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Diogenes (von Sinope)

Dioeces (Dioicäsis, Dioekesis): ^Statthalterschaft. Nach Strabo war schon unter August und Tiber wenigstens in Asien die Eintheilung des römi-schen Reichs in Diäresen gebräuchlich, späterhin theilte Konstantin das ganzeReich in 14 Diäresen, welche zusammen 120 Provinzen enthielten. ZederProvinz war ein Proconsul, und jeder Diäces ein Reichsvicar (Stellvertreterdes Kaisers) vorgesetzt. 2) Kirchsprengel, in der chrjsil.Kirchenverfaffung, bei denKatholiken ein Landcsbezirk, der in kirchlichen 'Angelegenheiten der Gerichtsbarkeiteines ErzbiscbofS oder Bischofs unterworfen ist; bei den Protestanten die sämmt-lichen Pfarreien, welche unter Aussicht eines Superintendenten stehen. DieseEinrichtung schreibt sich aus der Zeit Konstantins (4. Zahrb. nach Chr.), desrömischen Kaisers, her, der die christliche Religion zur Ltaatsrcligion machte. —DiäcesanuS, nicht nur Derjenige, der an einem Orte die bischöfliche Ge-richtsbarkeit hat, sondern auch jeder Geistliche in einer Diäces.

Diocletian (C. ValeriuS ), mit dem Beinamen Zovius, von niedrigerGeburt, ward 284 nach Chr. vom Heere zum rämischen Imperator erklärt. Erwar gegen die Feinde glücklich, schlug den CarinuS in Mästen (286), besiegte dieAlemannen und machte sich durch seine Güte sehr beliebt. Doch nöthigtenihn die neuen Empörungen und Angriffe auf das römische Reich, sich Mitregenrenzu wählen, nämlich den (M. Aurel. ValeriuS) MaximianuS (286), einen herrsch-süchtigen, rauhen und grausamen Krieger, der, während D. im Morgenlandegegen die Perser glücklich war und dann in Deutschland bis an die Quelle derDonau drang, in Gallien siegte; später (292) auch den C. GaleriuS, sowie Ma-ximian den Konstantins (ChloruS) zum Cäsar wählte.,. So war das Reich in4 Theile getbeilt. So lange D. wirkte, der auch Ägypten wieder einnahm,dauerte die Übereinstimmung; allein dieser legte (305) zu Nikomedien die Kaiser-würde nieder, in demselben Zahre auch Maximian zu Mailand . D. zog sichnach Salona in Dalmatien (s. d.) zurück, vergnügte sich mit Gärtnerarbeit undlebte i» ungestörter Ruhe bis 313. Er hatte die unumschränkte Herrschaft ge-gründet, welche die Konstantinische Familie nur befestigte.

Diodorus, aus Argvrium in Sieilien gebürtig, daher Siculus genannt,ein berühmter Geschichtschreiber unter Julius Cäsar und August. Ilm seinemGeschichtSwerke, an welchem er 30 Z. arbeitete, die möglichste Vollständigkeitund Genauigkeit zu g^ben, bereiste er einen großen Theil von Europa undAsien . Der größte Theil dieser Geschichte, die er historische Bibliothek nannte,uiid in welcher er die pragmatische Behandlung mir der rhetorischen nach demMuster des Theopompos und Ephoros verband, ist leider verloren gegangen.Wie bestand aus 40 Büchern, war vorzüglich genau abgefaßt und enthielt dieGeschichte fast aller Völker der Erde. Wir haben davon nur die Bücher 1— 5und 16— 20 übrig behalten. Die besten AuSg. sind von Wesseling und Eich-städt, mit Henne's Commentar (Zweibrücken und Strasburg 1193 —1801, in11 Bdn.). Verdeutscht von Etroth, Kaltwasser und Wurm. Ludw. Dindorfhat zu s. Handausg. des Diod. (4 B.) die lH-erp>U> Vulir.ii,» Diockmi Liblio-iboo^c liisto,luire l.. VIl — IX und XXI—XB, mit A. Majo's Anm., in derLesart berichtigt, herausgeg. (Leipz. 1828).

Diogenes aus Sinope, einer Stadt am PontuS , im 4. Jahrh, vor Chr.,der berühmteste unter den cynischen Philosophen. (S. Cyniker.) Da er mit s.Vater, den man der Münzverfälschung angeklagt hatte, aus s. Geburtsorte ver-bannt worden, ging er nach Athen und bat den Äntisthenes, ihn zu s. Schüler an-zunehmen. Erst nachdem dieser den Dringenden abzuweisen selbst mik Wchlägenvergeblich gesucht halte, ward ihm seine Bitte gewährt. D. widmete sich ganz demUnterrichte s. Lehrers, dessen Grundsitze er bald noch erweiterte. Er verachtetenicht nur, wie dieser, alles philofophisa e Wissen, und eiferte gleich freimüthig ge-