Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dohin

ten Sohne des Kronprinzen von Preußen angetragen. D. ging nach Berlin und wur-de dem großen Friedrich vorgestellt: allein er lehnte jenen Antrag ab und bat umeine Anstellung >m auswärtigen oder Finanzdepartemenk. Auf die Empfehlung desMinisters v. Herzberg wurde er 1119 bei dem Deport, der auswärr. Angeleg. mitdem Charakter eines KriegSraths und Geh.-SecrctairS, auch Archivars, angestellt.Hier arbeitete er in deutschen Reichsfachen; auch hatte er einen Theil des Haus-und Staatsarchivs unter s. Aufsicht. Wie er sich hier, im Umgänge mit Herzberg ,auf demselben Wege, den dieser selbst gegangen war, zum Geschäftsmanne gebildet,bekennt er selbst in der Vorrede des 1. BdS. s. „Denkwürdigkeiten". Außer den lau-senden Geschäften lernte er die Begebenheiten derDorzeit mit urkundlicher Gründ-lichkeit kennen. Insbesondere nahm er an denArbeiten Theil, welche gegen ÖstreichsAbsicht, Baiern durch Tausch zu erwerben, gerichtet waren, und durch welche zuletztder deutsche Fürsienbund gebildet wurde. (Vgl. Herzberg.) In dieser Zeit gabD., außer (.„Geschichte des baltischen Erbsolgestreitü" (Fkf. u. Lpz. 1119, 4.),2 Staatsschriften heraus: „Über die danziger Irrungen" und „Über den Fürsten-bund". Auch erschien 1181 — 83 sein berühmtesWerk „Über die bürgerliche Ver-besserung der Juden", wozu ihn Mendelssohn veranlaßt hatte. Es traf gleichzeitignnt Josephs II. Reformen in der Behandlung der Juden zusammen, ohne daß dieseden Vers. aus die Idee s. Buchs gebracht hakten. D. besaß fortwährend das Ver-trauen HerzbergS; der König ertheilte ihm 1183 den Charakter eines Gch.-.Rathsund ernannte ihn 1186 zum kleve 'schen Directorialgesandten im wesifäl. Kreise undzum bevollmächt. Minister am kölnischen Hofe. Friedrich Wilhelm II. erhob ihn inden Adelstand. H. v. D. nahm den Gesanttschaftsposten nur ungern an. DieGe-schäfte waren zu überhäuft; besonders machten, nach Friedrichs Tode und Herz-bergS Abgang aus dem Ministerium, die aachner und noch mehr die lütticher Com-mission s. Lage höchst unangenehm. Das Reichskammergericht hatte nämlich demKreisdirectorium die Beilegung der Unruhen in der Reichsstadt Aachen und die Re-form der Verfassung derselben aufgetragen. D. entwarf eine verbesserte Constitu-tion; aber in dem Augenblicke ihrer Einführung (1192) wurde Aachen durch diefranz. Waffen vom deutschen Reiche getrennt. Einen ähnlichen Auftrag hakte derAufstand eines Theiles des lütticher Volks gegen s. Fürstbischof (1189) veranlaßt.Aber der preuß. Hof zerfiel über dessen Vollziehung mit den beiden andern kreis -schreibenden Fürsten, und zuletzt mit dem ganzen Reiche. In Lüttich entstand einbürgerlicher Krieg, den nur Östreichs bewaffneter Zutritt zu Gunsten des Fürst-bischofs endigte (1191). D.'S Bemühungen, das Beste des Landes durch eine dieRechte des Fürsten und der Stände wohl vereinende Verfassung zu begründen, so-wie des preuß. Hofes Benehmen, wurden erst in der Folge mit Gerechtigkeit beur-theilt. Das Vordringen des Reichsfeindes vereitelte auch hier alles Gute, was be-zielt war. Der Krieg mit Frankreich brach aus I192), und der Kreistag — nachmehr als 50 Jahren der erste! — ging bei der Annäherung des Feindes aus ein-ander. Auch D. mußte aus Köln flüchten, im Dec. 1192. Außer dem von denFranzosen nicht besetzten Theile des westfälischen Kreises umfaßte sein Posten auchden nieder sächsischen Kreis. Als Preußen nach dem basel 'r Frieden, zur Behaup-tung der bewaffneten Neutralität, ein Heer aus preußischen, hanöver'schen undbraunschweigischen Truppen unter dem Herzog von Braunschweig ausstellte, wurdeihm die Direction des für jenen Zweck nach Hildesheim 1196 und 1191 berufenenConventS der niedersächsischen, eines Theils der westfälichen u. a. Reiche-ständeanvertraut. Nach dem Tode Friedrich WilhelmSll. (16. Nov. 1191) ernannteihn der jetzt regierende König zu s. Gesandten bei dem Friedenscongresse zu Rastadt,neben dem Grafen v. Görz und dem Frech. v. Jacobs Als im April 1199 derCongreß durch den Wiederausbruch des Krieges und die Ermordung zweier franz.Gesandten zerrissen wurde, entwarf H.v.D. im Namen des diplomatischen Corps