Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
321
JPEG-Download
 

Doloe

DöU

321

einen Bericht über diese Gräuelkhat. Er kehrte hierauf zu den Geschäften des Neu-tralitätssystems im nördl. Deutschland zurück. Nachdem luneviller Frieden 1801gad ihm die Entschädigung Preußens für den am linken Rheinufer erlittenen Läi-derverlust Beschäftigung, und bei der Besitznahme der Preußen zugetheilten Landewurde ihm die Organisation der ehemal. Reichsstadt Goslar übertragen. Hieraufernannte ihn der König, mit Beihehaltung tes'DirectorialgesandtschaftSpostens indem noch übrigen westfäl. Kreise, zum Präsidenten der für die Provinz Erfurt-Eichs-feld-Nordhausen und Mühlhausen zu Heiligenstadt errichteten Kriegs - und Do-mainenkanimer. Er blieb auf diesem Posten, wie der König allen LtaalSdienernbefohlen, als Preußen 1806 in den Kampf mit Frankreich getreten, und die Pros.Erfurt-Eichsfeld vom Feinde beseht war, um zur Linderung des harten Schicksalsder Unterthanen so viel beizutragen, als möglich war, weßhalb er sich auch im Dec.1806 mit einer stand. Deputation nach Warschau begab, wo er Napoleon vorgestelltwurde. Es gelang ihm, die Zersplitterung LeS Landes unter 2 franz. Gouverneursabzuwenden. Durch den tilsiier Frieden 1801 vom preuß. Ltaare getrennt unddurch s. Besitzungen an das neue Königr. Westfalen gebunden, mußte er wider Wil-len in demselben bleiben. AufBefehl des franz. Generalintendanten reiste er au derSpitze einer Deputation der Landständc und Verwaltungsbehörden imTept. 1807nach Paris . Nach s. Rückkehr ward er im Dec. 1807 in den Staatsrath berufen;allein schon im Febr. ernannte ihn der König zu s. Gesandten am dresdner Hofe.So wenig das diplomatische Leben seiner Neigung entsprach, so angenehm wurdeihm dieser Posten. Seine wichtigste Unterhandlung war die eines Handelsvertrags.Endlich bewog ihn im April 1810 eine Brustentzündung, s. Entlastung zu suchen.Er erhielt die Erlaubniß, auf s. .Gute Pustleben in der Grafschaft Hohenstcin zuwohnen, bis er in den StaatSrath wieder eintreten kennte. Leitdem lebte er vor-züglich seinem Geschichrbuche. DiesesWerk:Denkwürdigkeiten memerZeit, oderBeiträge zur Geschichte von 1778 bis 1806" (Lemgo und Hanover 1814 19,5 Bde., bis zum Tote Friedrichs des Großen), giebt viele Aufschlüsse über mehreder wichtigsten Personen und Begebenheiten aus der Zeit seit 1778, nach Quellenund eigner Beobachtung oder Theilnahme; auch wird es seines Geistes und seinerklaren Entwickelung wegen geachtet. Liebe des Rechts und unparteiische Würdi-gung menschlicher Handlungen sind die Seele desselben. Von Dohm starb den29. Mai 1820 aufs. Gute Pustleben. Sein Schwiegersohn, W. Gronau, hatD.'s Biographie (Lemgo 1824) geschrieben.

Dolce zCarlo), auch Carolino Dolce, ein berühmter Maler der florentin.Schule, geb. zu Florenz 1616 und das. gest. 1686, war ein Schüler des ZacopoDigniali. Seine Werke tragen, nach Fiorillo'S Ausspruch, den Charakter an sich,den sein Name bezeichnet. Sie bestehen meistens aus Figuren von Madonnen u.a.Heiligen beiderlei Geschlechts, die voll gefälliger Sanftheit sind. Man hat ihm so-gar charakterlose Weichheit vorgeworfen. Durch den Fleiß der Ausführung näherter sich der Holland . Manier. Doch hat er sich besonders in s. Madonnen häufigwiederholt; auch schimmert in s. Bildern jene Furchtsamkeit und Schwcrmuth hin-durch, die ihn bis in s. Tod beherrschte. «Leine Werke sind in ganzEuropa verbrei-tet, besonders in Florenz . Zu s. Hauptstücken gehören 3 in der dresdner Galerie:1) die Cäcilia oder die Orgelspielerin; 2) der in Kupferstich tausend Mal nach-geahmte Christus, der das Brot und den Kelch segnet; 3) HerodiaS mit demHaupte Johannes des Täufers; ferner, in Paris , Christus am Ölberge.

Döll (Friedrich Wilhelm), Pros. der Bildhauerkunst in Gotha , geb. inHildburghausen 1750. Herzog Ernst von Gorha unterstützte den jungen D., daßer seit 1770 in Paris unter Houton studiren, dann 8 Jahre lang in Italien , undbesonders in Rom , sich der Kunst widmen konnte. Der Antiguar Reisenstein leitetes. Studien in Jena , und Wmckelmann würdigte ihn seiner Aufmerksamkeit. Seit»Eonverstliviis-Lexico». Bd.lll. 21