Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dolz

Darüber hatte D. 9 Monate im Gefängnisse zubringen müssen, und hier Gerschmack an der Poesie gefunden. Er setzte dieses Studium zu Metz , wohin er alsCarabinierofsicier in Garnison kam, fort. Der Herzog de la Rcchefoucault lernteihn hier kennen und bewirkte, daß die Akademie der Wissenschaften D. zu ihremCorrespondenten ernannte. Um sich ganz seine» Studien zu widmen, nahm D.jetzt Abschied und kehrte nach Malta zurück, von wo er 1777 im Gefolge desBaülide Rohan nach Portugal ging. Er erforschte dieses Land, besuchte 1781 Sicilienund die umliegenden Inseln, Neapel und den Vesuv, bereiste 1782 die Pyrenäen und 1783 das von dem Erdbeben verwüstete Ealabrien. Geheime Mittheilungen,die er bei s. Rückkehr dem Großmeister machte, und die dem dabei betheiligten Hosevon Neapel verrathen wurden, hatten zur Folge, daß ihm dies Königreich verbotenward, und daß er in Malta selbst viel Unannehmlichkeiten erfuhr. Indessen durch:forschte er die Gebirge Italiens , Tirols und GraubündtenS. Uni s. Sammlungenvon Malta abzuholen, ging er dahin zurück, und kam im Mai 1791 nach Frank-reich , wo er sich auf das Landgut seines als Opfer der Volkswuth umgekommenenFreundes, des Herzogs de la Rochefoucault, Roche-Guvon, zurückzog. Nachdem9. Thermidor begann er aufs neue seine geologischen Reisen durch Frankreich , stetszu Fuß, den Hammer in der Hand und den Sack auf dem Rücken. 1786 ward erzum Ingenieur und Professor, und bei der Einrichtung des Instituts zu dessen Mit-gliede ernannt. Er gab in beiden Eigenschaften verschiedene Schriften, die Theorieder Erde und die Natur der Mineralien betreffend, berauS. Mit Feuer ergriff erdie Gelegenheit, welche ihm der Zug nach Ägypten darbot, dieses Land zu besuchen.Allein die Besetzung von Malta , auf dem Wege dahin, verbitterte ihm die ganzeUnternehmung, und bald sah er sich durch die Lage, in welche die Armee in Ägop-ten gerieth, in Unthäligkeit versetzt. Er schiffte sich im März 1789 nach Europa ein; unterwegs bekam das Fahrzeug einen Leck, sodaß man nur mit Noth Tarenterreichte. Hier behandelte man die Mannschaft als Kriegsgefangene, und als manendlich ihre Freilassung beschlossen hatte, erkannte man D. und behielt ihn zurück.Einundzwanzig Monate mußte er in einem ungesunden Gefängnisse Mißbandlun-gen und Entbehrungen erdulden. Man versagte ihm selbst Bücher und Schreib-materialien. Aber seine Geistesstärke hielt ihn aufrecht. Zwei oder drei Bücher,die er der Aufmerksamkeit seiner Wächter entzogen hatte, benutzte er, um an ihrenRand mit einem Holzstift und mit Lampenruß seine mineralogisch - philosopbischeAbhandlung und andre Abhandlungen niederzuschreiben. Nachdem er, in Folgedes am 15. März 1801 zwischen Frankreich und Neapel abgeschlossenen Friedensseine Freiheit erlangt hatte, bestieg er den durch Daubenton'S Tod erledigten Lehr-stuhl der Mineralogie an dem Museum der Naturgeschichte. Aber seine durchdie Gefangenschaft untergrabene Gesundheit ward durch eine Reise, welche er imHerbst 1801 in die Gebirge der Schweiz , Savoyens und des Dauphin«? machte,erschöpft, und erstarb zu Ehateauneufden28. Nov. d. I. Mit der größten Lei-denschaft für die Geologie verband D. alle dazu erfoderlichephysische und moralischeEigenschaften. Es ist daher sehr zu bedauern, daß er seine Ansichten und Beobach-tungen nicht in ein Ganzes hat zusammenfassen können.

Dolz (Johann Christian), Dicedirector an der Rathsfrcischule in Leipz-g,ein um Pädagogik und Unterricht als Lehrer und Schriftsteller verdienter Schul-mann, geb. den 6. Nov. 1769 zu Golßen in der Niederlausitz , studirte seit 1782auf dem Lyceum zu Lübben , wo Thieme, dann Suttinger, seinem Talente dieerste, späterhin so fruchtbare Richtung gaben. Seit 1790 studirte er zu Leipchzvorzüglich Philosophie, Geschichte und Theologie; auch bildete er sich unter Rose»-müller'S Anleitung zum Katecheten. Er wurde Magister und wollte sich habili-tiren; allein seine Bekanntschaft mit Plato (f. d.), der als geschickter Pädagogdie 1792 vom Bürgermeister K. W. Müller (s. d.) und Rosenmüller (f. d.)

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