Band 
Dritter Band. D bis E.
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Donauschifffahrt und - Handel

Schiffer betrieben werden, weil diese sehr reißend und dabei roll Sandbänke ist,an vielen Orte» sich mitten im Fahrwasser derselben spitzige Felsen befinden, dieUfer häufig bergig, und die Schiffe, da sie nach vollbrachter Reise in der Regel inWien an die dortigen Schiffer oder das kaiserl. Schiffamt verkauft werden, sehr leicht,und zwarmeiftenS von weichem Holz erbaut sind. Am schwierigsten ist die Schiff-fahrt aufwärts in Ungarn , wo zum Theil wegen der niedrigen Ufer keine ordent-liche Leinpfade angebracht, und nur Menschen zum Ziehen gebraucht werden können.Doch sind die ungarischen Schiffe für den innern Verkehr viel solider gebaut undhaben daher eine dauernde Bestimmung. Volle Schifffahrlsfreiheit, sowie die wie-ner Convention von !8l5 ausspricht, epistirtnoch nicht auf diesem Lttrome, insoferner Ostreich , Baiern und Würtemberg gemeinschaftlich ist; denn vermöge bestehenderVerträge ist ein dreifaches Ltapelmonopol in Anwendung. Dieulmer Ldchifferdür-fen die Waaren nur bis Regensburg, und die regensburger solche nur nach Wien bringen, wo ihnen zur Rückfahrt lediglich Weine mitzunehmen erlaubt ist. Diewie-nerSchiffer, die ebenfalls nicht weiter als bisRegensburg fahren dürfen, haben da-gegen das Recht, stromaufwärts alle Gattungen Güter dahin zu bringen, kommenaber selten, außer mit Ladungen ungarischen Kupfers u.a. aus der Türkei nach Wien gebrachter Güter. Die Schiffer zu Wien und zu Regensburg bilden Innungen undhaben Reihcfahrten, sodaß, mit AuSnahmedes Winters, wöchentlich wenigstens einbefrachtetes Schiff von Ulm nach Wien abgeht. In Hinsicht des Transports vonReisenden und deren Effecten ist aber ihre SchifffahrtSfreiheil nickt beschränkt. DerDonauhandel ist zwar nicht so bedeutend als der auf dem Rhein und der Elbe, weildasMauthsrstem der östreich., bainschen und würtemb. Staaten, deren Gebiet dieDonau durebfließk, den wechselseitigen Verkehr hindert, und Östreich und die Türkei nur einen Theil bairischer und würtemb. Products nöthig haben; doch gehört ernicht unter die unbedeutenden der Ströme Deutschlands , lllm, der erste Punkt desDonauhandels, beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Spedition?-und Leinwand-handel. Die franz. Waaren kommen ihm über Strasburg und Schaffhausen , dieitalienischen vorzüglich über Augsburg zu. Aus den Niederlanden geht das Meisteüber lllm auf der Donau nach Wien. Regensburg benutzt diesen Strom besonderszum Salz-und Getreidehandel, zur Ausfuhr des rohen Garns nach Östreich , undzum Zwischenhandel mit Östreich und der Türkei , besonders mit Leinen, Kalb-fellen,- Messing, berchroltsgadener Waaren rc. Von Wien aus wird durch Ungarn der Handel mitöstr. Producten undFabricaten, auch mit Transitgütern, so lebhaftbetrieben, als es die schwierige Schifffahrt und die noch nicht sehr nautischen Kennt-nisse der Ungarn möglich machen. Der Haupkstapelplatz des Donauhandels in Un-garn aber ist Pestb, an dessen Ufern jährlich zum innern und äußern Verkehr gegen8000 Fahrzeuge landen. Die Ladungen, die stromabwärts dahin kommen , be-stehen aus Lebensrnitteln, Wein, Baumaterialien von Holz und Steinen, Holz-geräthschaften und Kaufmannswaaren. Die Schiffe mit denselben werden dort zer-schlagen, oder gehen frisch beladen in die tiefer liegenden Theile Ungarns , oder in dieangrenzende Türkei. Doch sah man auch Dampfschiffe von Wien ankommen.Pesth treibt nicht nur einen großen Handel auf der Donau mit ungarischen Landes-producten, sondern auch mit CommissionS-und Speditionsgütern. Von erstemversendet es vorzüglich Taback, Wein, Getreide und Schafwolle m das Ausland.Nicht unbedeutend ist gleichfalls sein Verkehr mit Wachs, Honig, rohen Häuten,Sliwowitz, Pottasche rc. — Hätten die Flüsse Kulpe und Save eine weniger be-schwerliche Schifffahrt, so würden sie die Haupttheile Ungarns mit dem adria-tischen Meere verbinden und zum Großhandel dienen können, während manjetzt nur hauptsächlich Früchte und szegedmer Taback auf denselben ausführt.Hoffnungen für d,e Zukunft blühen durch den Franzens-und Theresiencanal,