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Dreissigjähriger Krieg
hatte den Ausbruch der Feindseligkeiten zurückgehalten. Durch die 1608 geschlos-sene Union der protestantischen Fürsten, welcher von katholischer Seite 1609 dieLiga entgegengesetzt wurde, erhielt das unter der Asche glimmende Feuer neueNahrung, bis es endlich in Böhmen zu hellen Flammen aufloderte. Hier hattedie, nach und nach selbst in den östr. Erbstaaten ausgebreitet«, evangelische Lehredurch den Rudolf I I. (1Y09) abgedrungenen Majestätsbrief größere Freiheiten undRechte erlangt. Vermöge desselben zvurde den Städten und dem Rittersiande auchdas Recht, Kirchen und Schulen aufzubauen, gestattet. Zn einer kleinen Stadt,Klostergrab, und in Braunau erbauten darauf, unter der Regierung desKaisersMatthias, die protestantischen Unterthanen, gegen den Willen ihrer Gutsherrn,Kirchen. Auf kaiserl. Befehl wurde die in Klostergrab erbaute niedergerissen, diein Braunau gesperrt. Die Protestanten, welche sich deßhalb an den Kaiser wand-ten, erhielten Drohungen zur Antwort. Es verbreitete sich das Gerücht, her Kai-ser wisse von dieser Antwort Nichts, sie sei in Prag abgefaßt worden. Als am 23.Mai 1618 die kaiserl. Räthe auf dem Schlosse zu Prag versammelt waren, dran-gen Abgeordnete der protestantischen Landstände bewaffnet (GrafThurn, W. v.Lobkowitz , F. A. Graf von Schlick, Ulr. Kinsky u> A.) in den L>aal und verlang-ten zu wissen, ob einer von den Räthen Antheil an depAbfassung des kaiserl. Schrei-bens habe. Da nun 2 den Protestanten ohnehin verhaßte Räthe (von Martinitzund Slawata , nebst dem Secreiair Fabricius) harte Antwort gaben, so wurdensie in den trockenen Schloßgraben hinabgeworfen, kamen aber so ziemlich unbeschä-digt davon. Die Protestanten bemächtigten sich darauf des SchlosieS, verjagtendie Zestüten, welche von den böhmischen Ständen als Urheber der Bedrückungenangeklagt wurden, und griffen, unter Anführung des ehrgeizigen Grafen vonThurn, zu den Waffen. Die Union sandte den Protestanten in Böhmen ein Hülfs-corps unter dem tapfern Grasen Ernst von Mavsfeld. Der Kaiser ließ sein Heergegen Böhmen anrücken. Mitten unter diesen Unruhen starb Matthias (10. März1619). Die Böhmen erklärten seinen Nachfolger in der östr. Monarchie, der den28. Aug, 1619 als Ferdinand II. zum römischen Kaiser erwählt wurde, weil sieseinen Haß des Protestantismus kannten, schon am 17. Aug. der böhmischen Kroneverlustig und übertrugen dieselbe dem (reformirten) Kurfürsten von der Pfalz,Friedrich V'., der sie auch, nach einigen Bedenklichkeiten, vorzüglich auf dasDringen seiner ehrgeizigen Genxchlin, Elisabeth, Tochter Zakob« I. von England,annahm. Aber schon im folg. Z. endigte der großeSieg der ligistischen Truppen aufden, weißen Berge bei Prag (3. Nov. 1620), welcher die Flucht des neuen Königszur Folge hatte, die böhmischen Unruhen, mit völliger Unterdrückung der dasigenProtestanten. Ferdinand erklärte nunmehr Friedrich V. in die Reichsacht, undsein Untergang war unvermeidlich, da sich die Union, in Folge der ulmer Vergleichs(3. Zuli 1620) aufgelöst hatte. Die Pfalz wurde von bairischen und spanischenTruppen erobert, obgleich 2 tapfere Männer, Gras Ernst von Mansfeld undHerzog Christian von Brauyschwcig, mit ihren von Raub und Plünderung sichnährenden Truppen zur Hülfe herbeieilten. Allein die Übertragung der pfälzischenKurwürde an den den Kaiser unterstützenden Ma.rimilian vvn Baiern (1623), wo-durch hie katholische Partei in dem Kurfürstenrathe ha« Übergewicht erlangte, unddie Fortschritte des bairischen Generals Tilly an den Grenzen des niedersächsischenKreises (an welchem er, obgleich 1624 kein Feind mehr im Felde stand, mit demkaiserl. Heere drohend stehen blieb, protestantische Kirchen wegnahm, Lutheranerverjagte und andre Gewaltthätigkeiten verübte) erweckten die protestantischen Für-sten dieses Kreises aus ihrem Schlummer, welche nun in Verbindung mit dem Kö-nige van Dänemark und Herzog von Holstein, Christian IV., zu den Waffengriffen. Dagegen war die kaiserl. Macht durch das von Wallenstein, nachmaligemHerzoge von Fricdland, auf eigne Kosten angeworbene Heer, das seine Spuren mit