Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
358
JPEG-Download
 

358 Dreifuß Dreißigjähriger Krieg

Dreifuß (kripuH, ein symbolisches Geräth des griech. Alterthums, kommtzuerst vor in Verbindung mit bacchischen Religionsideen, dann auch mit dem delphi-schen Orakel oder Apollodienst (s. Delphi), überhaupt als Symbol der Weissa-gung, göttlicher Herrschaft und Weisheit, mit verschiedenen Heiligthümern, vor-nehinlich in Delphi, Athen, Theben, Dodona , wo man auch einen musikalischenGebrauch von ihm machte. Creuzer bemerkt, daß nian dieses Geräth, wie die drei-saitige Lyra, auch aus die drei Jahreszeiten des ältesten Calenders bezogen habe.Häufig sinken wir den Greif als Bewahrer desselben. In der Homer 'schen Zeit undbis zu Anfang freierer Kunstübung, um die 50. Olympiade, bediente man sich desDreifußes hauptsächlich zu Weihgeschenken, ferner als Preise in den Wettspielen,die ja auch mit Gottesdienst in Verbindung standen. So wurde, Olymp. 48, 3,der erste Weltkampf, in welchem der Sieger einen Kranz erhielt, gleichzeitig mit derErnennung der sieben Weifen, unter welchen, der Sage nach, der Dreifuß herum-ging, gefeiert. Bis in die spätere Zeit erhielt sich der Dreifuß als Preis dionysischerFestchöre. Sehr alt sind die Sagen von geraubten, geschenkten oder verlorenenDreifüßen, aufweiche sich fast überall Herrscherrechte und andre Ansprüche gründen.Bekannt ist z. B. der Dreifußraub des Hercules, wovon der Taizdelaberfuß in derkönigl. Antikensamml. zu Dresden eine interessante Darstellung gibt. Die ältesteStatuengruppe, welche Liesen Gegenstand vorstellt (Pausamas VUI, 4), war einWeihgeschenk, welches die Phocäer, wegen eines über die Thessalier erfochtenenSieges, nach Delphi sandten. Es bestand aus großen Bildern des Hercules undApollo, die sich um den Dreifuß stritten, und die Athene auf der einen, die Leto undArtemis auf der andern Seite. Die weitere Ausführung des hier Angeführten hatOtkfried Müller in s. Dissert. „Ue t, ip»0o cldpliiuo" (Gott . 1820, 4.) und in derals Fortsetz. davon zu betrachtenden Abhandlung in Böktiger's „Amalthea" (B. I,«2. 3t9 fg.), gegeben, wo man auch erläuternde Abbildungen sinket.

Dreiklang (Iriu- l>-,r>,>oni<:->), jeder aus drei verschiedenen Intervallenbestehende Accord; im engern Sinne der vollkommen consonirende Dreiklang, d. h.derjenige, welcher aus den vollkommensten Consonanten (1, 3, 5) besteht; daherauch harmonischer Dreiklang genannt. Im vierstimmigen Satze wird die5 und 8 verdoppelt. Er ist 1) groß oder hart (Duraccord, wenn die Terz groß, dieO. ..nie rein ist), 2) klein oder weich (Mollaccord, wenn die Terz klein und dieO.uinke rein ist). Uneigentliche Dreiklänge nennt man die dissomrenden, Hierhergehört 1) der verminderte und zwar -,) der sogenannte weich verminderte (bestehendaus 1, 3!>, 56, d. i. Grundton, kleiner Terz und kleiner oder falscher Quinte), 6) derhart verminderte (bestehend aus 1, 3H und5!>, Grundton, großer Terz, kleinerOninre, z. B. l>, eis, i); und 2) der sogenannt übermäßige Dreiklang, aus 1, 3Hund 5^, Grundton, großer Terz und großer O.uinke bestehend (;. B. e. c, gi>).

Dreißigacker, Forst- und landwirchichaftliche Akademie, liegt aufeinem Berge 1 Stunde von Meiningen , im Unterlande, oder dem Henneberg. An-theile des Herz. von Lt.-Meiningen . Der Ort hat eine Kirche, ein Pfarr- undLdchulhauS, 60 Wohnhäuser mit etwa 320 Einw.; ein Kammergut mit einemGasthofe. Das Jagdschloß (der Sitz der Forstakademie) mit mehren herrschaftli-chen Gebäuden, ist zu Anfang des vorigen Jahrh, massiv gebaut worden. 1801wurde die Forstlehranstalt gestiftet und 1803 zur Akademie erhoben. Ioh. Match.Bechstein (s d.) war Director. Mit der Direction der Akademie wurde 1822die Direction des gesammten Forstwesens im Lande verbunden. Hier hat auch dieSocietät der Forst- und Iagdkunde (m. e. zoologischen Cabinet) ihren c2>tz.

Dreißigjähriger Krieg (von 1618 — 48). Die entfernten Ur-sachen dieses Krieges liegen in der Reformation des 16. Iahrhk und in dem Re-lizionsfrieden zu Augsburg 1555. Längst halten sich Katholische und Protestantenin Deutschland mit gleich starker Eifersucht beobachtet; nur gegenseitige Furcht