Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dreistimmig

Rauch aufgingen. Durch den siegreichen Feldzug Bernhards von Weimar amObcrrheinund durch die glücklichen Unternehmungen Banner'S, der 1838 selbst inBöhmen eingedrungen war. erbeben sich die Schweden bald wieder zu einer furcht-baren Größe, die jedoch 1610 zu wanken anfing, bis Torstenson , der voneinem Ende Deutschlands zu dem andern flog, hier die östr. Monarchie erschüt-terte, dort den König von Dänemark demüthigte, und den Ruhm des schwedischenNamens vollendete, den auch Wrangel bis an das Ende des Krieges zu behauptenwußte^ Erst nach dem TKe des Herzogs Bernhard von Weimar (1639) nahmFrankreich ernstlich Theil an diesem Kriege, und wiewol es anfangs nicht vielausgerichtet, selbst bei Duttlingen 1613 eine große Niederlage erlitten hakte, so er-fochten doch nachher Turenne und Condä glänzende Siege über die kaiserl. und bai-rischen Truppen. Endlich nöthigte die Eroberung der kleinen Seite von Prag durchden schweb.General Königsmark (25. Juli 1618) Ferdinand III. Ferdinand II. war 1631 gestorben) zu dem Frieden, der nach 1jährigen Unterhandlungen -u Mün-ster und Osnabrück in Westfalen den 21. Oct. 1648 unterzeichnet wurde. (Vgl.Westfälischer Friede und Deutschland .) S. die „Geschichte des dre-ßig-jähr. KricgeS" von Schiller, in dem „Histor. Calender für Damen", 1191 — 93;später einzeln (1802, 2Thle.) und indessen..Sämnikl. Werken". Woltmann'S ,.Ge-schichte des westfäl. Friedens" (2Thle.) schließt sich als Fortsetzung an. Auch Lo-renz Westenrieder hat diesen merkwürdigen Kampf in dem Münchner „Histor. Ca-lender", 1801—6, beschriebe», und gute Beiträge findet man in der Schrift: „Jo-hann von Werth , im Zusammenhange mit der Zeitgeschichte", dargestellt von Friedr.Wilh. Barthold (Berlin 1826). Doch ist eine würdige Darstellung desselben nocheine Lücke in der histor. Literatur. Nach diesem Kriege, der sich von einem EndeDeutschlands bis zu dem andern verbreitet hatte, war Deutschland durch Feuer,Brand und Pest überall schrecklich verödet und zerrüttet. Schlechte Münzen undMangel an Arbeit brachten große Theurung hervor. Die Kriegskunst allein hattegewonnen, vonüglich durch Gustav Adolf , der in der Taktik Epoche machte, einezweckmäßigere Stellung, eine leichtere Bewaffnung und mehr Beweglichkeit bei denTruppen einführte, auch den ersten Artilleriezug bei seinem Heere hatte.

Dreistimmig nennt man den musikalischen Satz (d. i. die Art und Weifezu componiren) oder ein Tonstück für 3 verschiedene Stimmen, deren jede ihreeigne Modulation hat; es mag übrigens für Sänger (Terzett), oder für Instru-mente (Trio), oder gar nicht für die Ausführung, sondern nur zur Übung ini Setzenbestimmt sein. Gewöhnlich, aber nicht nothwendig, besteht die Partitur aus 3Systemen. Was das Verhältniß der 3 Stimmen betrifft, so besteht der dreistim-mige Satz aus einer Ober-, einer Mittel- und einer Grundstimme. Don diesemist entweder 1) die letztere oder beide letztere nur begleitend, die erstere aber Haupt-oder concertirende Stimme; oder 2) alle 3 Stimmen sind abwechselnd mehr oderminder concertirende (oder Hauptstimmen). Im letztem Falle heißt das Tonsiück,wenn es für Instrumente gesetzt ist, Trio im strengsten Sinne. Über die Zahl derInstrumente ist durch jene Benennung Nichts bestimmt. Der dreistimmige Satzkann von 3 oder 2 Instrumenten, ja selbst von einem einzigen (die beiden letzter»Fälle treten bei Clavierstücken ein) ausgeführt werden. Auch ändert die vielfacheBesetzung der Stimmen an dem Wesen des dreistimmigen Satzes Nichts. Da auchMusikalische Partieen zusammengesetzt sein, d. h. mehre Stimmen in sich enthaltenkönnen (wie z. B. die obere Partie bei Clavierstücken), so enthält das dreistimmigeTonstück nicht immer dreistimmigen Satz. Auch hat letzterer seine besondern Regeln,da in einem Accorde von einer oder mehren Dissonanzen hier jederzeit Intervalleweggelassen werden müssen, und es sich also fragt, welche in gegebenen Fällen inRücksicht auf die nächste Tonfolge weggelassen werden können, und welche Inter-valle wesentlich sind oder nicht.